Rennräder im Test

Testbericht: Tommasini Fire (Modelljahr 2019)

Foto: Benjamin Hahn RoadBIKE Stahl-Rennräder im Test

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Das Tommasini Fire gefällt sportlichen Fahrern als klassische italienische Rennmaschine mit vielen Design-Optionen. Der Lenkkopf dürfte aber steifer sein.
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Bewertung

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Was uns nicht gefällt

  • weicher Lenkkopf

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Testurteil: Sehr gut (11 Punkte) (Rahmen-Set, max. 15 Punkte)

Das Ergebnis unseres Rennrad-Tests: Es gibt sie noch, die italienischen Rahmenschmieden in Familienbesitz. So wie Tommasini aus Grosseto in der südlichen Toskana. Seit 1948 schweißt Gründer Irio Tommasini Rennradrahmen, kürzlich feierte er seinen 85. Geburtstag. Das Tagesgeschäft führen mittlerweile seine Töchter Barbara und Roberta, und das mit Erfolg: Pro Jahr werden ca. 2500 Rahmen in Grosseto produziert und ein Großteil davon in alle Welt exportiert.

Ein Klassiker im Angebot ist dabei das Modell Fire, das seinen Namen nicht zu Unrecht trägt: eine Rennmaschine, schnell und wendig. Der unbändige Vortrieb begeistert vom ersten Meter an. Entspanntes Dahinrollen? Möglich, aber schwer durchzuhalten, denn das Fire drängt nach vorn und animiert immer zu einer sportlichen Gangart. Dabei bügelt das Rahmen-Set noch so manche Fahrbahn-Unebenheiten aus und sammelt nicht zuletzt dank seines ausgesprochen geringen Gewichts fleißig Punkte.

Vielleicht wäre ein bisschen mehr Materialeinsatz aber nicht verkehrt gewesen, denn der einzige dicke Wermutstropfen ist der weiche Lenkkopf: Mit 57 N/mm verfehlt das Fire auf dem Prüfstand deutlich den grünen Bereich (>70 N/mm), ab dem laut RB-Erfahrungen ein Rennrad bedenkenlos für alle Fahrergewichte zu empfehlen ist. Allein der breite Lenker und die sehr steifen Laufräder von Campagnolo fangen das Defizit gut auf und retten so den positiven Fahreindruck.

Enorm sind die Möglichkeiten, das Fire ganz nach Wunsch zu individualisieren: Neben der hier gezeigten Version mit Felgenbremse kann das Rad als Disc-Renner, Cyclocrosser, Gravel-Bike, Bahnrad oder Randonneur geordert werden. Oder nur als Rahmen-Set für 1899 Euro, ohne Aufpreis sogar auf Maß. In Sachen Optik stehen 18 Designs und 20 Farbtöne zur Auswahl, auch Sonderwünsche sind möglich. Trotzdem beträgt die Lieferzeit laut deutschem Importeur nur acht Wochen.

Technische Daten des Test: Tommasini Fire

Preis: 6279 Euro
Gewicht: 8,1 kg
Rahmengewicht: 2257 g
Gabelgewicht:
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse)
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 51–64 in 1cm-Schritten cm
Getestete Rahmenhöhe: 55 cm
Rahmenmaterial: Stahl (Columbus Spirit)
Lenkkopfsteifigkeit: 57 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 85 N/mm
Komfort vorne: 230 N/mm
Komfort hinten: 382 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad:
Laufradsteifigkeit Hinterrrad:
Schaltgruppe: Campagnolo Chorus, 12–29
Kurbelsatz: Campagnolo Chorus, 52/36
Bremse: Campagnolo Chorus
Laufräder: Campagnolo Bullet Ultra
Reifen: Vredestein Fortezza, 23 mm
Vorbau: Deda Zero 100
Lenker: Zero 100
Sattel: Selle Bassano
Sattelstütze: Deda Zero 100

Rahmenset:

Geometrie:

Fazit

Das Tommasini Fire gefällt sportlichen Fahrern als klassische italienische Rennmaschine mit vielen Design-Optionen. Der Lenkkopf dürfte aber steifer sein.

08.03.2019
Autor: Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE
Ausgabe /2019