Teil des
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Rennräder im Test

Testbericht: Wilier Cento10NDR (Modelljahr 2018)

Das neue Wilier Cento10NDR ist mit der effektiven Heck-Federung und komplett integrierten Leitungen ein Hingucker, zudem lassen sich wahlweise Scheiben- oder Felgenbremsen montieren – Hut ab für Wiliers Innovationsgeist. Auf der Straße gibt der Nobel-Italiener mit seiner angenehmen Fahrerhaltung und dem zuverlässigen, durchaus willigen Charakter den Traum-Tourer. Wäre da nicht der deutlich zu weiche Lenkkopf: Schon leichte Fahrer spüren bei höheren Tempo, wie unpräzise das Wilier Cento10NDR folgt. Das ist ausgesprochen schade, denn eigentlich hat dieses Rad einen Platz unter den besten Tourern der Welt verdient!

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 sehr komfortabler Tourer

 effektive Federung am Heck

 Montage von Disc oder Felgenbremse möglich

 Kabelage komplett im Vorbau integriert

Was uns nicht gefällt:

 Kabelage komplett im Vorbau integriert

 Lenkkopf zu weich

Testurteil

Testsieger-Logo: Testurteil gut

Testurteil: Gut (70 Punkte)

Wilier hat in den letzten Jahren immer wieder mit pfiffigen Ideen für Aufsehen gesorgt. Das neue Wilier Cento10NDR unterstreicht den erfreulichen Innovationsgeist der Italiener. Denn Wilier fügt dem Konzept des Langstrecken-Tourers mit dieser Neuheit einige interessante Facetten hinzu. Am auffälligsten ist die Federung am oberen Ende der Sitzstreben. Zwischen zwei Gelenken steckt eine Alu-Wippe, die für die Steifigkeit sorgen soll; ein in drei Härtegraden erhältlicher Technopolymer dazwischen soll Stöße federn. Und wie er das macht! Auf den RoadBIKE-Prüfständen federt das Heck des Wilier Cento10NDR so gut ein wie bisher kaum ein anderes Rennrad. Auf der Straße ist diese Federung extrem wirkungsvoll: Das Hinterrad des Wilier Cento10NDR rollt auch über größere Kanten und durch Schlaglöcher wie auf Watte. Lästiges Wippen ist beim Pedalieren trotzdem keines zu spüren. Gratulation zu dieser voll gelungenen Heck-Federung!

Da das Wilier Cento10NDR auch an der Front nicht zu hart geraten ist, und weil die Italiener 28 mm breite Reifen montieren, geht der Tourer als angenehmes Komfortwunder durch. Dazu passt die Position, in die das Wilier Cento10NDR seinen Fahrer bringt: Leicht gestreckt, aber ohne starke Sattelüberhöhung sitzt man genauso bequem, wie man das bei stundenlangen Touren, Marathons oder Alpen-Einsätzen möchte. Und dennoch fährt der bequeme Dauerläufer – zumindest in der noblen Ausstattung des Testrades mit den leichten Carbon-Laufrädern – absolut willig und spritzig.

Labor und Praxis

Die Tester waren begeistert von dem Touren-Konzept. Wäre da nicht der offensichtlich weiche Lenkkopf: Selbst leichte Fahrer um 70 Kilo spüren schon bei Tempo auf der Ebene, wie unpräzise das Wilier Cento10NDR auf Lenkbefehle reagiert. Bei schnellen Abfahrten schaukelt es sich dank des langen Radstands zwar nie gefährlich auf, folgt aber deutlich weniger zuverlässig, als man das heute von einem Rennrad erwarten darf. Die Messwerte bestätigen den Fahreindruck: Es ist wirklich schade, dass die Italiener dem Rahmen nicht mehr Steifigkeit mitgegeben haben!

Vielseitiger Tourer

Denn neben der effektiven Federung hat das neue Wilier Cento10NDR noch mehr zu bieten. Der Rahmen kann sowohl mit (Direct-Mount-)Felgenbremsen als auch mit Scheibenbremsen bestückt werden, die Ausfallenden lassen sich durch Umschrauben der Alu-Aufnahme für Steckachsen oder Schnellspannachsen umrüsten. So bietet der teure Rahmen größtmögliche Zukunfts-Sicherheit: Selbst wer ihn jetzt erst mal noch mit Felgenbremsen bestückt, kann jederzeit auf Discs umsteigen – oder umgekehrt.

Optisch recht spektakulär sind die komplett in Lenker, Vorbau und Steuerrohr verlegten Kabel und Leitungen von Schaltung und Bremsen. So wirkt das Wilier Cento10NDR eher wie ein schnittiger Rennsportler und keinesfalls wie ein Komfort-Tourer mit langem Steuerrohr. Allerdings meldete die RoadBIKE-Werkstatt, dass beim Zusammenbau nach den Messungen der Zeitaufwand erheblich höher war, um die Kabel wieder korrekt unterzubringen.

Die Ausstattung des teuren Top-Modells ließ ebenfalls keine Wünsche offen: Die neue Dura-Ace Di2 Disc ist ein Traum.

Technische Daten

Preis 10300 Euro
Gewicht 7,7 kg
Rahmengewicht 1238 g
Gabelgewicht 444 g
Vertriebsweg Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen XS/S/M/L/XL/XXL
Getestete Rahmenhöhe L
Rahmenmaterial Carbon
Lenkkopfsteifigkeit 50 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit 50 N/mm
Komfort vorne 303 N/mm
Komfort hinten 123 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad 79 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad 89 Nm/Grad
Schaltgruppe Shimano Dura-Ace Di2, 11–28
Kurbelsatz Shimano Dura-Ace, 50/34
Bremse Shimano Dura-Ace Disc
Laufräder DT Swiss ERC 1400 Spline
Reifen Vittoria Rubino Pro, 28
Vorbau Wilier Triestina
Lenker Wilier Triestina
Sattel S. Italia Novus
Sattelstütze Ritchey Pro

Profil:

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RoadBIKE
RoadBIKE Rennrad Neuheiten 2018

Geometrie:

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RoadBIKE
RoadBIKE Rennrad Neuheiten 2018

Wilier Cento10NDR (Modelljahr 2018) im Vergleichstest

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Rennrad-Tests

Fazit

Das neue Wilier Cento10NDR ist mit der effektiven Heck-Federung und komplett integrierten Leitungen ein Hingucker, zudem lassen sich wahlweise Scheiben- oder Felgenbremsen montieren – Hut ab für Wiliers Innovationsgeist. Auf der Straße gibt der Nobel-Italiener mit seiner angenehmen Fahrerhaltung und dem zuverlässigen, durchaus willigen Charakter den Traum-Tourer. Wäre da nicht der deutlich zu weiche Lenkkopf: Schon leichte Fahrer spüren bei höheren Tempo, wie unpräzise das Wilier Cento10NDR folgt. Das ist ausgesprochen schade, denn eigentlich hat dieses Rad einen Platz unter den besten Tourern der Welt verdient!

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