Rennräder im Test

Testbericht: Bombtrack Tempest (Modelljahr 2019)

Foto: Benjamin Hahn RoadBIKE Stahl-Rennräder im Test

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Bombtrack liefert eine moderne Interpretation von Stahl und gefällt mit eigenständigem Auftritt. Etwas weniger Gewicht und eine klarere Ausrichtung stünden dem Bombtrack Tempest gut zu Gesicht.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Rahmen-Set, Laufräder und Disc drücken aufs Gewicht

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Testurteil: Sehr gut (10 Punkte) (Rahmen-Set, max. 15 Punkte)

Das Ergebnis unseres Rennrad-Tests: Achtung, die jungen Wilden kommen! Erst seit sechs Jahren gibt es Bombtrack, die Wurzeln des Kölner Drei-Mann-Betriebs um Manuel Schürholz liegen im BMX-Bereich. Im breiten Angebot der Marke ist für jeden was dabei: Urban Bikes und Fixies für den Hipster, Gravel-, Reise- und 650B-Rennräder für Abenteurer, Cross-, Fixed-Gear- und Straßen-Renner für ambitionierte Sportler. Stahl ist das Rahmenmaterial der Wahl, wobei sich vereinzelt auch Alu und Carbon eingeschlichen haben. Gefertigt wird in Taiwan, trotzdem wirken die Bikes nicht wie von der Stange.

Image und Lifestyle schön und gut, aber können die Räder auch was? Im Fall des zum Test bereitgestellten Rennrads Tempest ist die Antwort überwiegend positiv. Das klassische Rahmenmaterial Stahl wird modern interpretiert, mit Pressfit-Tretlager, konischem Steuerrohr innen verlegten Bremsleitungen und optional voll integrierten Di2-Kabeln – letztere für den Fall, dass man sich das für 969 Euro erhältliche Rahmen-Set individuell aufbauen möchte, denn ein Tempest-Modell mit elektronischer Schaltung gibt es nicht.

Auf den RoadBIKE-Prüfständen schlug sich das Rahmen-Kit sehr gut: Die Tretlagersteifigkeit überzeugt voll, auch im Lenkkopf gibt’s nichts zu beanstanden. Dazu kommen top Komfortwerte, allein das Gewicht ist eher hoch.

Ambivalent dagegen der Fahreindruck: Das Tempest gibt äußerlich den flinken Kriteriumsrenner, als der es beworben wird, agiert im Sprint und am Berg aber träger als erwartet. Gründe dafür: das recht hohe Gesamtgewicht, das etwa den schweren Laufrädern und der funktional überzeugenden mechanischen Disc geschuldet ist; aber auch die Rahmengeometrie, die Eigenschaften eines Racers (kurzer Radstand, kurzes Oberrohr) mit denen eines Tourers kreuzt (längere Kettenstreben, viel Gabelnachlauf), hemmt etwas den Vortrieb, sorgt aber für gute Rollereigenschaften.

Technische Daten des Test: Bombtrack Tempest

Preis: 1999 Euro
Gewicht: 9,7 kg
Rahmengewicht: 2944 g
Gabelgewicht:
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse)
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: XS/S/M/L/XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Stahl (Columbus Cromor)
Lenkkopfsteifigkeit: 78 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 112 N/mm
Komfort vorne: 300 N/mm
Komfort hinten: 387 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad:
Laufradsteifigkeit Hinterrrad:
Schaltgruppe: Shimano 105, 11–28
Kurbelsatz: Shimano 105, 52/36
Bremse: TRP Spyre Disc, 160/140 mm
Laufräder: Hunt Four Season Disc
Reifen: Challenge Paris-Roub., 27 mm
Vorbau: Bombtrack Roam, Ritchey
Lenker: Bombtrack Roam, Ritchey
Sattel: Bombtrack Comp, Ritchey
Sattelstütze: Bombtrack Comp, Ritchey

Rahmenset:

Geometrie:

Fazit

Bombtrack liefert eine moderne Interpretation von Stahl und gefällt mit eigenständigem Auftritt. Etwas weniger Gewicht und eine klarere Ausrichtung stünden dem Bombtrack Tempest gut zu Gesicht.

08.03.2019
Autor: Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE
Ausgabe /2019