Rennräder im Test

Testbericht: Rose Backroad Force (Modelljahr 2018)

Foto: Benjamin Hahn RoadBIKE Rennrad Neuheiten 2018

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Schaf im Wolfspelz: Trotz seiner breiten Reifen gefällt das neue Rose Backroad Force als vielseitiges Rennrad – für praktisch alle Gelegenheiten.
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Bewertung

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  • Sattelstütze nur aus Aluminium

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Testurteil: Sehr gut (80 Punkte)

Nicht täuschen lassen: Trotz der üppigen Bereifung und dem Namen Backroad Force, der anderes vermuten lässt, schickt Rose hier kein Gravel-Rennrad auf die Piste. Rose bezeichnet sein neues Modell als Marathoner. Auf den ersten Blick eine gewagte Einordnung. Doch schon nach der ersten Testrunde wird klar: Diese Beschreibung ist so passend, wie das ganze Konzept schlüssig.

Sicher: Die 32 mm breiten Reifen drücken auf die Waage und sorgen für ein sehr ruhiges, gelassenes Handling. Dazu kommt der sehr lange Radstand von 1027 mm. Damit qualifiziert sich das Rose Backroad Force nicht zum Sprintsieger oder Bergkönig. Doch es rollt viel schneller und folgt präziser, als man es angesichts dieser Eckdaten erwarten würde. Gepaart mit der leicht gestreckten Fahrerhaltung ohne starke Sattelüberhöhung und dem ordentlichen Federungskomfort geht dieses Konzept voll auf.

Rose schickt hier einen potenten Dauerläufer moderner Prägung auf die Straße, der alle Anforderungen von Vielfahrern erfüllt: Das knallbunte Backroad Force (Rose bietet auch eine dezentere Farbvariante an) folgt absolut zuverlässig und punktgenau, bleibt bei schnellen Abfahrten traumwandlerisch sicher, bietet dazu insgesamt sehr hohen Komfort. Obendrein bietet das Rose Backroad Force die Option, gelassen auch mal über wirklich miesen Asphalt oder festen Schotter zu rollen.

Allroad galore

So passt es perfekt in die neue Kategorie der Allroad-Rennräder: vielseitige Tourer mit erweitertem Radius. Diese Rennräder wildern im Revier von Crossern oder gar Mountainbike-Hardtails, bleiben im Kern aber so, wie man sich ein Rennrad wünscht: schnell, direkt und jederzeit motivierend willig.

Auch die Ausstattung passt zu den Anforderungen von Vielfahrern, Pendlern und abenteuerlustigen Tourern: Die fetten Reifen – eigentlich E-Bike-Pneus – drücken zwar auf die Waage (rund 500 Gramm pro Stück), bieten aber hohen Pannenschutz und sehr effektive Vibrationsdämpfung. Außerdem rollen die Slicks sehr gut. Die leichte Force-Schaltgruppe bietet ein breites Übersetzungsspektrum, die hydraulische Disc gefiel den Testern mit ihrer stressfreien Dosierbarkeit und zuverlässigen Funktion.

Einziger Minuspunkt: die Sattelstütze aus Alu. Gemessen am Preis des Testrades (2549 Euro), hätte man sich eine Carbon-Stütze gewünscht – die am Heck für noch besseren Federungskomfort sorgen würde. Wie fast alle anderen Bauteile lässt sich das im umfangreichen Konfigurator von Rose aber schnell ändern.

Hochwertiger Rahmen

Absolut überzeugen konnte das Set aus Rahmen und Gabel: Es zeigt sich ausgesprochen fahrstabil und ist damit für jedes Fahrergewicht und jedes Gelände gewappnet. Gabel und Hinterbau bringen Befestigungsösen zur Montage von Schutzblechen mit. Das Gewicht des Sets samt Steuersatz liegt bei rund 1500 Gramm – ein sehr guter Wert, gemessen an der starken Leistung – und im Vergleich zur Allroad-Konkurrenz.

Am Gesamtgewicht mögen sich die Geister scheiden: Die 8,4 Kilo gehen aufs Konto der Laufräder und der Reifen. Klar: Für Rennfahrer, Alpinisten und schnelle Marathon-Sportler ist das Backroad zu schwer. Wer aber nicht gegen die Uhr fährt, sondern vor allem möglichst grenzenlose Rennrad-Abenteuer erleben will, für den ist Roses neuer Alleskönner ein sehr überzeugendes Angebot.

Technische Daten des Test: Rose Backroad Force

Preis: 2549 Euro
Gewicht: 8,4 kg
Rahmengewicht: 1069 g
Gabelgewicht: 345 g
Vertriebsweg: Versandhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 51/54/57/59/62 cm
Getestete Rahmenhöhe: 57 cm
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 129 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 122 N/mm
Komfort vorne: 218 N/mm
Komfort hinten: 307 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 69 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 82 Nm/Grad
Schaltgruppe: Sram Force 22, 11–32
Kurbelsatz: Sram Force 22, 50/34
Bremse: Sram Force HydroR, 160
Laufräder: Rose DX-1650 Disc
Reifen: Schwalbe Durano E-Race, 32
Vorbau: Zipp Course SL
Lenker: Zipp Course SL
Sattel: S. Italia SLR X
Sattelstütze: Zipp Course SL

Profil:

Geometrie:

Fazit

Trotz fetter Reifen und üppigen 8,4 Kilo Gesamtgewicht ist das neue Rose Backroad Force ein echtes Rennrad – kein Rennsportler, sondern ein vielseitiger Alleskönner für Tourer, Vielfahrer und Pendler. Das Rahmen-Set ist bestens konstruiert, die im Konfigurator wählbare Ausstattung funktioniert tadellos – nur die Sattelstütze dürfte aus Carbon sein. Wer ein modernes Allroad-Rennrad sucht, ist mit dem Rose Backroad Force gut bedient.

14.12.2017
Autor: Felix Böhlken, Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE