Rennräder im Test

Testbericht: Canyon Grail CF SL 8.0 Di2 (Modelljahr 2018)

Foto: Björn Hänssler/RoadBIKE RoadBIKE Rennradtest Gravel und Cyclocross

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Dieses Fahrrad polarisiert. Gravelbikes sind ohnehin Gegenstand hitziger Debatten, doch das Canyon Grail CF SL 8.0 Di2 setzt da noch einen drauf: Manch einer findet den Lenker innovativ, andere schlicht indiskutabel.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Cockpit bringt Fahrer im Oberlenker in sehr entspannte Position

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Testurteil: Sehr gut (76 Punkte)

Geeignet für: Abenteuerlustige

Das Ergebnis unseres Rennrad-Tests: Canyon sagt, er soll die Federung an der Front wirksam verbessern. Die Messungen von RoadBIKE zeigen, dass der Oberlenker umso besser federt, je weiter mittig man ihn greift. Im Gelände sicherer ist der Griff in die Brems-/Schaltgriffe – dann ist die Federung des Cockpits immer noch ordentlich. Geschmacksache ist die Position, in die das recht hohe Cockpit den Fahrer bringt: Man sitzt recht kurz und aufrecht. Beim Griff in den Unterlenker wird die Haltung sportlicher. Vielfahrer, Gelände-Tourer und Reiseradler mögen diese angenehme Haltung.

Diese Klientel fährt voll auf das Canyon Grail CF SL 8.0 Di2 ab: Das zum Test bestellte Modell mit mechanischer Ultegra sei bereits ausverkauft, hieß es in Koblenz, darum hat RoadBIKE die teurere Version mit elektronischer Schaltung getestet.

Und auch abgesehen vom Cockpit bleibt festzuhalten: Das Grail-Konzept funktioniert bestens. Passend zur entspannten Haltung und der effektiven Federung, die der Lenker und, viel mehr noch, die Sattelstütze und die 40 mm breiten Reifen im Zusammenspiel generieren, ist das Canyon Grail CF SL 8.0 Di2 vor allem ein starker Roller. Und das in jedem Geläuf: Ruppigen Untergrund bügeln die Reifen locker weg, auf festem Boden rollen sie erstaunlich gut. Klar, Gewicht und Volumen spürt man bei jedem Antritt, und der ausgeprägte Geradeauslauf ist sportlichen Fahrern etwas zu stoisch. Doch gemessen an dieser geländegängigen Ausrichtung, folgt und reagiert das Canyon Grail CF SL 8.0 Di2 bereitwilliger und direkter, als man erwarten würde.

Volle Punktzahl gibt es für das starke Rahmen-Set: Kein anderes Gravel-Modell war im RoadBIKE-Test bisher leichter, dazu ist es sehr steif und federt zudem, wie erwähnt, bestens.

Technische Daten des Test: Canyon Grail CF SL 8.0 Di2

Preis: 3299 Euro
Gewicht: 8,6 kg
Rahmengewicht: 957 g
Gabelgewicht: 397 g
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse) 3614 g
Vertriebsweg: Versandhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 2XS/XS/S/M/L/XL/2XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 85 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 109 N/mm
Komfort vorne: 346 N/mm
Komfort hinten: 126 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 79 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 82 Nm/Grad
Schaltgruppe: Shimano Ultegra Di2, 11–34
Kurbelsatz: Shimano Ultegra, 50/34
Bremse: Shimano Ultegra, 160 mm
Laufräder: DT Swiss C1800 Spline db
Reifen: Schwalbe G-One Bite, 40 mm
Vorbau: Canyon CPO7
Lenker: Canyon CPO7
Sattel: Fizik Aliante R5
Sattelstütze: Canyon VCLS2

Profil:

Geometrie:

Fazit

Das Canyon Grail CF SL 8.0 Di2 ist ein starker Geländegänger mit hohem Komfort und zuverlässigem Handling. Gemessen an dieser Ausrichtung, rollt und folgt es aber durchaus gut – viel besser, als mancher das erwarten würde. Ausstattung und Rahmen sind top!

18.10.2018
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2018