Rennräder im Test

Testbericht: Storck Aerfast Platinum Disc (Modelljahr 2019)

Foto: Det Göckeritz RoadBIKE Aero-Rennräder im Test

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Wer schnell sein will, muss leiden? Nicht mit dem Aerfast Platinum Disc von Storck. Dank der etwas gemäßigteren Sitzposition gefällt es vor allem Speed-Süchtigen, die nicht ganz so extrem sitzen wollen.
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Was uns nicht gefällt

  • keine Komplett-Integration der Züge

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Testurteil: Sehr gut (77 Punkte)

Das Ergebnis unseres Rennrad-Tests: Bislang gab es von Storcks Top-
Aero-Renner Aerfast nur eine Version mit Felgenbremse, das Aerfast Platinum G2. Mit dem neuen Aerfast Platinum Disc hat Storck nun diese Lücke geschlossen und dabei unter anderem die Geometrie des Felgenbrems-
Modells übernommen. Auch bei der breitschultrigen Gabel, die den Luftstrom am Vorderrad optimieren soll, sind die Einflüsse klar erkennbar.

Auf der Straße fühlt sich das Aerfast Platinum Disc sofort vertraut an, wenn auch die Geometrie und damit die Sitzposition auf dem Rad eher an ein klassisches Rennrad denn an einen Extremsportler erinnert. Dieses Gefühl bestätigen die Zahlen aus dem RBMesslabor: Mit einem Stack-to-reach-Quotienten von 1,46 sitzt es sich etwas aufrechter und weniger sportlich-gestreckt als auf der Konkurrenz. Rennradfahrer, die ein schnelles Rad wollen, aber eine zu extreme Sitzposition scheuen, werden sich freuen.

Die weniger aggressive Sitzposition sollte aber keineswegs darüber hinwegtäuschen, dass das Aerfast ein verdammt schnelles Rad ist. Es beschleunigt extrem leichtfüßig und überzeugt mit seinem sehr ausgewogenen Fahrverhalten. Etwas längerer Radstand und größerer Gabelnachlauf sorgen überdies für angenehme Laufruhe, dennoch lenkt es agil ein und fährt sich keineswegs träge.

Allerdings offenbaren die RB-Messwerte neben guten Steifigkeitswerten im Lenkkopf und im Tretlager auch ein relativ hartes Heck. Langstreckenfahrer würden sich hier wohl mehr Federungskomfort wünschen. Davon abgesehen, trübt nur wenig den sehr guten Gesamteindruck. Dass Züge und Leitungen vorn nicht komplett integriert sind, mag ein theoretischer Aero-Nachteil sein, freut aber jeden Schrauber. Und ob die mechanische Dura-Ace standesgemäß ist, bleibt am Ende auch Geschmacksfrage.

Technische Daten des Test: Storck Aerfast Platinum Disc

Preis: 9698 Euro
Gewicht: 7,5 kg
Rahmengewicht: 1665 g
Gabelgewicht:
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse) 2736 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: XS/S/M/L/XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 77 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 115 N/mm
Komfort vorne: 288 N/mm
Komfort hinten: 461 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 86 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 85 Nm/Grad
Schaltgruppe: Shimano Dura Ace, 11–28
Kurbelsatz: Shimano Dura Ace, 52/36
Bremse: Shimano Dura Ace 160/160
Laufräder: DT Swiss PRC1400 Spline 65
Reifen: Conti GP4000 SII, 25 mm
Vorbau: LVB RBSU
Lenker: LVB RBSU
Sattel: Selle Italia
Sattelstütze: Storck SLS

Profil:

Geometrie:

Fazit

Wer schnell sein will, muss leiden? Nicht mit dem Aerfast Platinum Disc von Storck. Dank der etwas gemäßigteren Sitzposition gefällt es vor allem Speed-Süchtigen, die nicht ganz so extrem sitzen wollen.

21.02.2019
Autor: Christian Brunker
© RoadBIKE
Ausgabe /2019, 2019, 2019, 2019