Rennräder im Test

Testbericht: Scott Addict Gravel 30 (Modelljahr 2018)

Foto: Björn Hänssler/RoadBIKE RoadBIKE Rennradtest Gravel und Cyclocross

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Schick sieht es aus, das 2019er-Addict in der Gravel-Version.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • am Heck sehr hart
  • recht teuer

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Testurteil: Sehr gut (75 Punkte)

Geeignet für: Allesfahrer

Das Ergebnis unseres Rennrad-Tests: Und es macht dem Namen Addict alle Ehre – denn der steht für einen starken Sportsgeist. Das gilt auch noch für die Gravel-Variante, bei der Scott nicht dem Extrem amerikanisch geprägter Gravelbikes huldigt. Zwar sitzt man auch auf dem Addict Gravel durch das recht kurze Oberrohr entspannt, aber eben immer noch mit leichter Sattelüberhöhung. Auch der Radstand ist gemäßigt – in Kombination mit flachem Lenkwinkel und viel Gabelnachlauf steht sicherer Geradeauslauf im Mittelpunkt, doch das Gelände-Addict lässt sich schön mit dem Körpergewicht in Kurven drücken und folgt gern und gut durch jeden Radius.

Auch bei der Bereifung bleibt Scott gemäßigt: Die vielseitigen G-One Allround in der schmaleren 35-mm-Version bieten genug Halt auf festem Schotter, Wald- und Wiesenwegen, und sie rollen erstaunlich leicht. Ihr vergleichsweise geringes Gewicht und Volumen kommt dem Gravel-Addict spürbar zugute: Die Räder des Scott sind leichter als bei den ähnlich teuren Gravel-Rennern in diesem Test. So beschleunigt das Addict Gravel durchaus beherzt und wirkt – für ein Gravelbike – noch erfreulich lebendig.

So gut sich der Schweizer Alleskönner auf den Testrunden schlägt, so muss er sich bei den Daten und Messwerten Kritik gefallen lassen: Das Rahmen-Set ist gut konstruiert und steif, andere sind aber leichter. Schade: Durch die gerade Sattelstütze sitzt man zwar zentral über dem Tretlager, Federungskomfort bietet das Heck aber leider keinen. Nicht ganz so schlimm bei dem Reifenvolumen – aber mehr Komfort ist gerade bei den ausgedehnten Touren über jeden Untergrund – wofür sich das Addict Gravel wärmstens empfiehlt – immer gut. Punkte kostet auch die 105-Gruppe: Die funktioniert zwar tadellos, gemessen am Preis dürfte es aber auch eine Ultegra sein.

Technische Daten des Test: Rose Backroad Force

Preis: 2999 Euro
Gewicht: 8,8 kg
Rahmengewicht: 1110 g
Gabelgewicht: 477 g
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse) 3458 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: XS/S/M/L/XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 92 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 108 N/mm
Komfort vorne: 328 N/mm
Komfort hinten: 660 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 90 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 81 Nm/Grad
Schaltgruppe: Shimano 105, 11–32
Kurbelsatz: Shimano 105, 50/34
Bremse: Shimano 105 Disc, 160 mm
Laufräder: Syncros RP 2.0 Disc
Reifen: Schwalbe G-One Allr., 35 mm
Vorbau: Syncros RR 2.0
Lenker: Creston 2.0
Sattel: Syncros Tofino
Sattelstütze: R1.2 Carb.

Profil:

Geometrie:

Fazit

Schotter, Waldwege, Straße – das Scott Addict Gravel 30 überzeugt als sportlicher Allesfahrer – ganz klar ein Rennrad, nur eben ein geländegängiges. Kritik gibt’s für das harte Heck und den recht hohen Preis.

18.10.2018
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2018