Chris Pauls

Lieferengpässen und Preiserhöhungen bei Rennrädern

Lieferengpässen und Preiserhöhungen bei Rennrädern Warum sind Rennräder & Teile gerade Mangelware?

Radfahren boomt und Räder werden teurer. UPDATE: Auch Rose erhöht die Preise, aber im März sind noch Schnäppchen möglich.

Als Folge der COVID-19-Pandemie hat mancher Fahrradhersteller jüngst kräftig an der Preisschraube gedreht. Und: Viele Teile und Zubehör ist im Moment nicht lieferbar. Der Fahrradmarkt boomt, das steht außer Frage. Rekordumsätze verkünden auch Radhersteller, Parts-Lieferanten und Großhändler. Auch Fahrradhändler profitieren von der hohen Nachfrage, stehen aber nicht selten selber mit leeren Händen da. Was ist da los?

Produktions- und Lieferschwierigkeiten

Allgemein ist die Stimmung in der Fahrradbranche bestens, doch die Pandemie hat selbstverständlich auch hier ihre negativen Auswirkungen. Die Nachfrage nach E-Bikes und MTBs, aber auch nach Gravelbikes und Rennrädern ist so hoch, dass die Zulieferer in Asien mit der Produktion nicht mehr nachkommen; ein Luxus-Problem in Krisenzeiten.

Die Vorlaufzeiten für Bestellungen haben sich laut Branchenkennern von 90 auf 280 Tage verlängert. Oft können fast fertige Räder nicht ausgeliefert werden, weil es an einem einzigen Bauteil mangelt. Ein Ende der Verzögerungen ist derzeit nicht absehbar. Bereits letztes Jahr mussten Käufer teilweise bis zu fünf Monate auf ihre Räder warten.

Der deutsche Versender Rose hat zur Lieferproblematik am 15.02. sogar eine Pressemitteilung veröffentlicht. "Wir sind von dieser Situation komplett überrascht", erklärt Thorsten Heckrath-Rose, CEO von Rose Bikes. "Unsere bestellte Ware kommt nicht wie von den asiatischen Zulieferern zugesichert bei uns an. Fest zugesagte Teile haben wir bis heute nicht erhalten." Man werde alle Kunden, die von Verzögerungen betroffen sind, informieren um gemeinsam Lösungen zu finden.

Rennräder werden 2021 teurer

Das ist aber nur eines der aktuellen Probleme für Fahrradkäufer. Das zweite lautet: Preiserhöhungen. Auch hier liegt die Ursache zumindest teilweise bei der Logistik. Massive Engpässe beim Container-Transport und fehlende Container in Asien machen die Logistik-Branche zum Flaschenhals. Auch an Schiffen für den Transport soll es mangeln. Böse Zungen behaupten, dass die Logistiker die Situation nutzen, um den Umsatz zu maximieren. So kostet die Verschiffung eines Containers mittlerweile fünfmal so viel wie noch vor der Corona-Krise.

Nicht alle Hersteller begründen Preiserhöhungen nur mit den gestiegenen Kosten für den Transport. Bei Canyon schreibt man zudem Updates in der Ausstattung einen Teil der Kostensteigerung zu, Specialized führt "Investitionen auf Produktebene" zur Verbesserung der Produktverfügbarkeit an.

Auch Rose hat eine Preiserhöhung zum 25. März 2021 angekündigt. Im Schnitt werden die Rennräder des deutschen Versenders um 8 bis 12 Prozent teurer. Als Gründe führt Rose die auf den Boom zurückgehende gestiegenen Kosten für Rohstoffen und Transport an.

Allerdings haben die Kunden bei Rose noch die Möglichkeit Geld zu sparen. Wer sein Rad vor dem 25. März bestellt, erhält es noch zum "alten" Preis, auch wenn der eigentliche Liefertermin des Rades noch weit in der Zukunft liegt. Weiter unten finden Sie die von ROADBIKE getesteten Rose-Rennräder.

ROADBIKE meint:

Aktuell ist es so, dass die meisten Hersteller offizielle Statements zu ihren aktuellen Preisänderungen herausgeben, welche die Erhöhungen (größtenteils im einstelligen Prozentbereich) einigermaßen transparent und somit nachvollziehbar machen. Gut so. Vereinzelt gibt es aber auch schwarze Schafe, die besonders beliebte Rennrad-Modelle um über 1000 Euro im Preis erhöhten. Gar nicht gut.

Unser Tipp an alle Rad-Käufer: Schauen Sie sich auch einmal Modelle abseits der gehypten Marken an. Und wenn Sie ein Rennrad in Ihrer Größe gefunden haben, entscheiden Sie schnell. Lieferbarkeit und Preisgefüge werden sich wohl in absehbarer Zeit nicht zu Ihren Gunsten verbessern.

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