Acros Allroad Disc Carbon Bjoern Haenssler

Acros Allroad Disc Carbon Laufräder

Acros stellt neuen Allroad-Laufradsatz vor

Komponentenhersteller Acros bringt einen neuen Carbon-Laufradsatz für Asphalt und Schotter auf den Markt – optional sogar mit Nabendynamo. ROADBIKE ist ihn schon gefahren.

Ein Tausendsassa soll der neue Carbon-Laufradsatz Allroad Disc Carbon von Acros sein – geeignet für schnelle Runden auf Asphalt, zünftige Schotter-Ausfahrten mit dem Gravelbike, epische Bike-Packing-Abenteuer und sogar – in der optional erhältlichen Ausführung mit Nabendynamo – den täglichen Arbeitsweg auch bei Dunkelheit und/oder ganztägige Brevet-Touren.

Acros Allroad Disc Carbon
Acros Sport GmbH
1350 Euro, 1459 Gramm Setgewicht - das sind die wichtigsten Zahlen zum neuen Laufradsatz Allroad Disc Carbon von Acros.

Herzstück für so viel Vielfalt ist die neue Carbonfelge, die laut Acros mit allen gängigen Reifentypen harmonieren soll: vom schmalen Rennradreifen bis hin zum richtig breiten Gravel-Pneu. Mit 45 Millimetern Höhe und 21 Millimetern Maulweite sowie moderner, bauchiger Form dürfte die Felge gewisse aerodynamische Vorteile bieten. Tubeless-fähig ist sie sowieso, entsprechende Ventile liegen bei. Das Felgendesign ist sehr dezent gewählt, eine Variante mit weißen oder bunten Decals ist – Stand Verkaufsstart – nicht erhältlich.

Acros Allroad Disc Carbon
Bjoern Haenssler
Die neue Carbonfelge ist 45 mm hoch und innen 21 mm breit. Die Form ist bauchig, an der breitesten Stelle misst die Felge 30 mm.

Die Felge dreht sich um Acros' bewährte Road-Disc-Naben nineteen mit Schrägkugellagern, an denen sich nicht nur das Nabenspiel, sondern auch – nettes Gimmick – die Lautstärke des Freilaufs in drei Stufen einstellen lässt: Je nach Geschmack knattert der Zahnscheibenfreilauf mit 38 Zähnen entweder dezent oder ersetzt die Klingel. Als Freilauf-Option sind Shimano/Sram 10-/11-fach sowie Sram XDR erhältlich – Campagnolo-Fahrer schauen leider in die Röhre. Was Laufradmontage und Einbaubreite angeht, bietet Acros hingegen die volle Palette von 9- über 12- bis zu 15-Millimeter-Steckachsen sowie 135 und 142 Millimeter Breite. Auch mit Schnellspannern lassen sich die neuen Acros-Laufräder sicher fixieren – interessant für alle, die einen älteren Disc-Rahmen aufrüsten wollen.

Acros Allroad Disc Carbon
Bjoern Haenssler
Die nineteen Road-Disc-Nabe von Acros setzt auf einen Zahnscheibenfreilauf, dessen Freilauf-Geräusch sich in der Lautstärke anpassen lässt. Kleiner Wermutstropfen: nur für Shimano/Sram und nur für Sechs-Loch-Bremsscheiben.

Beim Laufradbau setzt Acros auf Sapims bewährte CX-Ray-Aerospeichen aus Edelstahl mit Alu-Nippeln. Am Vorderrad stehen die Speichen auf der rechten Seite radial, vorne links sowie hinten beidseitig sind die Speichen drei-fach gekreuzt. Dank je 24 Speichen vorne und hinten kann Acros getrost als maximales Fahrergewicht satte 120 Kilogramm angeben – und das bei sehr ordentlichen 1459 Gramm, welche der Laufradsatz laut Acros auf die Waage bringt.

