Rennräder im Test

Testbericht: Cinelli Vigorelli Road (Modelljahr 2019)

Foto: Benjamin Hahn RoadBIKE Stahl-Rennräder im Test

Fotostrecke

Rennrad und Lifestyle – das Cinelli Vigorelli Road bringt beides zusammen. Kleine Abstriche in Labor und Praxis trüben den guten Gesamteindruck nur wenig.
Zu den getesteten Produkten

Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Rahmen-Set etwas übergewichtig und wenig komfortabel

Testurteil

Testurteil gut
Loading  

Testurteil: Gut (8 Punkte) (Rahmen-Set, max. 15 Punkte)

Das Ergebnis unseres Rennrad-Tests: Seit 2006 produziert Cinelli das Vigorelli fast unverändert. Ursprünglich als Bahnrahmen konzipiert, hat es sich mit großem Erfolg als Fixie in den Metropolen der Welt etabliert: Kurierfahrer und Großstädter nutzen es ebenso wie Rennfahrer bei Fixed-Gear-Kriterien (wo die 1947 gegründete Traditionsmarke sogar ein Team sponsert).

Mit dem Modell Vigorelli Road spricht Cinelli die breitere Gruppe der Rennradfahrer an, die auf Schaltung und Bremsen nicht verzichten wollen. Seinen Ursprüngen bleibt das Rad dennoch treu: Vorn dreht sich nur ein einzelnes Kettenblatt, die Anmutung ist sportlich und stylish zugleich. Die Lackierung in Lila fällt auf, das farblich passende Lenkerband rundet das Ganze ab. Hingucker sind die Lichtspiegelungen in den Chrom-Schriftzügen. Der Hersteller selbst bezeichnet das Vigorelli Road als „das vielleicht aggressivste Stahlrennrad der Welt“. Ganz unrecht haben die Produktmanager damit nicht: Die Sitzposition fällt sportlich-gestreckt aus, das Handling wendig, ohne nervös zu werden, das hohe Tretlager erlaubt es, auch in Schräglage lange mitzutreten, bevor das Pedal aufsetzt. Der Fahreindruck hingegen ist zwar sportlich, aber weniger feurig, als Geometriedaten, Optik und Herstelleraussagen das erwarten lassen.

Im Labor zeigte sich leichtes Übergewicht beim Rahmen-Set, das auch einzeln erhältlich ist (829 Euro), sowie mäßige Komfortwerte, die mit aufs Konto der Alu-Sattelstütze mit 31,6-mm-Klemmmaß gehen. Dafür stellt die Tretlagersteifigkeit so manchen aktuellen Carbon-Rahmen in den Schatten.

Nicht aufklären konnte Cinelli, warum das Rad mit Hochprofillaufrädern von Vision zum Test kam. Denn auf der Website ist es mit anderen, sündteuren Carbon-Laufrädern abgebildet, laut Ausstattungsliste wird es dagegen mit günstigen Shining-Laufrädern aus Taiwan ausgeliefert, die zum attraktiven Preis des Komplettrads passen.

Technische Daten des Test: Cinelli Vigorelli Road

Preis: 1550 Euro
Gewicht: 8,8 kg
Rahmengewicht: 2599 g
Gabelgewicht:
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse)
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: XS/S/M/L/XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Stahl (Columbus Thron)
Lenkkopfsteifigkeit: 72 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 117 N/mm
Komfort vorne: 379 N/mm
Komfort hinten: 475 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad:
Laufradsteifigkeit Hinterrrad:
Schaltgruppe: Sram Apex, 11–36
Kurbelsatz: Sram Apex1, 42T
Bremse: Sram Apex
Laufräder: Vision Trimax Carbon 45
Reifen: Michelin Power Race 25 mm
Vorbau: Cinelli
Lenker: Cinelli
Sattel: Cinelli SSM Monza
Sattelstütze: Cinelli

Rahmenset:

Geometrie:

Fazit

Rennrad und Lifestyle – das Cinelli Vigorelli Road bringt beides zusammen. Kleine Abstriche in Labor und Praxis trüben den guten Gesamteindruck nur wenig.

08.03.2019
Autor: Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE
Ausgabe /2019