Test: Luftpumpen für Rennradfahrer

9 Standpumpen und Tubeless-Tanks im Test

Foto: Benjamin Hahn RoadBIKE Test Standpumpen und Tubeless Tanks

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Eine gute Standpumpe ist eine Anschaffung fürs Rennradleben. Doch welche Modelle überzeugen wirklich? RoadBIKE hat neun Standpumpen zwischen 50 und 90 Euro getestet. Plus: fünf Lösungen zur Tubeless-Montage.

Hinweis: einen tagesaktuellen Preisvergleich zu den getesteten Standpumpen finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Schnell noch den Reifendruck checken und zwei bis drei Hübe nachlegen, dann geht’s auf die Straße: Der beste Pannenschutz beginnt zu Hause, denn zu geringer Reifendruck ist eine der Hauptursachen für einen Platten. Nicht zuletzt deshalb gehört eine gute Standpumpe in jeden Rennradfahrer-Haushalt.

RoadBIKE hat neun aktuelle Standpumpen in der Preisklasse von 50 bis 90 Euro getestet. Zudem hat RoadBIKE fünf Lösungen zur Montage von Tubeless-Reifen ausprobiert und gibt eine Einschätzung, wie gut diese funktionieren.

Aber was zeichnet eine gute Standpumpe aus? Zunächst die Pumpleistung, niemand möchte sich vor der Ausfahrt müde pumpen, um auf die gewünschten 6 bis 8 bar zu kommen. Im Test überzeugten dabei vor allem die Floorpump Competition von PRO, die einen 25er-Reifen bereits mit 14 Hüben auf 6 bar bringt. Allerdings hat das große Pumpvolumen einen Preis, erforderten die letzten Hübe doch vergleichsweise viel Kraft.

Nur unwesentlich mehr Hübe – nämlich vier – benötigten die Modelle von Bontrager, Specialized und Zéfal, und sie waren dabei deutlich leichtgängiger. Zum Vergleich: Beim Rennkompressor von SKS waren 27 Hübe notwendig, um 6 bar aufzubringen.

Deutliche Unterschiede werden auch bei der Qualität der Manometer sichtbar. Zwar gab die Genauigkeit keinen Anlass zur Kritik – die Abweichungen bewegten sich im Bereich von maximal 0,1 bar – aber sowohl bei Bontrager als auch bei Fabric ist die bar-Skala eher klein und grob und deshalb schlecht ablesbar. Deutlich besser gefielen die Skalen von Topeak und Pedros.

Bei den Ventilköpfen zeigten sich durch die Bank gute Ergebnisse, auch wenn jeder Hersteller im Detail andere Lösungen für eine dichte Verbindung entwickelt hat. Bei den meisten sorgt ein Klemmhebel für den sicheren Halt auf dem Ventil.

Clever ist der Ventilkopf bei Lezyne: Er wird mit zwei Umdrehungen aufgeschraubt und hält sehr dicht, lässt sich dann aber einfach abziehen – es besteht keine Gefahr mehr, den Ventileinsatz mit herauszuschrauben.

Bei der Bedienung überzeugten die meisten Modelle durch einen angenehmen Griff und einen sicheren Stand, nur der Rennkompressor von SKS und die Husky von Zéfal waren wegen der abklappbaren Füße etwas wackelig. Sehr gut gefiel die Air Tool von Specialized mit einem breiten Stand und einer guten Anti-Rutsch-Beschichtung, die ähnlich bei PRO und Fabric verwendet wird und auch mit Rennradschuhen für einen guten Halt sorgt.

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Testfazit kompakt

Eine sehr gute Pumpleistung mit gutem Ventilkopf, feiner und gut ablesbarer Skalierung und angenehm zu bedienen: Die Air Tool von Specialized überzeugt in allen Belangen und sichert sich so den Testsieg mit Bestnote. Nur knapp dahinter, aber deutlich günstiger ist die Floorpump Competition von PRO, ein klarer Preis-Leistungs-Tipp. Bei den Tubeless-Lösungen gefällt die JoeBlow Booster von Topeak als Gesamtlösung mit integrierter Pumpe. Clever ist die Ride Air von SKS, die in den Flaschenhalter passt und so zusätzlich als wiederverwendbare CO2-Kartusche benutzt werden kann.




Der RoadBIKE-Pumpentest

Pumpleistung (30 %): Um die Pumpleistung zu vergleichen, wurde mit allen Pumpen mehrfach ein Testkolben mit definiertem Volumen auf 6 und 8 bar aufgepumpt und die Zahl der notwendigen Hübe ermittelt. Um den Wert in die Praxis zu übertragen, wurde ein 25er-Reifen ebenfalls auf 6 und 8 bar aufgepumpt. Bewertet wurde nicht nur die reine Zahl der Hübe, sondern auch, wie viel Kraft bei hohen Drücken notwendig ist.

Manometer (10 %): Mittels des Testkolbens wurde die Genauigkeit der Manometer ermittelt: Wie groß ist die angezeigte Abweichung bei 6 oder 8 bar? Außerdem fließen die Ablesbarkeit sowie die Skalierung des Manometers in die Note ein.

Ventilkopf (30 %): Bewertet wurde, wie sicher der Ventilkopf auf dem Ventil sitzt: Fließt Luft am Ventil vorbei, oder landet wirklich alles im Schlauch? Wie sicher sitzt die Klemmung? Lässt sich der Hebel gut bedienen? Gibt es einen Ablassknopf, um zu stark aufgepumpte Reifen kontrolliert abzulassen?

Bedienung (30 %): Bei der Bedienung vergaben die Tester Noten für die Standsicherheit der Pumpe: Neigt sie zum Kippen oder steht sie fest? Ist auch mit Radschuhen ein sicherer Stand gewährleistet? Neigt der Kolben bei maximalem Auszug zum Verkanten? Liegt der Griff gut in der Hand, oder gibt es störende Kanten? Außerdem wurde gecheckt, ob man sich beispielsweise die Finger zwischen Griff und Kolben einklemmen kann.

28.03.2018
Autor: Christian Brunker
© RoadBIKE
Ausgabe 10/2017