Rennräder im Test

Testbericht: Cervélo R5 Disc (Modelljahr 2018)

Foto: Benjamin Hahn RoadBike Einzeltest 2018 - Cervelo R5 Disc

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Das neue Cervelo R5 Disc „passt“ Rennfahrern wie angegossen, es fährt und folgt vorbildlich, ist bereit für alle Herausforderungen großer Etappenrennen. Kurz: ein mitreißender Supersportler. Das Rahmen-Set ist extrem steif und federt gut, nur beim Gewicht sind einige Mitbewerber teils deutlich besser.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Aero-Felgen sind etwas schwer
  • Vorderrad wenig steif

Testurteil

Testurteil sehr gut

Da überrascht es fast, dass die Entwickler der kanadischen Kultmarke erklären, die Schwerpunkte bei der Entwicklung des neuen Top-Modells R5 auf Handling und Fahrerpositionierung gelegt zu haben.

Nimmt man auf dem edlen Supersportler Platz, wird schnell klar, was gemeint ist: Dieses Rad passt wie angegossen, und es fährt genauso, wie man es von einem Rennsportler erwartet. Genauer: Wie ein Profi das erwartet. Das neue R5 ist eine Blaupause des perfekten Etappen-Renners. Man sitzt mit sportlicher Streckung, aber ohne zu extreme Sattelüberhöhung. Durch das etwas tiefer gelegte Tretlager fühlt man sich perfekt mit dem Rad verbunden, man sitzt „im“ R5 anstatt darauf.

Dazu gesellen sich ein beruhigender Geradeauslauf und sichere Laufruhe bei hohem Tempo – durch die verkürzten Kettenstreben folgt das R5 dennoch sehr bereitwillig und präzise. Dieses mitreißende Fahrerlebnis geht auf das Konto des extrem fahrstabilen Rahmen-Sets. Das neue R5 ist steifer als alle Top-Renner, die ROADBIKE für Ausgabe 11/2018 auf den Prüfständen hatte. Zudem bietet es am Heck hervorragenden Federungskomfort. Nur auf der Waage zeigt sich, was die Entwickler angekündigt hatten: Mit rund 1,5 Kilo ist das Rahmen-Gabel-Set 300 Gramm schwerer als die leichtesten aktuellen Disc-Renner.

Auf der Straße spürbar ist aber höchstens das Mehrgewicht der Laufräder: Durch die 35 Millimeter hohen Aero-Felgen wiegen sie 200 Gramm mehr als die leichtesten, die aktuell in der Top-Klasse verbaut werden (siehe auch RB 11/2018). Damit rollt das R5 bestens und hält gern hohes Tempo – am Berg und beim Antritt ist es allenfalls ein Quäntchen zurückhaltender –, aber keineswegs langsam.

Technische Daten des Test: Cervélo R5 Disc

Preis: 8999 Euro
Gewicht: 7,2 kg
Rahmengewicht: 905 g
Gabelgewicht: 390 g
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse) 2629 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 48/51/54/56/58/61
Getestete Rahmenhöhe: 56
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 93 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 128 N/mm
Komfort vorne: 320 N/mm
Komfort hinten: 177 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 68 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 85 Nm/Grad
Schaltgruppe: Sram Red eTap, 11–28
Kurbelsatz: Sram Red, 52/36
Bremse: Sram Red HRD, 160 mm
Laufräder: DT Swiss PRC 1450 Spline 35
Reifen: Conti Grandprix 4000sII, 25mm
Vorbau: Cervélo Carbon Stem
Lenker: Cervélo AB06
Sattel: Astute Skyline
Sattelstütze: Cervélo Carb.

Geometrie:

Ausstattung:

Fazit

Das neue Cervelo R5 Disc „passt“ Rennfahrern wie angegossen, es fährt und folgt vorbildlich, ist bereit für alle Herausforderungen großer Etappenrennen. Kurz: ein mitreißender Supersportler. Das Rahmen-Set ist extrem steif und federt gut, nur beim Gewicht sind einige Mitbewerber teils deutlich besser.

02.01.2019
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2018