Rennräder im Test

Testbericht: Cannondale SystemSix Hi-Mod (Modelljahr 2019)

Foto: Det Göckeritz RoadBIKE Aero-Rennräder im Test

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Das SystemSix Hi-Mod von Cannondale liebt hohe Geschwindigkeiten und ist eine ausgewiesene Roller-Maschine mit leichten Schwächen in Sachen Komfort.
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Testurteil

Testurteil gut
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Testurteil: Gut (70 Punkte)

Das Ergebnis unseres Rennrad-Tests: Lange hat sich Cannondale dem Thema verweigert und verzichtete auf einen Aero-Renner im eigenen Portfolio. Doch irgendwann war offensichtlich der Druck von den unterstützten Profiteams und vom Markt so groß, dass die Amerikaner geliefert haben. Das Resultat ist das im vergangenen Jahr vorgestellte SystemSix Hi-Mod, das ausschließlich als Disc-Modell erhältlich ist, um Rahmen, Gabel, Laufräder und Reifen aerodynamisch optimal aufeinander abstimmen zu können, wie Cannondale betont. Auch die Lenker-Vorbau-Einheit wurde eigens für das SystemSix entwickelt, um Kabel und Leitungen bestmöglich integrieren zu können. Praktisch: Cannondale verwendet geteilte Spacer, die sich öffnen lassen. So lässt sich die Höhe des Vorbaus anpassen, ohne Züge oder Kabel zu entfernen.

Und auf der Straße? Schon nach wenigen Kilometern wird klar: Das SystemSix ist schnell. Das Fahrgefühl erfüllt alle Erwartungen, die man an ein Aero-Rad haben darf. Seinen Fahrer treibt es dank der satten Straßenlage immer wieder an, Vollgas zu geben. Andere Räder im Test mögen vielleicht besser zu beschleunigen sein, aber kommt das SystemSix erst einmal auf Touren, rollt es dank der 64 Millimeter hohen HollowGram-Laufräder extrem gut.

Dennoch agiert das Cannondale agil und wendig, ohne sich je unruhig anzufühlen. Der etwas schmalere Lenker bringt die Arme in Unterlenkerhaltung aerodynamisch günstig zusammen, ist aber gewöhnungsbedürftig.

Im RoadBIKE-Labor zeigten sich die inneren Werte des Renners: Sowohl am Lenkkopf wie auch im Tretlager bietet das SystemSix sehr ordentliche Steifigkeitswerte, auf der anderen Seite offenbart der Rahmen Schwächen beim Federungskomfort – insbesondere am Heck. Auch die schmalen 23-mm-Reifen, die der Hersteller montiert, tragen nicht zu einem besseren Komforteindruck bei.

Technische Daten des Test: Cannondale SystemSix Hi-Mod

Preis: 10.499 Euro
Gewicht: 7,8 kg
Rahmengewicht: 1701 g
Gabelgewicht:
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse) 2710 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 47/51/54/56/58/60/62 cm
Getestete Rahmenhöhe: 56 cm
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 85 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 103 N/mm
Komfort vorne: 342 N/mm
Komfort hinten: 455 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 70 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 78 Nm/Grad
Schaltgruppe: Shimano Dura Ace Di2, 11–30
Kurbelsatz: Shimano Dura Ace, 52/36
Bremse: Shimano Dura Ace, 160/140
Laufräder: HollowGram Knot 64
Reifen: Vittoria Rubino Pro, 23 mm
Vorbau: Cannondale Knot System
Lenker: Cannondale Knot System
Sattel: Prologo
Sattelstütze: Cannondale Knot

Profil:

Geometrie:

Fazit

Das SystemSix Hi-Mod von Cannondale liebt hohe Geschwindigkeiten und ist eine ausgewiesene Roller-Maschine mit leichten Schwächen in Sachen Komfort.

21.02.2019
Autor: Christian Brunker
© RoadBIKE
Ausgabe /2019, 2019, 2019, 2019