Rennräder im Test

Testbericht: Stevens Super Prestige Force (Modelljahr 2018)

Foto: Björn Hänssler/RoadBIKE RoadBIKE Rennradtest Gravel und Cyclocross

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Dass Stevens wettkampftaugliche Crosser bauen kann, ist bewiesen: Das Super Prestige hat schon mehrere Weltmeistertitel eingefahren.
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Testurteil

Testurteil sehr gut
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Testurteil: Sehr gut (84 Punkte)

Geeignet für: Rennfahrer

Das Ergebnis unseres Rennrad-Tests: Darauf sind die Hamburger zu Recht stolz. In diesem Test macht das 2019er-Modell schon auf den ersten Metern klar, warum es so erfolgreich ist: Es fährt sich schnell, direkt und präzise. Das Stevens Super Prestige Force bringt den Fahrer in eine gestreckte Haltung mit ordentlich Sattelüberhöhung – ähnlich sitzen auch die Profis bei den großen Straßenrennen. Dazu bietet das Stevens Super Prestige Force sicheren Geradeauslauf, folgt aber noch direkter als das vergleichbare Cannondale in diesem Test. Denn Stevens bleibt bei der Lenkgeometrie noch näher am Straßen-Rennrad: Lenkwinkel und Gabelnachlauf würden so auch auf der Straße funktionieren. Mit diesen Voraussetzungen fährt sich das Stevens Super Prestige Force im Gelände sicher, aber sehr direkt, was sich ungemein motivierend auf den Fahrer auswirkt. Der einzige Kritikpunkt am Rahmen-Gabel-Set: Federungskomfort gibt’s hier nicht wirklich.

Pluspunkte sammelt das Stevens Super Prestige Force dagegen für die recht leichten Laufräder und die sehr griffigen, immer zuverlässigen Reifen. Beides Tubeless-ready – so kann es eigentlich beim nächsten Rennen direkt an den Start gehen. Da ergibt auch der Antrieb mit nur einem Kettenblatt und Kettenführung Sinn. Volle Anerkennung gibt es für die Ausstattung: Sram Force und die noble und leichte Carbon-Kurbel von Easton sind für den Preis ein Knaller! Einziger klitzekleiner Kritikpunkt: Das Lenkerband fanden die Tester bei Nässe etwas rutschig.

Angesichts der Geometrie nah am Straßen-Sportler zeichnet auch das Stevens Super Prestige Force aus, was moderne Crosser ausmacht: Mit anderer Bereifung funktioniert das Rad (mit breiteren Pneus) als schnelles Gravelbike, mit Slicks problemlos auf der Straße. Einzig der Antrieb mit einem Kettenblatt setzt dort Grenzen.

Technische Daten des Test: Stevens Super Prestige Force

Preis: 2999 Euro
Gewicht: 7,8 kg
Rahmengewicht: 1127 g
Gabelgewicht: 454 g
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse) 3271 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 50/52/54/56/58/60 cm
Getestete Rahmenhöhe: 56 cm
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 96 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 122 N/mm
Komfort vorne: 496 N/mm
Komfort hinten: 370 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 84 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 87 Nm/Grad
Schaltgruppe: Sram Force1, 11–36
Kurbelsatz: Easton EC90 SL, 40
Bremse: Sram Force HRD, 160 mm
Laufräder: Fulcrum Racing 500 db DRP
Reifen: Schwalbe X-One Allround, 33
Vorbau: Oxygen Scorpo
Lenker: Oxygen Scorpo
Sattel: Oxygen Triton
Sattelstütze: Scorpo Carbon

Profil:

Geometrie:

Fazit

Das Stevens Super Prestige Force ist ein mitreißender Crosser, das Testrad sofort bereit für die Rennstrecke. Die noble Ausstattung sorgt für geringes Gewicht, das steife Rahmen-Set ist sehr vielseitig. Nur beim Federungskomfort gibt’s Luft nach oben.

18.10.2018
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2018