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Scope Carbon-Laufräder im Test

ROADBIKE-Check: Scope R4D Carbon-Laufräder

Die junge holländische Marke Scope bietet Hightech-Carbonlaufräder zu fairen Preisen. ROADBIKE hat das Modell R4D ausgiebig in Labor und Praxis getestet.

2013 gründeten Nieck Busser und Rik Kusters, zwei junge Holländer mit Wurzeln im Radrennsport, Scope Cycling. Erklärtes Ziel: mit wissenschaftlicher Herangehensweise Carbon-Laufräder auf höchstem Niveau entwickeln und zu fairen Preisen direkt via Internet weltweit verkaufen. Inzwischen umfasst das Angebot vier Laufradmodelle zu je 1398 Euro: drei Straßen-Laufräder mit unterschiedlich hohen Aero-Felgen (sowohl für Felgen- als auch für Scheibenbremsen) sowie ein Offroad-Laufradsatz für Scheibenbremsen, der an Gravelbikes und XC-Mountainbikes gefahren werden kann.

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Scope
Nabe und Freilauf der R4D-Laufräder von Scope

Entwickelt werden Scope-Laufräder in Kooperation mit den Universitäten von Delft (zwischen Rotterdam und Den Haag gelegen) und Eindhoven, wobei im Aerospace Department in Delft die Carbon-Layups geplant und optimiert werden, während in Eindhoven die Aerodynamik im Mittelpunkt steht. Dabei experimentieren die jungen Entwickler zunächst anhand von CFD-Simulationen mit verschiedenen Felgenquerschnitten, um die daraus entstehenden Prototypen anschließend im Windkanal im nahe gelegenen Flanders Bike Valley in Belgien zu erproben. Entwicklungsziel ist minimaler Luftwiderstand bei hoher Stabilität gegen Seitenwind, möglichst geringes Gewicht und hohe Seitensteifigkeit

Der Erfolg gibt Busser und Kusters Recht: Nachdem Scope-Laufräder zunächst vor allem in den Benelux-Ländern erfolgreich waren (und sich dort langsam ein Händlernetz aufbaut), verkauft die Marke mittlerweile in über 30 Länder. Grund genug für ROADBIKE, einen Satz auf Herz und Nieren zu testen.

Modell R4D im RB-Test

Das Scheibenbrems-Modell R4D kommt mit 45 Millimeter hoher und 26 Millimeter breiter Felge, die Maulweite beträgt 19 mm. Am Vorderrad verbinden 21, am Hinterrad 24 Sapim CX-Sprint-Speichen in 2:1-Einspeichung die Naben mit der Felge. Wie alle Scope-Laufräder ist auch der R4D tubeless-kompatibel - auf der Website gibt Scope für Auswahl an Tubeless-Reifen Auskunft, wie einfach oder schwer sich die Reifen montieren, aufpumpen und dichthalten lassen (Scope empfiehlt Schwalbes Pro One, Continentals neuer GP 5000 TL fehlt bis dato in der Liste).

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Scope
Felge der R4D-Laufräder von Scope

Im ROADBIKE-Labor bringt das Set R4D inklusive Tubelessfelgenband 1653 Gramm auf die Waage (VR 755 g, HR 898 g). Der Aufbau ist tadellos: Vorder- und Hinterrad sind mittig und ohne Seiten- oder Höhenschlag zentriert. Mit 85 Nm/° vorne und 81 Nm/° gibt es auch bei der Seitensteifigkeit keinen Grund zur Klage. Im ROADBIKE-Test von Aero-Laufrädern für Scheibenbremsen in Ausgabe 09/18 hätte Scope mit diesen Werten auf Augenhöhe mit Marken wie DT Swiss und Mavic gelegen und die Enve, Reynolds und Zipp sogar hinter sich gelassen.

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RB-Art Director Dagmar Behringer auf Mallorca mit den Testlaufrädern Scope R4D.

Auch auf der Straße fällt das Urteil positiv aus: Knapp 2000 Kilometer ist der R4D mittlerweile gelaufen, die meisten gesammelt von ROADBIKE-Art Director Dagmar Behringer - auf winterlichen deutschen Straßen und im Trainingslager auf Mallorca. Probleme oder Defekte: keine. Statt dessen gefällt der Laufradsatz mit williger Beschleunigung und ordentlich Vortrieb: einmal auf Touren gebracht, rollen die Laufräder auffallend leicht und das bereits mit den serienmäßig verbauten SKF-Kugellagern (optional gibt es alle Scope-Laufräder für 500 Euro Aufpreis auch mit Ceramic Speed-Lagern). Insbesondere das Lenkverhalten erntet Lob von Testfahrerin Behringer: "Mit Aero-Laufrädern habe ich auch schon unschöne Erfahrungen gemacht bei Seitenwind. Die Scope-Laufräder ziehen wie auf Schienen durch die Kurve, Seitenwind war bei mir bis dato überhaupt kein Problem."

Fazit

Laborwerte und Fahreindruck stimmen - und auch optisch machen die Laufräder was her (zumal man die Farbe der Aufkleber in einem Konfigurator auf der Scope-Website anpassen kann). Insgesamt ein vielversprechendes Debüt der Newcomer aus unserem Nachbarland. ROADBIKE wird die Laufräder weiter testen und über die Ergebnisse berichten.

Scope R4D - Zahlen, Daten, Fakten

Gewicht gemäß RB-Messung 1653 g
mittig zentriert ja
Seitenschlag vorne 0,18 mm*
Seitenschlag hinten 0,14 mm*
Seitensteifigkeit vorne 85 Nm/°
Seitensteifigkeit hinten 81 Nm/°
Felgenhöhe 45 mm
Felgenbreite 26 mm
Maulweite 19 mm
Tubeless ja
Freilauf Shimano/Sram oder Campagnolo
Lager SKF (Ceramic Speed für 500 Euro Aufpreis)
Preis 1398 Euro

*ab einem Wert von 0,5 mm wird bei RB-Tests ein Punkt abgezogen.

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Scott Addict mit Scope R4D-Laufrädern
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