20 Bestseller-Rennräder aus Carbon im Test

Im Fokus: Die Parts an den Testrädern

Waren in früheren Tests in dieser Preisklasse schwache Seitensteifigkeiten oder schlecht zentrierte Laufräder an der Tagesordnung, patzte im aktuellen Test kein einziges Set bei der Steifigkeit, und nur das Vorderrad des Poison war über einen Millimeter aus der Mitte zentriert.
Zu den getesteten Produkten

Ansonsten überzeugte die Qualität der Laufräder durchweg – hoffentlich ein Zeichen für verbesserte Qualitätssicherung.

Freuen dürfen sich die Kunden nicht nur über die Aufbauqualität der Laufräder, mit denen die Anbieter ihre Bestseller bestücken.

Auch das Ausstattungsniveau im Testfeld war hoch: Häufig anzutreffende Modelle wie Mavics Ksyrium Elite oder Ksyrium Equipe, Fulcrums Racing 5 oder das R 1700 von DT Swiss überzeugen mit Laufrad-Kom­plettgewichten von durchschnittlich 2700 Gramm.

Im bereits erwähnten Test in RoadBIKE 04/2011 war das Niveau nicht besser: Die Räder der 2500-Euro-Klasse bestechen auch hier mit ihrem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Bei den Schaltgruppen müssen sich die Räder im Test ebenfalls nicht verstecken: Shima­nos Ultegra ist der Standard. Güns­tigere Gruppen montierten nur Haibike und Scott: Campagnolos Athena und Srams Rival.

Das als reine Sparmaßnahme abzutun, wäre aber zu kurz gegriffen. Beide Gruppen wiegen weniger als Shimanos Quasi-Standard Ultegra und drücken, besonders beim Scott, das Gesamtgewicht.

Einmal mehr gelingt es den Versendern, in diesem Kapitel zu punkten: Canyon montiert Campagnolos Chorus, Rose die Sram Force. Poison und Radon trumpfen gar mit Sram Red und Shimano Dura-Ace auf! Doch auch Cube montiert Brems-/Schalthebel, Schaltwerk und Umwerfer von Shimanos Top-Gruppe Dura-Ace.

Dafür sparen die Franken bei den Bremsen: Wie auch Bianchi montiert Cube Stopper von FSA, die durch schlechte Dosierbarkeit und geringere Bremskraft auffielen. Auf solche Sparpakete sollten die Anbieter tunlichst verzichten.

Doch das ist die einzige ernsthafte Kritik, die sich die Anbauteile gefallen lassen müssen. Wie bei Laufrädern und Gruppen liegt die Qualität aller übrigen Parts auf insgesamt hohem Niveau – der Vergleich mit den 3500-Euro-Rennern ist durchaus statthaft.

Lediglich bei Sätteln und Reifen greifen einige Anbieter auf Mittelklassematerial zurück, was zu verkraften ist, tauschen doch ohnehin 65 Prozent aller Road­BIKE-Leser den Sattel gleich beim Radkauf. Reifen werden als Verschleißteile ohnehin früher oder später gewechselt.

Die besseren Renner?

Sind in der Saison 2011 die 2500-Euro-Renner also am Ende gar die besseren Räder als die rund 1000 Euro teureren Mitbewerber? „Den Unterschied machen die Rahmen: Für 3500 Euro gibt es häufig den Top-Rahmen der Hersteller, bei den 2500-Euro-Rennern kommt die zweite oder dritte Garnitur zum Einsatz“, erklärt Redakteur Flieshardt die Preisdifferenz.

Bei der Ausstattung müssen sich die Kassenschlager kaum vor den deutlich teureren Modellen verstecken. Und auf der Straße ist der Unterschied zur nächsthöheren Klasse ohnehin oft kaum spürbar.

29.07.2011
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe 05/2011