Teil des
RB 0310 Carbon-Renner Test Teaserbild Daniel Geiger
RB Bergamont Dolce Team
RB BMC Racemaster SLX 01
RB Bulls Night Hawk 3
RB Cannondale Super Six Sram Rival
RB Canyon Ultimate CF SLX 8.0 20 Bilder

20 Carbon-Renner um 3000 Euro im Test

Neue Klasse

Wer ein Klasse-Rennrad will, braucht nicht das Teuerste vom Teuren. Für 3000 Euro bleiben keine Wünsche offen.

RoadBIKE-Umfrage: Welchen Preis würden Sie für ein Rennrad bezahlen? Stimmen Sie jetzt ab - in unserer Frage der Woche.

Image ist nichts! Dieser Werbespruch für eine zuckersüße Blubberbrause vor einigen Jahren klang so griffig wie er falsch war. Rennrad-Begeisterte wissen das – aus leidiger Selbsterfahrung: Wer schielt nicht gern auf die schillernden Neuheiten, sündteure Traumräder mit wohlklingenden Ausstattungen à la Dura-Ace, Red oder Super Record. „Aber wer soll so etwas bezahlen?“, fragen immer wieder RoadBIKE-Leser die Redaktion, während im Winter gerade diese neuen Traumräder Begehrlichkeiten wecken.

Die Kaufabsichten liegen woanders: 2999 Euro etablieren sich in der Saison 2010 als wichtiger Preispunkt, die Road­BIKE-Leser nennen diesen Preisbereich als einen ihrer beliebtesten. Deshalb hat Road­BIKE 20 Renner dieser neuen Klasse getestet – und echte Klasse-Rennräder entdeckt.

Wie viel Rad brauche ich?

„Das sind Spitzen-Räder! Wer mehr ausgibt, muss es schon übrig haben.“ Dieses Lob von Redakteur Nils Flieshardt passt gleich auf ein halbes Dutzend der Testräder. Ein Blick auf die Fakten erklärt die Begeisterung aller Testfahrer. Bei fünf Rädern steht beim Gewicht die sechs vor dem Komma: Bergamont trifft genau die UCI-Norm von 6,8 Kilo, und KTM, Poison, Red Bull und Simplon bleiben nur knapp darüber.

Das Durchschnittsgewicht im Testfeld liegt bei 7,2 Kilo, nur BMC, Ridley, Specia­lized und Stevens bringen über 7,5 Kilo auf die Waage. Dass die Gewichte so niedrig sind, liegt auch an den Ausstattungen der Räder – die Hersteller verzichten zwar auf imageträchtiges Carbon an Sattel oder Lenker, die Funktion und Zuverlässigkeit der Bauteile spricht aber für sich. Lediglich bei den Sattelstützen würde Carbon manchen Rahmen spürbar verbessern und mehr Dämpfungskomfort bringen.

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Die Rennräder in diesem Test:

RB Bergamont Dolce Team
Rennrad-Tests
RB BMC Racemaster SLX 01
Rennrad-Tests
RB Bulls Night Hawk 3
Rennrad-Tests
RB Cannondale Super Six Sram Rival
Rennrad-Tests
RB Canyon Ultimate CF SLX 8.0
Rennrad-Tests
RB Cube Litening Super HPC Pro
Rennrad-Tests
RB Endorfin Carbon SL Race
Rennrad-Tests
RB Fuji SST 2.0
Rennrad-Tests
RB Giant TCR Advanced 2
Rennrad-Tests
RB KTM Revelator Master
Rennrad-Tests
RB Lapierre Xelius 400
Rennrad-Tests
RB Merida Scultura Evo-907
Rennrad-Tests
RB Poison Nitrogen T
Rennrad-Tests
RB Red Bull Carbon X-Lite 4400
Rennrad-Tests
RB Ridley Damocles ISP
Rennrad-Tests
RB Scott Addict R2
Rennrad-Tests
RB Simplon Pride Force 20C
Rennrad-Tests
RB Specialized Tarmac Expert SL Comp.
Rennrad-Tests
RB Stevens SLR Aero Custom
Rennrad-Tests
RB Storck Absolutist 1.0
Rennrad-Tests

Zahllose Top-Rahmen

20 Carbon-Renner um 3000 Euro im Test

RB Bergamont Dolce Team
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Bergamont, Canyon, Cube, Endorfin, KTM, Red Bull und Scott haben kein besseres Rahmen-Gabel-Set im Angebot. Sie alle wiegen um oder gar unter 1400 Gramm – Setgewicht, wohlgemerkt. Ausreißer gibt es kaum, nur die Sets von Ridley und Stevens wiegen mehr als 1,7 Kilo, das von BMC sogar über 1,9 Kilo.

