Rennräder im Test

Testbericht: Trek Madone SLR 9 Disc (Modelljahr 2019)

Foto: Det Göckeritz RoadBIKE Aero-Rennräder im Test

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Tempo, Tempo, Tempo – das neue Trek Madone SLR 9 Disc giert nach Geschwindigkeit, belohnt seinen Fahrer mit sehr gutem Fahrverhalten und Top-Komfort am Heck.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • sehr sportliche Sitzposition
  • Kompaktkurbel passt nur bedingt

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Testurteil: Sehr gut (75 Punkte)

Das Ergebnis unseres Rennrad-Tests: Würde man sich ein Aero-Rad aufmalen, sähe es vermutlich aus wie das Trek Madone SLR 9 Disc: Mit seinen flächigen Rahmenprofilen und der leicht gedrungenen Form wirkt es wie der Prototyp eines Aero-Renners. Ein Eindruck, der sich auf der Straße nahtlos fortsetzt. Nicht nur, dass die Rahmengeometrie den Fahrer in eine kompromisslos sportliche Position bringt, auch der Sound des Madone spornt jeden ambitionierten Rennradfahrer sofort zu Höchstleistungen an. Wirken die voluminösen Rohr-Profile im Zusammenspiel mit den hohen Aeolus-XXX-Laufrädern doch wie Resonanzkörper und verstärken den Straßensound deutlich – gibt es motivierendere Musik für einen Rennradfahrer? Schwer vorstellbar.

Zudem giert das Madone geradezu nach Tempo und rollt, einmal auf Touren gebracht, extrem gut und ausdauernd. Aus dem Stand mögen andere Aero-Räder etwas agiler beschleunigen, aber den einmal erreichten Top-Speed ähnlich gut wie das Madone zu halten – das schaffen nur wenige.

Das zweite, absolut herausragende Merkmal ist der extrem hohe Federungskomfort im Heck. Dank des einstellbaren IsoSpeed-Systems am Oberrohr lässt sich die Nachgiebigkeit des Rahmens individuell justieren. So liefert das Madone den mit Abstand besten Komfortwert am Heck, einzig das Aeroad von Canyon kann in diesem Bereich mithalten. Damit ist das Madone wie gemacht für lange Solofluchten. Allerdings zählt das Rahmen-Gabel-Set deshalb auch nicht zu den leichtesten, was bei einem Aero-Rennrad noch verschmerzbar ist.

Erstaunen löste dagegen ein Blick auf die verbaute Kurbel aus: Setzen die Konkurrenten ausnahmslos auf Semi-Kompaktkurbeln (52/36), verbaut Trek eine 50/34-Kompaktkurbel, mit der kräftigen Fahrern bei Highspeed irgendwann die Gänge ausgehen.

Technische Daten des Test: Trek Madone SLR 9 Disc

Preis: 11.499 Euro
Gewicht: 7,7 kg
Rahmengewicht: 1864 g
Gabelgewicht:
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse) 2727 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 50/52/54/56/58/60/62 cm
Getestete Rahmenhöhe: 56 cm
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 79 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 98 N/mm
Komfort vorne: 436 N/mm
Komfort hinten: 169 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 74 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 84 Nm/Grad
Schaltgruppe: Shimano Dura Ace Di2, 11–30
Kurbelsatz: Shimano Dura Ace, 50/34
Bremse: Shimano Dura Ace, 160/160
Laufräder: Bontrager Aeolus XXX 6
Reifen: Bontrager R4, 25 mm
Vorbau: Trek Madone
Lenker: Trek Madone
Sattel: Bontrager
Sattelstütze: Madone

Profil:

Geometrie:

Fazit

Tempo, Tempo, Tempo – das neue Trek Madone SLR 9 Disc giert nach Geschwindigkeit, belohnt seinen Fahrer mit sehr gutem Fahrverhalten und Top-Komfort am Heck.

21.02.2019
Autor: Christian Brunker
© RoadBIKE
Ausgabe /2019, 2019, 2019, 2019