4 Cross-Rennräder im Test

Im Test: 4 Crosser für 2018

Foto: Benjamin Hahn 4 Cross-Rennräder für 2018 im Test

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Schon mal über einen Crosser nachgedacht? Die 4 Cross-Rennräder im Test zeigen, was in der Szene derzeit angesagt ist: Die Neuen geben sich leichter, sportlicher – und schneller.
Zu den getesteten Produkten

Das Testfeld im Überblick

Hersteller und Modell Preis Testurteil
Canyon Inflite CF SLX 8.0 Pro Race 2799 Euro Sehr gut
Cube Cross Race C:62 SL 2699 Euro Sehr gut
Stevens Super Prestige Disc Di2 3999 Euro Sehr gut
Specialized Crux Elite X1 3299 Euro Gut

Jetzt sind sie wieder unterwegs: Radsportler, die’s gerne dreckig mögen, lassen es beim Crossen krachen. Ob nur zum Spaß, als persönliche Grenzerfahrung oder im sportlichen Wettstreit – die hitzige Jagd querfeldein zählt zu den faszinierendsten Facetten des Rennrad-Sports. Als adäquate Partner wollen sich vier brandaktuelle Crosser von Canyon, Cube, Specialized und Stevens in Szene setzen, die in diesem Test aufeinandertreffen. Alle zeigen eine klare Tendenz: Wo „Crosser“ draufsteht, stecken kompromisslose Rennsportler drin!

Entsprechend gefallen alle vier Räder im Gelände als mitreißende Racer mit ähnlicher Prägung. Die Fahrerhaltung: bei allen sportlich gestreckt, mit deutlicher Sattelüberhöhung und klar orientiert am Rennrad – längst vorbei sind die Zeiten, in denen ein Crosser seinen Fahrer in eine kompakte, gedrungene Haltung genötigt hat; der Geradeauslauf: so ausgeprägt, dass auch in ruppigem Gelände noch Highspeed angesagt ist; die Lenkung: präzise, aber immer ganz gelassen und unaufgeregt; der Vortrieb: mitreißend motivierend, stets Vollgas einfordernd.

Keine Frage: Diese Räder sind konsequent auf den Renneinsatz im Gelände getrimmt. Doch ihr sicheres Handling qualifiziert sie nicht nur als Arbeitsgeräte für Profis, auch weniger Geübte werden damit glücklich – auf sportlichen Touren über Schotter und Feldwege oder im alltäglichen Einsatz – bei anspruchsvollen Pendlern.

4 Cross-Rennräder im Test: Die Unterschiede

So durchgängig die Linie bei der Gangart der neuen Gelände-Rennräder sein mag, so unterschiedlich sind sie ausgestattet: Nur Stevens setzt auf eine Shimano-Schaltung – ganz traditionell mit zwei Kettenblättern und crosstypisch mit 36/46 Zähnen. Diese Übersetzung erlaubt feine Abstufungen zwischen den Gängen.

Die anderen Anbieter montieren Sram-Gruppen mit nur einem Kettenblatt. So beliebt diese Einfach-Schaltungen derzeit im Rennzirkus sind, so sehr muss man sie mögen. Der Vorteil: Ein Kettenblatt steht für weniger Schaltaufwand im hitzigen Renngeschehen, der Verzicht auf den Umwerfer bedeutet auch: Ein Bauteil weniger, das in Schlamm und Eis versagen kann. Der Preis für diese neue Einfachheit: breit abgestufte Kassetten mit 11–32, teils bis zu 36 Zähnen. Das geht mit Abstrichen in Sachen Bandbreite und/oder großen Sprüngen zwischen den Gängen einher.

Wie die Schaltkonzepte, unterscheiden sich auch die Scheibenbremsen an den Testrädern: Während die Stopper von Sram über einen eher langen Hebelweg konstant ansteigende Power bieten, geht die extrem kraftvolle neue Ultegra-Disc bissig, ja fast giftig zu Werke. Disc-Geübte sind begeistert, Ungeübte müssen sich daran erst mal gewöhnen.

Gleich ob Schaltung oder Bremsen – welches System besser zu den eigenen Anforderungen passt, klärt man am besten bei einer Probefahrt. Da zeigt sich auch schnell, ob die neuen, sportlichen Crosser überhaupt das Richtige sind. Wer mehr Sitzkomfort sucht, wird eher im Segment der Allroad- oder Gravel-Rennräder fündig. Von denen unterscheiden sich die neuen Crosser deutlich – die zunehmend klare Trennung zwischen den Segmenten ist ein wichtiger Schritt.

11.12.2017
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe 12/2017