Viel Licht und kaum Schatten gibt es so auch bei den Messwerten, wo nur Ridley einen auch in der Praxis spürbar zu weichen Rahmen in den Test schickt. BMC, Lapierre und Stevens verfehlen im Lenkkopf den grünen Bereich zwar knapp, was in der Praxis keine Gefahr bedeutet – wohl aber weniger präzise Lenkmanöver vor allem für Fahrer jenseits der 80 Kilo.

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Laufräder machen schnell

20 Carbon-Renner um 3000 Euro im Test

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Sie liegen großteils auf dem hochwertigen Niveau von Mavics Ksyrium Elite – diese Laufräder drehen sich in acht Testrädern und tragen ihren Teil zum willigen Vorwärtsdrang der meisten Testkandidaten bei. Nur Cannon­dale, Canyon, Lapierre, Ridley und Speci­alized montieren spürbar schwerere Lauf­räder, die samt Bereifung und Kassette über 2,7 Kilo wiegen.

Genug Steifigkeit für jedes Fahrergewicht bieten erfreulicherweise alle Laufräder im Testfeld. Doch RoadBIKE kontrolliert auch Seitenschlag und Mittigkeit von jedem Laufrad. Der Aufwand lohnt: Gleich sieben Modelle zeigten hier Defizite über dem Toleranzbereich. „Starker Seitenschlag, aus der Mitte zentrierte Felgen oder verdrehte Speichen lassen auf mangelnde Qualitätskontrolle schließen“, erklärt Techniker Haider Knall. Das bedeutet Punktabzug, Canyon kosten die schlecht gebauten Laufräder sogar den eigentlich sicheren Testsieg.

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Die Schaltgruppen der Testräder

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Zwar stammen sie – wie die Laufräder – meist nicht aus dem imageträchtigen absoluten Spitzensegment, doch sie funktionieren tadellos und sorgen für die ansteckende Fahrfreude, die fast alle Testräder vermitteln.

Shimanos neue Ultegra markiert den Standard in dieser Preisklasse: gleich zwölf Hersteller montieren die neue Gruppe aus Japan. Versteckte Betrugsversuche mit günstigeren Kassetten oder Ketten leistet sich in diesem Testfeld niemand. Von Shimanos Top-Gruppe Dura-Ace trennt die Ultegra vor allem das Image und rund 200 Gramm Gesamtgewicht.

Funktion und Haltbarkeit sollten aber auch anspruchsvollen Fahrern mehr als genügen. Allerdings verlangt die neue Ultegra wie die Dura-Ace aufmerksame Montage bei Kette und Zugspannung. Die Laufrichtung der Kette missachteten Fuji und KTM, bei einigen Rädern machten die Schalthebel während der Testfahrten kleinere Probleme.

Wer die Top-Gruppen will, wird bei den Internet-Anbietern fündig. Diese spielen ihren Preisvorteil durch Direktvertrieb bei der Ausstattung aus: Canyon und Poison montieren Shimanos Dura-Ace an ihren Testrädern. Aber auch die Fachhandelsmarke Bulls protzt in diesem Test mit Shimanos Spitzengruppe und trotzt damit den Versendern.

Bei Bergamont, Red Bull und Simplon sorgt Srams neue Force durch ihr Leichtgewicht für Bestwerte auf der Waage. Wer es italienisch und mit elf Ritzeln mag, wird bei Ridley mit Campagnolos Athena glücklich – wie Ultegra und Force ebenfalls eine neue Gruppe, die auch ohne imageträchtigen Namen makellos funktioniert.

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Shimanos Ultegra mit Schwächen?

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Shimanos neue Ultegra-Gruppe hat in diesem Testfeld ihren ersten großen Auftritt. An zwölf Testrädern ist der Bestseller montiert. An drei davon gab es allerdings kleinere Probleme.

Bei einem Testrad beförderte der Umwerfer die Kette in seltenen Fällen nicht auf das kleine Blatt – ein von den neuen Dura-Ace-Hebeln bekanntes Problem zu hoher Zugspannung: Die neue Mechanik verlangt eher locker montierte Züge.

Bei zwei rechten Ultegra-Schalthebeln trat in diesem Test ein weiteres Problem auf: Beim Betätigen des kleinen Schalthebels zum Befördern der Kette auf ein kleineres Ritzel griff die Mechanik sporadisch nicht. Die Tester drückten den Hebel ins Leere. Beim erneuten Drücken funktionierte wieder alles. Dieses Problem trat selten auf, im Schnitt bei einem von 75 bis 90 Schaltversuchen. Road­BIKE nahm deswegen Kontakt mit dem deutschen Shimano-Importeur Paul Lange auf, der Folgendes dazu erklärte:

„Uns ist eine Handvoll einzelner Fälle bekannt, in denen das geschilderte Durchrutschen des Hebels gelegentlich auftrat. Allerdings liegt die Quote hier im Promillebereich, bzw. darunter. Die Häufung, die jetzt im RoadBIKE-Test auftrat, können wir aus unseren Erfahrungen und Rückmeldungen absolut nicht nachvollziehen. Dennoch nehmen wir diese Fälle natürlich sehr ernst und werden gemeinsam mit Shimano intensiv nach den möglichen Ursachen dafür suchen.“

RoadBIKE sieht hier kein gravierendes Problem, wohl eher eine „Kinderkrankheit“, die es aber zu beobachten gilt. Einer der auffälligen Hebel wird von Shimano untersucht; RoadBIKE wird berichten, sobald weitere Erkenntnisse vorliegen.

