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Zum Thema Laufrad-Test

Stichwort Aerodynamik: Experte Björn Geesmann im Interview

Das Trainingsinstitut STAPS bietet Aerodynamik-Optimierungen an. RoadBIKE fragte bei Sportwissenschaftler und Coach Björn Geesmann nach, worauf es ankommt.

Aero-Rennräder, Hochprofil-Laufräder, integrierte Bremsen - das Thema Aerodynamik spielt für Rennradfahrer eine immer größere Rolle. Viele Hersteller werben mit den Aero-Vorteile ihrer Produkte, die X Minuten oder Watt auf Y Kilometer sparen solle.

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Doch wie belastbar sind diese Aussagen? Und wie hole ich den größten Vorteil für mich heraus? Das kommt immer sehr auf das individuelle Setup und die eigene Leistung an. Denn bestimmte Laufräder können zusammen mit dem richtigen Rennrad-Rahmen im Windtunnel sehr gute Ergebnisse erzielen. In einem anderen Rennrad-Rahmen schneiden die selben Laufräder aber dann schlechter ab.

Oder wenn die einzusparenden Watt, mit denen ein Hersteller wirbt, auf einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 45 km/h beruhen, die kaum ein Hobby-Fahrer auf Dauer halten kann.

Um belastbarer Aussagen zu treffen, muss deswegen immer das individuelle Komplettsystem aus Fahrer und Rad getestet werden. Im Interview verrät Sportwissenschaftler und Coach Björn Geesmann, worauf es ankommt.

Wie kann ich als Rennradfahrer möglichst effektiv meine Aerodynamik verbessern?

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Aerodynamik Interview Geesmann

Indem ich zunächst bei mir selbst ansetze. 75 bis 80 % der Aerodynamik-Performance beeinflusst der Fahrer. Relevante Fragen sind: Wie sitze ich auf dem Rad? Wie halte ich den Kopf? Wenn ich 2 Stunden in Unterlenkerhaltung fahren kann, verbessert das die Aerodynamik erheblich. Insofern schindet man im Zweifel mit regelmäßigen Dehn- und Kräftigungsübungen mehr Sekunden als mit einer Investition in neues Material.

Aber aerodynamisches Material bringt doch Vorteile?

Grundsätzlich natürlich schon. Wie groß der Vorteil tatsächlich ausfällt, ist eine andere Frage. Hochprofillaufräder können ein Rennrad schneller machen und Sekunden sparen. Ihr Anteil an der gesamten Aerodynamik-Bilanz bewegt sich jedoch im einstelligen Prozentbereich. Erheblich größere Bedeutung haben der Helm oder die Bekleidung.

Viele Hersteller bewerben die gute Aerodynamik ihrer Produkte.

Natürlich gibt es Produkte, die aerodynamischer sind als andere und in jedem Fall eine positive Wirkung erzielen, Überschuhe oder eine Scheibe am Hinterrad zum Beispiel. Pauschale Aussagen sollte man trotzdem mit Vorsicht genießen, gerade bei so relevanten Teilen wie Helmen und Bekleidung. Wenn ein Einzelprodukt in einem „fremden“ Aero-Test gute Werte erzielt, gilt dies nicht zwingend auch für meine spezifische Situation.

Eine Aero-Optimierung ist also dann aussagekräftig, wenn sie ...

... Mensch, Maschine und Ausrüstung als untrennbar verbundenes Gesamtsystem begreift und individuell analysiert. Das bedeutet zwar einen großen Aufwand, dafür lassen sich aber auch sehr gute Ergebnisse erzielen.

Für wen lohnt es sich, die eigene Aerodynamik zu überprüfen?

Besonders natürlich für Triathleten oder Zeitfahrer. Beim Ironman können so bei 180 Kilometer Radfahren durchaus 10 Minuten Zeit eingespart werden. Rennradfahrer hingegen nutzen häufig den Windschatten eines Pelotons oder fahren am Berg, wo die Aerodynamik eine weniger wichtige Rolle spielt. Sie erzielen mit einer Analyse der Sitzposition, Leistungsdiagnostiken, Trainingsplänen oder Ernährungsberatung größere Effekte. Sind diese Potenziale ausgereizt, lohnt sich aber auch für sie eine Aerodynamik-Optimierung.

Aero-Material allein macht also nicht zwingend schneller?

Zumindest nicht pauschal. Grundsätzlich gilt aber auch: Neues Material kann sehr motivierend wirken und dadurch die Leistung stärker beeinflussen als in Form von tatsächlich gesparten Sekunden.

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