Campagnolo, Shimano, Sram: 12 Schaltgruppen im Vergleich

Weniger ist mehr: Gewichte der einzelnen Parts

Funktional und in der Ergonomie gibt’s bei allen Herstellern Vor- und Nachteile. Doch sind das nicht die einzigen Kriterien, die eine Kaufentscheidung beeinflussen können – und sollten.

Fototstrecken mit Infos, Preisen und Gewichten zu allen 12 Schaltgruppen:

Campagnolo Super Record - Campagnolo Record - Campagnolo Chorus - Campagnolo Athena - Shimano Di2 - Shimano Dura-Ace - Shimano Ultegra - Shimano 105 - Sram Red - Sram Force - Sram Rival - Sram Apex

Foto: Studio Nordbahnhof Sram Red

Mit 158 Gramm die leichteste Kassette im Feld: die OG-1090 aus Srams Red-Gruppe.

Auch das Gewicht der Komponenten spielt eine Rolle, macht es doch einen erheblichen Teil des Gesamtgewichts eines Rades aus. Soll ein Rahmen mit möglichst leichten Teilen bestückt werden, lohnt ein Blick auf die große Vergleichs­tabelle. Grundsätzlich gilt: Je hochwertiger die Gruppe, desto leichter die Komponenten.

Aber auch unabhängig von der Preisklasse lässt sich eine Tendenz ausmachen: Sram hat – egal ob bei vergleichbaren Top-, Mittelklasse- oder Einsteigergruppen – gewichtsmäßig die Nase vorn. Der Unterschied zwischen Red und Dura-Ace beträgt zum Beispiel rund 140 Gramm, Force und Ultegra trennen gar über 190 Gramm. Campagnolo liegt mit den entsprechenden Gruppen Super Record und Athena jeweils dazwischen.

Ein weiterer Punkt bei der Komponentenwahl und gleichzeitig ein Trend bei Neuentwicklungen ist die "Bergtauglichkeit" der möglichen Übersetzungen. Betrachtet man die Kurbeln mit zwei Kettenblättern (Standard und Kompakt), auf die die meisten Rennradfahrer setzen, hat Campagnolo klar das beste Angebot.

Bislang sind die Italiener die Einzigen, die für alle Gruppen Kassetten mit einem großen 29er-Ritzel anbieten. Da alle Campagnolo-Gruppen von der Super Record bis zur Athena statt der üblichen zehn Ritzel elf Zahnkränze haben, ergeben sich trotz "Rettungsring" fein abgestufte Kassetten.

Sram mit 32er-Ritzel

Was die Bandbreite angeht, legt Sram mit der neuen Apex noch eins drauf: Die Gruppe wird mit einem 32er-Ritzel auf den Markt kommen, das in Kombination mit einer Kompaktkurbel und einem speziellen Schaltwerk mit längerem Käfig ("Mid Cage") die ultimative Zweifach-Berglösung im Einsteigerbereich darstellen soll – und vor allem Dreifachkurbeln ins Visier nimmt. Schaltwerk und Kassette werden zwar auch mit den Top-Gruppen von Sram kompatibel sein.

Allerdings sind die Apex-Komponenten, was Vergütung und Gewicht angeht, klar dem Einsteigerbereich zuzuordnen und deshalb ab der Mittelklasse keine echte Alternative zu den Bergübersetzungen der Campagnolo-Gruppen. Zudem sind die Gangsprünge der Zehnfachkassette mit dem Riesenritzel vergleichsweise groß.
Und der Marktführer?

Shimano hat zwar in keinem der objektiv messbaren Kriterien die Nase vorn, doch unter dem Strich überzeugen Qualität und Funktion das Gros der Kundschaft. Und die Auswahl ist riesig: Keine Marke wird häufiger an Kompletträdern verbaut.