RB Bianchi Infinito Chorus 11S Daniel Geiger

Testbericht: Bianchi Infinito Chorus 11S

Wenn ein großer Karton aus Italien in den RoadBIKE-Keller geliefert wird, haben plötz­lich auffällig viele Menschen dort etwas zu tun und machen allerlei unnötige Dinge, nur um dessen Inhalt genau zu inspizieren.

Testurteil

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Italienische Rennräder haben für ­Liebhaber eben etwas Spezielles an sich und versprühen ein gewisses Flair – optisch und durch ihr meist extrem quirliges Fahrverhalten.

Was jedoch vorab an Informationen aus Treviglio kam, klang ganz und gar nicht typisch italienisch: Ein verlängertes Steuerrohr, für eine entspannte Sitzposition ohne Spacerturm unter dem Vorbau, viel Komfort dank dämpfender Kettenstreben, ein verlängerter Radstand für ruhigen Geradeauslauf, und das Ganze bei hohen Steifigkeiten. Umso gespannter war die Testmannschaft auf das neue Bianchi Infinito. Die Frage vor den Labor- und Praxis­tests war also: Kann das Infinito – abgesehen von der tadellosen Optik und natürlich der Farbe Celeste, die nicht anders zu erwarten war – ­dieses Versprechen halten? Die Antwort lautet: Ja und Nein.

Ja, weil das Rahmen-Gabel-Kit auf dem Prüfstand, und auch das Komplettrad in den Protokollen der Testfahrten, einen sehr hohen Komfort bescheinigt bekommen hat und die Sitzposition angenehm, aber nicht zu auf­recht ausfällt. So wünschen sich Langstrecken- und Tourenfahrer ihren Renner, und genau für diesen Einsatz wurde das Infinito auch konstruiert.

Ein zweites „Ja“ gibt es, weil das Tretlager mit knapp 84 N/mm zwar nicht extrem, aber ordentlich steif ist, was sich auch bei harten Antritten im Sprint und im Wiegetritt am Berg positiv bemerkbar macht. Eine Quali­tät, die letztlich jedem Fahrertyp zugute kommt, weil ein Tretlager, das sich möglichst wenig verwindet, unnötigen Kraftverlust beim Rennradfahren vermeidet.

Aber leider gibt es am Ende auch das „Nein“, weil der Lenkkopf des Infinito mit 62 Nm/° nicht steif genug ist, um in den grünen Bereich zu kommen, der für alle Gewichtsklassen uneingeschränkt em­pfehlenswert ist. Im Gegensatz zur Gabel, die diese Aufgabe problemlos löst.

Was bedeuten diese Werte also in der Praxis? Das Infinito fährt auf der Ebene ruhig geradeaus, und auch die Lenkung reagiert bei normalem Tempo vorhersehbar. Ist man jedoch bei hoher Geschwindigkeit, zum Beispiel auf einer schnellen Abfahrt, ge­zwungen, für ein Ausweichmanöver hart zu lenken, reagiert das Infinito etwas zu zögerlich, und der Rahmen schwingt nach. Das ist für geübte Fahrer kein Problem, Anfänger und Fahrer mit über 75 Kilo Körpergewicht kommen mit einem steiferen Lenkkopf aber einfach besser zurecht.

Lars Svalin, Product Department Manager bei Bianchi, über das neue Infinito:

RB Lars Svalin
Lars Svalin, Product Department Manager bei Bianchi

„Der neue Infinito-Rahmen folgt der „Coast-to-Coast-Philosophie“ mit Schwerpunkt auf High-End-Performance in Form von Stabilität, Steifigkeit und niedrigem ­Gewicht, ohne dabei jedoch den Komfort zu opfern.

Um das Rahmengewicht zu reduzieren, kommen beim ­Infinito neue High Modulus Toho UM40 – IM600 Carbonfasern zum Einsatz. Auch die Gabel mit dämpfenden Kevlar-­Inserts ist eine Neukonstruktion.

Insgesamt stecken zwei Jahre Entwicklungsarbeit und ein Jahr Testfahrten im Infinito-Konzept, an denen auch ­unser Team Barloworld beteiligt war. Einige der Fahrer nutzen den Rahmen bereits im Rennen, und Robert ­Hunter hat damit den Giro d’Italia bestritten.“

Technische Daten

Preis 4999 Euro
Gewicht 7120 g
Rahmengewicht 1071 g
Gabelgewicht 372 g
Rahmenhöhen 47/50/53/55/57/59/61 cm
Getestete Rahmenhöhe 55 cm
Rahmenmaterial Carbon/Kevlar
Schaltgruppe Campagn. Chorus 11s, 12–25
Kurbelsatz Campagn. Chorus 11s, 50/34
Bremse Campagnolo Chorus
Laufräder Fulcrum Racing Zero 2Way-Fit
Reifen Vittoria Rubino Pro, 23 mm
Gabel Bianchi FF35 K
Gabelmaterial Carbon/Kevlar
Steuersatz FSA Orbit CE Plus, integriert
Vorbau FSA OS-190
Lenker FSA SL-K Comp.
Sattel Fizik Aliante Gamma
Sattelstütze FSA SL-K Carbon, Ø 31,6 mm

Geometrie

RB Bianchi Infinito Chorus 11S - Geometrie
RoadBIKE

Bianchi Infinito Chorus 11S im Vergleichstest

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Rennrad-Tests

Fazit

Bis auf den zu weichen Lenkkopf erreicht ­Bianchi alle seine Ziele und liefert mit dem Infinito einen komfortablen Tourenrenner.

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