Und was kostet der Spaß? 1350 Euro ruft Acros für den neuen Allroad Disc Carbon-Laufradsatz auf – und kommt damit ohne Preissteigerung gegenüber dem bisherigen Road Disc-Carbon-Modell aus, das im RB-Test 04/2017 überzeugt hatte und nun aus dem Programm genommen wird. Interessant für Nachtschwärmer, Pendler und Randonneure: Für 200 Euro Aufpreis (und knapp 350 Gramm Mehrgewicht) gibt es das Vorderrad auch mit Nabendynamo der Firma SON.

Der Verkauf startet sofort, ab Mitte Juli sollen die ersten Laufradsätze ausgeliefert werden.

Erster Praxistest

ROADBIKE hatte Gelegenheit, die neuen Laufräder vorab zu testen. Zunächst das Gewicht: Mit montiertem Felgenband wiegen Vorder- und Hinterrad des Acros Allroad Disc Carbon zusammen 1465 Gramm. Das entspricht ziemlich exakt der Herstellerangabe (was nicht selbstverständlich ist). Der Testlaufradsatz war mittig sowie ohne Höhen- oder Seitenschläge zentriert. Auch die Seitensteifigkeit ist über jeden Zweifel erhaben. Die Montage verschiedener Reifenmodelle gelang einfach und ohne großen Kraftaufwand.

Ein Wermutstropfen in der Praxis ist, dass Acros für die Befestigung der Bremsscheiben auf Sechs-Loch setzt anstelle des sehr viel weiter verbreiteten Shimano-Standards Centerlock. Das bedeutet: Wer den Acros-Laufradsatz fahren will, muss sich zwingend Sechs-Loch-Bremsscheiben besorgen – und beispielsweise für Shimanos weit verbreitete Dura-Ace oder Ultegra-Gruppen gibt es diese überhaupt nicht. Wer mit diesen Gruppen unterwegs ist, muss sich also nach einer Alternative umgucken – die gibt es zwar, keine Frage (und natürlich auch von Shimano), aber eben nicht "gruppenrein" und in der Optik der genannten Centerlock-Ausführungen.

Acros Allroad Disc Carbon
Moritz Pfeiffer
Positiver Praxiseindruck: Die neuen Acros-Laufräder beschleunigen ordentlich, lenken präzise und sind weitgehend unempfindlich gegen Seitenwind.

Im Sattel gefallen die neuen Acros-Laufräder mit zügiger Beschleunigung, die aber etwas weniger spritzig ausfällt als man es angesichts des geringen Gewichts erwarten würde. Auf Touren gebracht rollt der Allroad Disc Carbon aber wie eine eins und motiviert ganz nebenbei mit einem kontinuierlichen, aber unaufdringlichen Fahrgeräusch. Dabei zieht der Laufradsatz sehr stabil seine Runden, nur stark böiger Seitenwind kann mitunter spürbar am Vorderrad zerren. Lenkbefehlen folgen die Laufräder direkt und ohne Widerrede, der Fahrspaß ist hoch.

Aber: Einmal mehr zeigte sich bei den Fahrtests wie wichtig die Wahl des Reifens ist – vor allem bei Gravel-Pneus. Mit dem Alluvium von Kenda, der satte 511 Gramm pro Reifen auf die Waage bringt, machten die Testrunden erheblich weniger Spaß als mit dem über 100 Gramm leichteren Terra Speed von Continental.

Fazit: Den passenden Reifen vorausgesetzt macht der neue Allroad Disc Carbon-Laufradsatz von Acros viel Spaß. Von den Einschränkungen – kein Campagnolo-Freilauf, nur Sechs-Loch-Bremsscheiben – abgesehen, ist er potenziell ein interessanter Begleiter für viele Rennrad-Abenteuer.

Acros Allroad Disc Carbon
Acros Sport GmbH
Clever: Optional ist das Vorderrad mit Nabendynamo der Tübinger Firma SON erhältlich. Aufpreis: 200 Euro. Mehrgewicht: 343 Gramm.
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