Der Wahoo Kickr Snap im RoadBIKE-Check

Foto: Christian Brunker/RoadBIKE Der neue Wahoo Kickr Snap
Ist der neue Wahoo Kickr Snap eine gute und günstige Alternative für das Rollentraining im Winter? RoadBIKE hat die Rolle ausführlich getestet.

Rollentrainer mit Direktantrieb sind derzeit schwer angesagt - aber leider auch eher im oberen Preissegment angesiedelt. Doch es gibt noch günstigere Alternativen wie den Kickr Snap von Wahoo, der mit seiner elektromagnetischen Bremse klassisch am Hinterrad ansetzt. Mit rund 550 Euro ist er deutlich günstiger als die Top-Modelle. Doch kann er mithalten? RoadBIKE hat den Check gemacht!

Kurz&knapp

  • Modell: Wahoo Kickr Snap
  • Preis: 549,99 Euro
  • Gewicht: 17,2 kg
  • Bremse: Elektromagnetisch
  • Max. Widerstand: 1500 Watt
  • Schwungrad: 4,76 kg
  • Verbindungen: ANT+-FE-C; Bluetooth Smart

Montage und Aufbau

Der Wahoo Kickr Snap kommt komplett vormontiert an, der Aufbau dauert nur wenige Minuten. Unter anderem muss der Schnellspanner am Hinterrad gewechselt werden, um einen guten Halt des Rads im Kickr Snap zu gewährleisten. Das Gerät selbst wirkt wertig verarbeitet. So gefällt vor allem der gut zu greifende Schnellspannhebel, mit dem das Rad fixiert wird. Etwas nervig ist, dass die Schraube, mit der die Rolle des Kickr Snap ans Hinterrad gedrückt wird, ohne einen Schnellverschluss daherkommt. So muss sie jedes Mal per Hand ordentlich festgedreht werden, damit das Hinterrad nicht auf der Rolle durchrutscht.

Wichtig: Ein spezieller Indoor-Reifen ist für klassische Rollentrainer mit am Hinterrad ansetzender Bremse eine sinnvolle Investition. Denn diese sind widerstandsfähiger gegen den Verschleiß, der sich aus dem doch recht starken Durchwalken des Reifens ergibt. Außerdem bieten sie einen besseren Grip auf der Rolle und haben wegen der speziellen Gummi-Mischung ein leiseres Abroll-Geräusch.

Das Einrichten und Koppeln mit Smartphone oder Tablet geht dank ANT+ oder Bluetooth schnell, sodass die erste "Ausfahrt" nicht lange auf sich warten lässt.

Der Wahoo Kickr Snap in der Praxis

Das Fahrgefühl des Wahoo Kickr Snap kann dank des rund 4,5 kg schweren Schwungraddurchaus überzeugen. Der Tritt fühlt sich rund an, auch simulierte Abfahrten auf Zwift fahren sich annähernd realistisch. Bei normalen Widerständen bis zu 500 Watt konnte beim Wahoo Kickr Snap kein Durchrutschen des Hinterrads festgestellt werden. Maximal sind laut Wahoo bis zu 1500 Watt möglich - für Hobbyfahrer mehr als ausreichend. Dabei ist der Wahoo Kickr Snap aber etwas lauter als Rollentrainer mit Direktantrieb, und auch beim Fahrgefühl sind diese noch einen Tick besser. Aber das ist klagen auf hohem Niveau, die Abstriche sind angesichts des deutlich günstigeren Preises mehr als verschmerzbar.

Ein Minuspunkt ist jedoch die Genauigkeit der Wattmessung: Laut Wahoo soll diese +/-3 Prozent betragen. Im Test mit kalibrierten Garmin-Pedalen zeigte sich jedoch im Vergleich über eine Stunde, dass der Wahoo Kickr Snap rund 20 Watt weniger aufzeichnet. Das erklärt sich unter anderem durch den Verlust über den Antrieb auf das Hinterrad. Dieses wird mutmaßlich, selbst bei maximal festgezogener Anpress-Schraube und auf 8 bar aufgepumpten Hinterreifen, einen gewissen Schlupf aufweisen. So können Rollentrainer mit eingespanntem Hinterrad schon bauartbedingt nicht die Genauigkeit von Rollentrainern mit Direktantrieb aufweisen.

Die Wattwerte des Wahoo Kickr Snap selbst sind jedoch in sich konsistent, sodass diese für ein wattbasiertes Training völlig ausreichen. Nur sollten FTP-Test etc. dann auch nur auf dem Kickr Snap gemacht werden und die Werte sind nicht 1:1 auf Ausfahrten draußen und andere Leistungsmesser übertragbar.

FAZIT

Wer eine günstige Alternative für das Rollentraining sucht, macht mit dem Wahoo Kickr Snap definitiv nichts falsch. Das Gerät ist hochwertig und solide verarbeitet und bietet ein sehr gutes Fahrgefühl. Leichte Abstriche bei der Genauigkeit sind gut verschmerzbar.

29.01.2018
Autor: Christian Brunker
© RoadBIKE