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Backroad vs. Grail Björn Hänssler
Backroad vs. Grail
Backroad vs. Grail
Rose Backroad
Canyon Grail 12 Bilder

Gravelbikes im Test: Rose Backroad AL vs. Canyon Grail AL

Test: Rose Backroad AL vs. Canyon Grail AL Die Gravelbikes Rose Backroad AL und Canyon Grail AL im Vergleich

Zwei Räder, ein Gedanke: Das beste Rad für einen fairen Preis. Doch wo liegen die Unterschiede zwischen den beiden Gravel-Bestsellern Canyon Grail AL und Rose Backroad AL? ROADBIKE klärt auf.

Diese Bikes haben wir getestet:

Zwei Räder, nahezu identisch ausgestattet, zum fast gleichen Preis: Das Canyon Grail AL und Roses neues Backroad AL kämpfen im boomenden Gravel-Segment um Kunden. Was sie eint: Beide Alu-Räder kommen in vielen Ausstattungsvarianten – und bieten ein extrem gutes Gesamtpaket. Ein besseres Preis-LeistungsVerhältnis dürfte in der Klasse von 1500 bis 2000 Euro – je nach Modell – kaum zu finden sein. Viele Interessierte dürften vor der Entscheidung stehen: Worin unterscheiden sich die beiden Räder, und welches ist das beste Gravelbike für mich?

Dieser Frage ist ROADBIKE nachgegangen und hat dazu zwei nahezu identisch ausgestattete Räder verglichen: das Rose Backroad AL GRX600 für 1799 Euro und Canyons Grail AL 7.0 1by für 1749 Euro. Beide Modelle sind mit Shimanos GRX600-Einfachgruppe (40T, 11–42) ausgestattet, außerdem setzen beide Hersteller auf Schwalbes G-One Bite (40 mm). Beim Komplettgewicht trennen sie nur 200 g (Canyon 9,5 kg, Rose 9,7 kg).

Backroad vs. Grail
Björn Hänssler

Doch schon bei den Laufrädern offenbart sich der erste Unterschied: Das Backroad AL kommt mit den P1850-Laufrädern von DT Swiss, beim Grail AL werden durchgängig C1850, ebenfalls von DT-Swiss, montiert. Das "C" steht für die Cross-Variante mit einer um 4 mm breiteren Innenmaulweite. Folglich baut der 40er-Reifen minimal breiter (39,5 zu 36,5 mm reale Reifenbreite). Die P1850-Laufräder sind zwar 60 g schwerer, der Unterschied ist in der Praxis aber nicht spürbar. Stichwort Reifen, auch hier liegt der Unterschied im Detail: Ins Backroad passen etwas breitere Reifen, beim Grail ist 3 mm früher Schluss.

Auch bei den Rahmen lohnt sich ein prüfender Blick auf die Details. Optisch gefällt die aufgeräumte Zugführung am Backroad-Cockpit besser, während die Züge beim Grail noch klassisch außen ums Steuerrohr verlaufen – was es andererseits einfacher macht, die Zahl der Spacer unterm Vorbau zu verändern. Eine weitere optische Unterscheidung: Am Backroad ist eine integrierte Sattelstützenklemmung verbaut, das Grail AL kommt hingegen mit einer klassischen, aufgesetzten Klemme – funktional, aber nicht ganz so chic. Zudem bietet das Backroad deutlich mehr Aufnahmepunkte für Schutzbleche und Taschen, beispielsweise fürs Bikepacking, wohingegen sich das Grail zwar ebenfalls mit Schutzblechen ausstatten lässt, zusätzliche Gewinde an Gabelscheiden oder Sitzstreben aber vermissen lässt.

Backroad vs. Grail
Björn Hänssler

Alles Punkte also, die eine Richtung erkennen lassen: Die beiden auf dem Papier zunächst so ähnlichen Räder sprechen ganz unterschiedliche Fahrertypen an. Das Backroad richtet sich eher an den Langstreckenfahrer mit Lust auf Abenteuer, wohingegen Canyons sportliche DNA auch beim Grail AL voll durchschlägt. Ganz deutlich wird das beim Blick auf die Geometrie der Rahmen: Das Grail ist bei vergleichbarer Rahmengröße (Grail in M, Backroad in 57) im effektiven, vertikal gemessenen Oberrohr um 1,7 cm länger, das Steuerrohr rund 3 cm kürzer. Der Stack-toReach-Koeeffizient weist das Canyon mit 1,43 zudem als deutlich sportlicher aus als das Backroad mit seinem entspannteren Koeffizienten von 1,57.

