Rennräder im Test

Testbericht: Cube Litening C62 (Modelljahr 2016)

Foto: Benjamin Hahn RoadBIKE Cube Litening C62
Das Cube Litening C62 begeistert heute wie damals als astreiner Spitzensportler. Die Unterschiede zu früher zeigen sich in puncto Gewicht, Steifigkeiten und Komfort, die Ausstattung funktioniert klar besser. Und das alles zum fairen Preis.
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Testurteil

Testurteil sehr gut

Testurteil: Sehr gut (82 Punkte)

Das Ergebnis unseres Rennrad-Tests: „Das Litening begeistert auf ganzer Linie.“ Die RoadBIKE-Tester waren voll des Lobes für Cubes Litening Baujahr 2006 – und vergaben die Bestnote „überragend“. Und heute?

Das aktuelle Cube Litening C62, nun mit dem Namenszusatz C62, lässt sich wunderbar mit dem damaligen Testrad vergleichen: Am zeitgemäßen Carbon-Rahmen sitzt eine mechanische Ultegra-Gruppe nebst zur Preisklasse passenden Laufrädern. Der Durchschnittspreis solcher Carbon-Bestseller lag damals bei 2300 Euro, heute um 2700 Euro – Cube bleibt jeweils etwas darunter. Starke Preise zeichnen Cube-Renner seit jeher aus – und ihr klarer Charakter.

In diesem Punkt unterscheidet sich das aktuelle Cube Litening C62 nicht vom Modell von vor 10 Jahren: Beide sind schnörkellose Rennsportler. Man sitzt eher kompakt und mit starker Sattelüberhöhung. Zusammen mit dem recht kurzen Radstand folgt das Cube Litening heute wie damals sehr direkt, wirkt dabei stets mitreißend willig und lebendig. Kriteriums-Rennfahrer, Sprinter und Tempobolzer sind von dieser ehrlichen, direkten Art begeistert.

In diesem Punkt bleibt Cube auch 2016 eher traditionell – die Renner sind schnell, direkt, ehrlich. Tourer und Vielfahrer wünschen sich mehr Sitzkomfort und eine gelassenere, ruhigere Gangart. Ein unverändert sportlicher Charakter also, den Cube seinem Litening über eine Dekade bewahrt hat – wo liegen die Unterschiede? Schon auf den ersten Blick sieht man: Damals außen liegende Züge und Tretlager, heute liegt alles chic im Rahmen – was aber auch mehr Serviceaufwand beim Zugwechsel bedeutet – das Los nahezu aller aktuellen Rahmen.

Beim Blick auf die Messwerte zeigt sich – wie bei der Ausstattung des Litening –, was sich in den letzten 10 Jahren Carbon-Rahmenbau getan hat: Damals waren die ermittelten 1150 Gramm Rahmengewicht „Spitze des Leichtbaus“, wie im Test zu lesen war. Heute ist der Rahmen 100 Gramm leichter, dabei steifer, und er bietet für einen Sportler ordentlichen Federungskomfort.

Das komplette Rahmen-Set des aktuellen Cube Litening C62 – wohlgemerkt die günstigere und damit etwas schwerere Variante – wiegt 1349 Gramm. Ungefähr dieses Gewicht zeigte vor 10 Jahren die Waage bei Scotts CR1 an – einem teuren Top-Modell und damals der Maßstab im Carbon-Rahmenbau.

Auch auf der Straße lässt das aktuelle Cube Litening C62 viele Mitbewerber hinter sich – aktuelle, klar. Aber natürlich auch jedes Rennrad aus dem Jahr 2006: Es beschleunigt leichtfüßig, folgt messerscharf und beflügelt seinen Fahrer. Für sich betrachtet ein famoses Rennrad, im Vergleich zu damals unerreichbar. Vor allem auch in den Details: Die aktuelle Ultegra-Schaltung wechselt die Gänge ungleich schneller und mit weniger Handkraft. Und auch die Bremsen bedeuten einen Quantensprung im Vergleich zu 2006.

Technische Daten des Test: Cube Litening C62

Preis: 2599 Euro
Gewicht: 7,4 kg
Rahmengewicht: 952 g
Komfort vorne: 329 N/mm
Komfort hinten: 270 N/mm
Gabelgewicht: 338 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 50/52/54/56/58/60/62
Getestete Rahmenhöhe: 56
Rahmenmaterial: Carbon
Schaltgruppe: Shimano Ultegra, 11–28
Kurbelsatz: Shimano Ultegra, 50/34
Bremse: Shimano Ultegra
Laufräder: Fulcrum Racing 55
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse) 1528 g
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 97 N/mm
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 83 N/mm
Reifen: Schwalbe One, 25
Vorbau: Cube Performance
Lenker: Wing Race
Sattel: Selle Italia X1
Sattelstütze: Cube Perf.

Profil:

Geometrie:

Fazit

Das Cube Litening C62 begeistert heute wie damals als astreiner Spitzensportler. Die Unterschiede zu früher zeigen sich in puncto Gewicht, Steifigkeiten und Komfort, die Ausstattung funktioniert klar besser. Und das alles zum fairen Preis.

26.01.2017
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2016