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RoadBIKE Messlabor: Die Gewichte der getesteten Rennräder im Detail

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Gewichts-Check

Etliche Komplettgewichte knapp über der UCI-Norm von 6,8 Kilo, fast alle Räder unter 7,5 Kilo – das verdient ein dickes Lob! Die Mehrheit der Hersteller schickt hier leichte Räder mit leichten Bauteilen ins Rennen. Lediglich BMC, Ridley und Specialized können da nicht mithalten, bei BMC und Ridley liegt’s an zu schweren Rahmen, bei Specialized an den Laufrädern.

RB 0310 Carbon-Renner - Gewichte im Vergleich

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RoadBIKE Messlabor: Die Steifigkeiten im Detail

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Steifigkeits-Check

Auch bei den Steifigkeiten der Rahmen-Gabel-Sets gebührt der großem Mehrheit der Testkandidaten ein großes Lob. Canyon, Red Bull und Scott erreichen mit ihren Top-Rahmenkits unterm Strich echte Weltklasse-Ergebnisse, auch fast alle anderen Anbieter erzielen tadellose Werte, die in der Praxis genug Fahrstabilität bei jedem Fahrergewicht bedeuten. BMC, Lapierre und Stevens verfehlen den Mindestwert für einen jedem Fahrergewicht genügenden Lenkkopf knapp, Ridley liegt deutlicher darunter und ist das einzige Rad im Test, bei dem dies in der Praxis deutlich spürbar ist.

RB 0310 Carbon-Renner - Tretlagersteifigkeit
RB 0310 Carbon-Renner - Lenkkopfsteifigkeit

Gabel-Check

Bei der Seitensteifigkeit der Gabeln erreichen alle Hersteller das Soll, doch die Unterschiede sind gewaltig. Die beste Gabel von Cannondale ist fast doppelt so steif wie die von Merida – was in der Praxis spürbar präzisere Richtungswechsel bedeutet.

RB 0310 Carbon-Renner - Gabelsteifigkeit

Komfort-Check

Gute Dämpfung scheint in der Saison 2010 endlich ein selbstverständliches Entwicklungsziel geworden zu sein: drei Viertel aller Rahmensets im Test erreichen hier sehr gute Werte, manch ein Anbieter legt hier Spitzenleistungen hin: vor allem Specialized und Storck!

RB 0310 Carbon-Renner - Komfort

Laufrad-Check

Kein zu weiches Laufrad macht hier den guten Rahmen ein Strich durch die Rechnung – sehr gut. Allerdings leiden die Räder im Cannondale, Canyon, Lapierre, Ridley und Specialized an Übergewicht (siehe Gewichts-Check), viele kamen schlecht aufgebaut zum Test.

RB 0310 Carbon-Renner - Laufradsteifigkeit

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So testet RoadBIKE die Carbon-Renner

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Labortest:

Im eigenen Prüflabor misst RoadBIKE die Steifig­keiten der Rahmen-Gabel-Sets und aller Laufräder nach Standards, die mit dem EFBe-Institut erarbeitet wurden. Zudem wird der Komfort der Rahmen-Gabel-Sets sowie Rundlauf und Mittigkeit der Laufräder gemessen. Auch alle Gewichte, Geometriedaten und Ausstattungen stammen aus dem RoadBIKE-Prüflabor, da Herstellerangaben nicht immer den tatsächlich­en Daten entsprechen. All diese Messdaten fließen in die Test-Bewertungen ein.

Praxistest:

Mindestens drei Testfahrer waren mit jedem Testrad auf einer festgelegten Strecke unterwegs, ohne dabei die Messwerte schon zu kennen. So können sie unvoreingenommen ihre Erfahrungen und Eindrücke sammeln und abgleichen, die 50 Prozent der Endnote ausmachen.

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Fazit: Top-Bikes für weniger als 3000 Euro

20 Carbon-Renner um 3000 Euro im Test

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Tourenfahrer finden bei Berga­mont, Bulls, Cannondale, Endorfin, KTM, Merida, Poison oder Storck sehr gute Räder, von denen sich Scotts Addict mit seinen unglaublich vielseitigen Fahreigenschaften absetzen kann: ein Kauftipp. Wer es richtig sportlich mag, findet bei Cube, Fuji, Giant oder Specialized adäquate Rennmaschinen, die aber das lebendige Simplon noch übertrifft – der zweite Kauftipp. Canyon verspielt sich durch das schlecht gebaute Hinterrad den Testsieg, den sich dafür das charakterstarke Red Bull verdient ersprintet.

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