Dass es sich hier nicht nur um theoretische Werte handelt, wird im Praxiseinsatz klar: Auf dem Grail kommt der Fahrer, speziell im Unterlenker, deutlich tiefer, auf dem Backroad sitzt es sich klar aufrechter – und entspannter. Selbst der Unterlenker ist noch gut zu greifen. "Ich hätte nicht gedacht, dass die Unterschiede in der Praxis eindeutig erfahrbar sind", bilanzierte etwa einer der Testfahrer. Vor allem im Wiegetritt und bei der Beschleunigung reagiert das Grail spürbar agiler und setzt die eingesetzte Power besser in Geschwindigkeit um. Ebenfalls auffällig: Das Grail kommt mit einem um 2 cm breiteren Lenker für bessere Kontrolle auf ruppigeren Untergründen, der Bügel des Backroad fällt etwas schmaler aus und vermittelt so minimal weniger Sicherheit, wenn’s mal gröber zur Sache geht. Andererseits bietet das Backroad den etwas längeren Radstand, der für etwas mehr Laufruhe sorgt – perfekt für lange Tage im Sattel. Allerdings montiert Rose eine recht harte Sattelstütze aus Alu, während das Grail mit der gleichen Carbon-Stütze ausgestattet ist, wie sie auch am teureren Grail CF SL verbaut wird.

Backroad vs. Grail
Björn Hänssler

Interessant ist auch ein Blick auf die unterschiedlichen Ausstattungsvarianten der Gravelbikes, die der jeweiligen Ausrichtung der Baureihe erkennbar Rechnung tragen: Während Rose nahezu alle Gruppen-Varianten sowohl als 1-fach- wie auch als 2-fach-Version anbietet, legt Canyon einen klaren Schwerpunkt auf die vielseitigeren 2-fach-Ensembles. Das hier getestete Grail AL 7 1by ist das einzige AL-Modell, das mit nur einem Kettenblatt angeboten wird.

Fazit: So sehr sich Backroad AL und Grail AL auf den ersten Blick auch zu ähneln scheinen, so klar unterschiedlich ist doch ihr Charakter: Wer einen sportlichen Gravelracer sucht, wird mit dem Grail AL vermutlich glücklicher. Wer es lieber etwas entspannter angeht und auf epische Bikepacking-Abenteuer aus ist, findet im Backroad AL den passenderen Begleiter.

Carbon-Upgrade gefällig?

Das Rose Backroad ist wie auch Canyons Grail wahlweise mit Carbon-Rahmen erhältlich. Wo liegen die Unterschiede und lohnt sich der Aufpreis? Rund 700 Euro mehr kostet das Backroad in Carbon mit vergleichbarer Ausstattung. Zusätzlich zum leichteren Carbon-Rahmen mit deutlich sportlicherer Geometrie gibt es Roses R-ThirtyDisc-Laufräder, der Gewichtsvorteil beträgt rund 800g. Interessant: Wer eine 2-fach-Gruppe haben möchte, muss zur teuren Ausstattungsvariante mit Srams Force eTap AXS für 3799 Euro greifen. Alle anderen Carbon-Backroads kommen mit 1-fach-Kurbel.

Beim Grail beträgt der Preissprung von Grail AL 7 zum Grail CF SL 7 knapp 600 Euro. Auffälligster Unterschied ist das bei der CarbonVersion obligatorische "Doppeldecker-Cockpit" (CP07). Ansonsten ist die Ausstattung nahezu identisch mit dem Grail AL 7: Schwalbe G-One Bite, DT Swiss C1850 und die SP0043 VCLS CF-Sattelstütze werden auch am Grail CF SL 7 verbaut. Somit verantwortet vor allem der rund 500 g schwerere Alu-Rahmen das Mehrgewicht.

Die Geometrie ist bei allen Grail-Modellen sehr ähnlich. Wer mehr ausgeben möchte, findet im CanyonProgramm einige Möglichkeiten, allen voran mit der CF-SLX-Rahmenvariante, die noch einmal rund 200 g (830 g zu 1020 g) leichter sein soll als die CF-SL-Variante. Auch bei der Ausstattung schöpft Canyon aus dem Vollen und verbaut am Top-Modell Grail CF SLX 8 Srams elektronische Funkschaltung Force eTap AXS. Dafür werden 4779 Euro fällig.

