Rennräder im Test

Testbericht: Storck Fascenario.3 Disc Platinum (Modelljahr 2018)

Foto: Björn Hänssler Storck Fascenario.3 Disc Platinum
Das Storck Fascenario.3 besticht mit Vorwärtsdrang und top Handling – Marathonisti und Langstreckensportler lieben solche Räder. Das Rahmen-Set ist recht schwer, Details wie die nach vorn „gekippte“ Lenker-Vorbau-Einheit und der Laufradeinbau nerven.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • 140-mm-Discs
  • Lenker leicht nach vorn gekippt

Testurteil

Testurteil sehr gut

Ein Trend im Segment der schnellen Straßensportler: Rahmen-Sets, die Leichtgewicht, hohe Stabilität, Federungskomfort und gute Aerodynamik unter einen Hut bringen wollen. Das ist der Anspruch des Fascenario.3, wie auch des Specialized-Renners im Test.

Die Aerodynamik lässt sich wegen unterschiedlicher Fahrerpositionierung auf den Rädern in einem Vergleichstest nicht seriös beziffern. Was sich dagegen messen lässt: Am Storck bringen die Rohrquerschnitte Mehrgewicht. Über 300 Gramm mehr wiegt das Set aus Rahmen, Gabel und Steuersatz als das leichteste Set im Vergleich (Trek) und das ebenfalls aero-dynamisch optimierte Specialized.

Dafür punktet das Storck als zweitsteifstes Set, und beim Federungskomfort hat das Fascenario.3 insgesamt die Nase klar vorn. Dazu montiert Storck die leichtesten Laufräder im Vergleich. Beste Vorausssetzungen für den nachhaltig mitreißenden Vorwärtsdrang, den man von Storck- Rädern kennt.

Gerade Langstreckensportler mögen zudem die ausgewogene Geometrie des Fascenario.3: Man sitzt sportlich-gestreckt, ohne zu starke Sattelüberhöhung. Dazu ist das Fascenario.3 extrem wendig, lenkt präzise, bietet dabei aber sichere Laufruhe für alle Tempoattacken. Auf der Straße hat Storck das Feld also meist hinter sich.

Leider lassen einige Details Raum für Kritik: Die schicke Lenker- Vorbau-Einheit passt nicht ganz zum Winkel des Gabelschafts und „kippt“ leicht nach vorn – die Lenkerenden sind nicht ganz waagerecht. Die Ausfallenden ohne Führung für die Naben nerven bei jedem Laufradeinbau. Und die Scheibenbremsen mit 140 mm Durchmesser sind für schwere Fahrer in den Bergen zu klein. Dafür punktet das Storck beim Preis: Im Direktvertrieb über den Webshop ist das Fascenario.3 günstiger als mancher Mitbewerber.

Technische Daten des Test: Storck Fascenario.3 Disc Platinum

Preis: 9697 Euro
Gewicht: 7,0 kg
Rahmengewicht: 1015 g
Gabelgewicht: 496 g
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: 2445 g
Vertriebsweg: Versandhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: SX/S/M/L/XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 84 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 115 N/mm
Komfort vorne: 316 N/mm
Komfort hinten: 167 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 74 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 85 Nm/Grad
Schaltgruppe: Shimano Dura-Ace, 11–28
Kurbelsatz: Shimano Dura-Ace, 52/36
Bremse: Shimano Dura-Ace Disc
Laufräder: DT Swiss PRC 1400 Spline db
Reifen: Conti Grandprix 4000sII, 25 mm
Vorbau: Storck RBSU 300
Lenker: Storck RBSU 300
Sattel: S. Italia SLS
Sattelstütze: Storck F.3

Geometrie:

Ausstattung:

Fazit

Das Fascenario.3 besticht mit Vorwärtsdrang und top Handling – Marathonisti und Langstreckensportler lieben solche Räder. Das Rahmen-Set ist recht schwer, Details wie die nach vorn „gekippte“ Lenker-Vorbau-Einheit und der Laufradeinbau nerven.

05.12.2018
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2018