Rennräder im Test

Testbericht: Scott Foil Premium Disc (Modelljahr 2019)

Foto: Det Göckeritz RoadBIKE Aero-Rennräder im Test

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Das Scott Foil Premium Disc beeindruckt durch seine Vielseitigkeit und den sehr hohen Fahrkomfort, der Rahmen ist herausragend konstruiert. Umso ärgerlicher sind die zu weichen Laufräder.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • untypisch breite Reifen
  • Laufräder klar zu weich

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Testurteil: Sehr gut (79 Punkte)

Das Ergebnis unseres Rennrad-Tests: Ob Etappensiege bei großen Rundfahrten oder Erfolge bei den Frühjahrsklassikern wie Paris–Roubaix: Das Foil Premium von Scott hat schon mehrfach seine Talente unter Beweis gestellt – bei unterschiedlichsten Anforderungen. Nicht zuletzt deshalb streicht Scott ausdrücklich den vielseitigen Ansatz seines Foil heraus. Es soll eben nicht nur ein maximal schneller Aero-Renner sein, es soll seinen Besitzer in allen Lebens- und Straßenlagen glücklich machen. Dass Scott dieses Versprechen ernst meint, wird schon beim Blick auf die Reifen deutlich. Anders als die Mitbewerber im Test, die mehrheitlich auf 25 Millimeter breite Pneus setzen, montieren die Schweizer 28er. Der Rollwiderstand sei kaum höher, der Komfortgewinn dafür beachtlich, heißt es zur Begründung von Scott. Und so fährt sich das Foil auch vom ersten Meter an sehr angenehm. Die Sitzposition fällt zudem nicht so extrem sportlich aus wie bei vielen Aero-Rennern.

Dennoch bewahrt das Foil seinen Charakter als extrem schnelles Aero-Rennrad, auch wenn es vielleicht nicht ganz so spritzig beschleunigt wie mancher Mitbewerber mit leichteren Reifen. Das größte Plus des Foil ist definitiv das herausragend konstruierte Rahmen-Gabel-Set. Der gute Komforteindruck – besonders am Heck – wird durch die breiteren Reifen noch einmal verstärkt.

Doch nicht nur das: In Sachen Steifigkeit lässt das Foil die Konkurrenz hinter sich – sowohl im Lenkkopf als auch im Tretlager –, ohne auf der anderen Seite zu viel Gewicht draufzupacken. Ein perfektes Gesamtpaket also? Leider nicht ganz, die montierten Zipp 303 NSW-Laufräder erweisen sich auf dem Prüfstand als klar zu weich: Steifigkeiten von gerade mal 55 bzw. 48 Nm/° liegen deutlich außerhalb des „grünen Bereichs“, der die für jedes Fahrergewicht ausreichende Steifigkeit definiert.

Technische Daten des Test: Scott Foil Premium Disc

Preis: 11.999 Euro
Gewicht: 7,4 kg
Rahmengewicht: 1651 g
Gabelgewicht:
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse) 2773 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 47/49/52/54/56/58/61 cm
Getestete Rahmenhöhe: 56 cm
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 93 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 129 N/mm
Komfort vorne: 384 N/mm
Komfort hinten: 270 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 55 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 48 Nm/Grad
Schaltgruppe: Shimano Dura Ace Di2, 11–30
Kurbelsatz: Shimano Dura Ace, 52/36
Bremse: Shimano Dura Ace 160/160
Laufräder: Zipp 303 NSW Firecrest
Reifen: Schwalbe One, 28 mm
Vorbau: Syncros Foil Combo
Lenker: Syncros Foil Combo
Sattel: Syncros
Sattelstütze: Syncros Foil Aero

Profil:

Geometrie:

Fazit

Das Scott Foil Premium Disc beeindruckt durch seine Vielseitigkeit und den sehr hohen Fahrkomfort, der Rahmen ist herausragend konstruiert. Umso ärgerlicher sind die zu weichen Laufräder.

21.02.2019
Autor: Christian Brunker
© RoadBIKE
Ausgabe /2019, 2019, 2019, 2019