Rose Backroad AL

Backroad vs. Grail
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Rose Backroad AL

Das Backroad AL von Rose gibt es neben der getesteten Variante mit Shimanos GRX RX600 für 1799 Euro aktuell in sechs weiteren Modellvarianten. Der Einstieg in die Backroad-Welt kommt für 1549 Euro und ist mit der 10-fach-Gruppe Shimano GRX RX400 sowie mit Schwalbes schwächer profiliertem G-One Allround ausgestattet. Das Top-Modell der Reihe bildet das Backroad AL mit Shimanos GRX810, entweder in der 2-fach-Variante für 2049 Euro oder 1-fach für 1999 Euro. Hinzu kommen zwei Modelle mit Srams Apex1, einmal mit den DT-SwissP1850-Laufrädern für 1599 Euro, einmal mit den R-Thirty-Disc-Laufrädern von Rose für 1899 Euro. Alle Räder sind in den beiden Farbvarianten "roasted olive" oder "fog grey" erhältlich.

Rose Backroad

Preis/Vertrieb 1.799 Euro/Direktvertrieb
Gewicht 9,7 kg
Rahmenmaterial Aluminium
Größen 46/49/51/53/55/57/59/61/64
Schaltgruppe Shimano GRX RX812, 11–42
Kurbelsatz Shimano GRX RX600, 40T
Bremse Shimano GRX RX600, 160/160
Laufräder DT Swiss P1850 Spline
Reifen Schwalbe G-One Bite, 40 mm
Vorbau/Lenker Ritchey WCS Toyon/Butano
Sattel/Stütze Selle Italia/Rose Race Attack

Vortrieb:

Komfort:

Asphalt:

Schotter:

Schlamm:

Das gefällt: Schlüssiges Konzept als komfortabler Gravel-Tourer mit vielen schönen Details wie der Zugführung oder der Sattelstützenklemmung.

Das gefällt weniger: Dass die Geometrie viel weniger sportlich ausfällt als bei der Carbon-Variante.

Das perfekte Rad für abenteuerlustige Fahrer, die das Graveln eher entspannt angehen und für epische Bikepacking-Abenteuer gut gerüstet sein wollen.

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Canyon Grail AL 7

Backroad vs. Grail
Björn Hänssler
Canyon Grail AL 7

Canyons Grail AL wird aktuell in insgesamt fünf Varianten (wahlweise in "flat green" oder "solid silver") angeboten. Neben der getesteten Version Grail AL 7 1by gibt es das ansonsten identische Grail AL 7 für ebenfalls 1749 Euro mit der vielseitigeren GRX-RX600-2-fach-Kurbel (46/30 und 11–34er-Kassette).

Ebenfalls für 1749 Euro ist eine für Frauen angepasste WMN-Variante des Grail AL 7 erhältlich. Bereits ab 1459 Euro ist die Einstiegsversion Grail AL 6 zu haben – von der Canyon ebenfalls eine WMN-Version zum gleichen Preis anbietet. Das Rad kommt mit einer 10-fach-Gruppe Shimano GRX RX400 (46/30 und 11–34er-Kassette). Laufräder (DT Swiss C1850) und Reifen (Schwalbe G-One Bite) sind über alle Modellvarianten hinweg identisch.

Canyon Grail

Preis/Vertrieb 1.749 Euro/Direktvertrieb
Gewicht 9,5 kg
Rahmenmaterial Aluminium
Größen 2XS/XS/S/M/L/XL/XXL
Schaltgruppe Shimano GRX RX812, 11–42
Kurbelsatz Shimano GRX RX600, 40T
Bremse Shimano GRX RX600, 160/160
Laufräder DT Swiss P1850 Spline
Reifen Schwalbe G-One Bite, 40 mm
Vorbau/Lenker Canyon V13/HB0050 Ergobar AL
Sattel/Stütze Selle Italia/Canyon SP0043

Vortrieb:

Komfort:

Asphalt:

Schotter:

Schlamm:

Das gefällt: Die sportliche Geometrie und der sehr gute Vortrieb laden auch offroad zum Schnellfahren ein.

Das gefällt weniger: Canyon verzichtet beim Grail auf zusätzliche Aufnahmen für Gepäck, das schränkt die Möglichkeiten für Abenteurer etwas ein.

Das perfekte Rad für alle, die auch beim Graveln gerne sportlich zügig loslegen und dafür den passenden Begleiter suchen.

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