Rennräder im Test

Testbericht: Progress Phase

Foto: Daniel Geiger/Benjamin Hahn Progress Phase
Das Progress Phase überzeugt durch hohen, spürbaren Sitzkomfort und fühlt sich auf welligen Rollerpassagen wie zu Hause.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • setzt plötzliche Lenkbefehle etwas undifferenziert um
  • schwache Bremsbeläge verschlechtern die Bremswirkung
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Wie wird der zebra-farbige Spanier sein Test-Debüt auf deutschem Boden geben? Spielerisch leicht beginnt die Testfahrt nach dem Einrollen mit den ersten Antritten, und das Phase prescht dabei ordentlich nach vorne, ein paar schnelle Lenkbewegung, und die ersten Stärken und Schwächen offenbaren sich schnell: Aus dem Sitzen heraus lässt sich der Carbon-Renner am besten beschleunigen, im Wiegetritt und bei plötzlichen Richtungsänderungen kommt aber etwas Unruhe auf – ohne dabei nervös zu werden, zeigt sich hier der spürbar weiche Lenkkopf.

Seine überwiegend harmonische Fahrweise steht dem Spanier gut zu Gesicht, seine Stärke ist ohne Zweifel der spürbare Sitzkomfort und die dazu passende, ausgewogene bis leicht gestreckte Sitzposition. Die moderate Sattelüberhöhung unterstützt das sportliche Potenzial, das der leichte Carbonrahmen besitzt. Mit leichteren Lauf­rädern als dem mit 2604 Gramm doch schweren Set würde der Einsatzbereich deutlich wachsen – denn auch Rennfahrer freuen sich, wenn sie komfortabel und kräfteschonend zum Schlusssprint jagen und profitieren vom hohen Komfort des Phase. Rouleure unter 75 Kilo kommen mit dem Progress ohnehin stets sicher und problemlos zurecht.

Ein Blick auf die Messdaten bestätigt die positiven wie negativen Fahreindrücke. Während die Seitensteifigkeiten der Gabel und Vorderräder durchschnittliche Werte liefern, ist das weiche Steuerrohr hauptverantwortlich für die undifferenzierte Lenkung. Gegenüber dem seitenschwachen Vorderrad ist das Hinterrad beidseitig 2-fach gekreuzt eingespeicht und sorgt für ausreichend Stabilität im Wiegetritt – bei beiden Laufrädern fallen aber auch Miniatur-Kugellager und nur kleine Auflageflächen an den Naben auf. Hier gehört regelmäßige Lagerkontrolle und sorgsamer Umgang zum Pflichtprogramm.

Ein guter Wurf gelingt den Konstrukteuren mit der ergonomischen Form des Carbonlenkers. Die selten so gut gelungene Grifffläche am Oberlenker fügt den Lenker perfekt in die komfortable Ausrichtung des iberischen Zebras ein – vom zu knapp geratenen Unterlenker abgesehen.

In Deutschland ist das Sortiment der spanischen Marke über Progress Cycles in Remseck zu beziehen.

Technische Daten des Test: Progress Phase

Preis: 3200 Euro
Gewicht: 7410 g
Rahmengewicht: 1058 g
Gabelgewicht: 421 g
Rahmenhöhen: 50/54/56 (L)/58 cm
Getestete Rahmenhöhe: 56 (L) cm
Rahmenmaterial: Carbon
Sitzwinkel: 73,5 °
Lenkwinkel: 72,5 °
Sitzrohr: 530 mm
Oberrohr: 565 mm
Steuerrohr: 160 mm
Lenkkopfsteifigkeit: 55 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 92 N/mm
Komfort: 223 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 61 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 78 Nm/Grad
Schaltgruppe: Shimano Ultegra, 12–25
Kurbelsatz: Sh. Ultegra/FC-R700, 50/34
Bremse: Shimano Ultegra
Laufräder: Progress Phantom
Reifen: Conti GP 4000 S, 23 mm
Gabel: Progress
Gabelmaterial: Vollcarbon
Steuersatz: Progress, integriert
Vorbau: PG-101
Lenker: PG-901
Sattel: Selle Italia SLR
Sattelstütze: PG-601, Ø 31,6 mm

* 0-20 schwach, 20-40 befriedigend, 40-60 gut, 60-80 sehr gut, 80-100 überragend

Einschätzungen

Fazit

Das Progress Phase überzeugt durch hohen, spürbaren Sitzkomfort und fühlt sich auf welligen Rollerpassagen wie zu Hause.

05.10.2009
Autor: Felix Böhlken/Martin Böckelmann
© RoadBIKE
Ausgabe /2009