Rennräder im Test

Testbericht: Look 566 Origin

Foto: Daniel Geiger/Benjamin Hahn Look 566 Origin
Der individuelle Rahmen des Look bietet viel Komfort und Laufruhe – der Lenkkopf müsste aber deutlich steifer sein.
Zu den getesteten Produkten

Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • weicher Lenkkopf sorgt bei höherem Tempo für Unsicherheit
  • Ausstattung funktional, aber weit unter Klassendurchschnitt
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Look erfand das Klickpedal und gilt als Pionier im Carbonrahmenbau. Nach wie vor werden im Stammwerk im Burgund alle Rahmen endverarbeitet, die teureren Modelle werden dort sogar komplett produziert. Eine Seltenheit in Zeiten der kostenoptimierten Fernost-Massenproduktion.

Der neue Einstiegsrenner von Look, das 566, kostet daher als Rahmen-Gabel-Set immerhin 1799 Euro, das hier getestete günstigste Komplettrad mit Shimanos 105-Gruppe und Mavic Aksium-Laufrädern 2299 Euro. Schnäppchenjäger und Internetkäufer wenden sich da kopfschüttelnd ab, Individualisten erfreuen sich an dem fein verarbeiteten Rahmen mit seinen auffälligen Details wie dem Knick im vorderen Teil des Oberrohrs. Dieser soll, wie die speziell geformten Kettenstreben, für viel Dämpfungskomfort sorgen – Look hat die Bedeutung des Themas früh erkannt und zeigt mit interessanten Lösungen, dass die Marke nicht vom großen Namen leben will, sondern von zeitgemäßer Entwicklungsarbeit.

Die Laborwerte wie die Praxiserfahrungen bestätigen die wirkungsvolle Rahmendämpfung, die ihr Äquivalent in einer sehr angenehmen Sitzposition und hoher Laufruhe findet. Die Entwickler sorgen durch moderate Eingriffe in die Geometrie für hohen Wohlfühlfaktor und haben das Konzept eines angenehmen und ruhigen Tourers konsequent umgesetzt. Nur am harten Alu-Lenker mit seinem zu dünnen Lenkerband störten sich die Tester, es passt nicht zum sonst sehr hohen Komfort des 566.

So bequem das Look seinem Fahrer Platz bietet, so entspannt lässt es sich bewegen. Der Vortrieb geht in Ordnung, die Laufruhe sucht ihresgleichen. Durch den langen Radstand und mit viel Gabelnachlauf hält es unbeirrt die Spur – verlangt aber etwas Körpereinsatz, wenn es sich in enge Kurven legen soll.

Hier spüren dann auch selbst leichte Fahrer den einzigen, aber leider deutlich spürbaren Schwachpunkt des Burgunders: Der viel zu weiche Lenkkopf. Richtungswechsel führt das Look unpräzise aus, bei höherem Tempo kommt das ganze vordere Rahmendreieck etwas ins Schwimmen. Bei schnellen Abfahrten bedeutet das ein unsicheres, wenngleich noch nicht gefährliches Fahrverhalten, was gerade entspannte Tourenfahrer sehr stören dürfte.

Technische Daten des Test: Look 566 Origin

Preis: 2299 Euro
Gewicht: 8360 g
Rahmengewicht: 1186 g
Gabelgewicht: 360 g
Rahmenhöhen: 49/51/53/55/57 cm
Getestete Rahmenhöhe: 55 cm
Rahmenmaterial: Carbon
Sitzwinkel: 74 °
Lenkwinkel: 72 °
Sitzrohr: 545 mm
Oberrohr: 575 mm
Steuerrohr: 205 mm
Lenkkopfsteifigkeit: 54 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 96 N/mm
Komfort: 240 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 68 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 78 Nm/Grad
Schaltgruppe: Shimano 105, 12–25
Kurbelsatz: Shimano 105, 50/34
Bremse: Shimano 105
Laufräder: Mavic Aksium
Reifen: Hutchinson Equinox, 23 mm
Gabel: Look 566 Carb. Comf.
Gabelmaterial: Vollcarbon
Steuersatz: FSA, integriert
Vorbau: VO2
Lenker: VO2
Sattel: Selle San Marco Ponza
Sattelstütze: Selcof Premium, Ø 27,2 mm

* 0-20 schwach, 20-40 befriedigend, 40-60 gut, 60-80 sehr gut, 80-100 überragend

Einschätzungen

Fazit

Der individuelle Rahmen des Look bietet viel Komfort und Laufruhe – der Lenkkopf müsste aber deutlich steifer sein.

05.10.2009
Autor: Felix Böhlken/Martin Böckelmann
© RoadBIKE
Ausgabe /2009