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RB Rennrad Radon RCS 10.0 Record 8 Bilder

Test: 15 Rennräder aus Carbon im Vergleich

Kampfansage

Für weniger als 3000 Euro gibt es mittlerweile Rennräder mit leichten Carbonrahmen, die nichts zu wünschen übrig lassen. RoadBIKE zeigt, welche im Test die besten sind.

Media-Show: So testet RoadBIKE Rennräder

Das Bessere ist ein Feind des Guten.“ Schon Voltaire benannte eines der Kernprobleme unserer modernen Konsumgesellschaft so einfach wie treffend. Denn was man auch besitzen mag – es lässt sich meist durch etwas noch Besseres ersetzen. Rennradfahrer etwa treibt dies dazu, immer wieder Geld in neues Material zu investieren. So gibt es ja für deutlich weniger als 2000 Euro schon richtig gute Carbonräder zu kaufen. Aber: Es gibt eben auch noch Besseres ...

Zum Beispiel die 15 Carbonrenner zwischen 2400 und 3090 Euro in diesem Test. Sie sollen, ja, sie müssen sich klar absetzen vom heiß umkämpften Segment der 2000-Euro-Räder. Aber können sie dieses Versprechen einlösen? Lohnt es sich, dafür entsprechend tiefer in die Tasche zu greifen? Der große RoadBIKE-Test klärt, ob Rennradfahrer in dieser Preisklasse bessere Rahmen, bessere Ausstattungen erwarten dürfen – und wie sich die Räder fahren.

Weitere große Rennradtests bei RoadBIKE

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Die Rennräder dieses Test im Detail

RB Rennrad Cube Litening HPC Force Geometrie
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RB Rennrad Centurion Gigadrive Geometrie
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RB Rennrad Simplon Pride Geometrie
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RB Rennrad Canyon Ultimate CF 8.0 Geometrie
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RB Rennrad Red Bull Carbon X-LITE 4000 Geometrie
Rennrad-Tests
RB Rennrad Cannondale Synapse Carbon SL Geometrie
Rennrad-Tests
RB Rennrad Focus Cayo Pro Geometrie
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RB Rennrad Felt F3 Geometrie
Rennrad-Tests
RB Rennrad Giant TCR C1 Geometrie
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RB Rennrad Lapierre X-LITE 400 Geometrie
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RB Rennrad Scott CR 1 Pro Compact Geometrie
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RB Rennrad Specialized Roubaix Expert C2 Geometrie
Rennrad-Tests
RB Rennrad Stevens SLC Ultegra SL Geometrie
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RB Rennrad Storck Scenario C 1.1 Geometrie
Rennrad-Tests
RB Rennrad Radon RCS 10.0 Record Geometrie
Rennrad-Tests

Gewicht und Steifigkeit der Rennräder im Test

Etwa bei den Rahmengewichten: Satte 300 Gramm trennen den leichtesten im Test, Stevens’ SLC, von den Schlusslichtern, Specialized Roubaix, Radon RCS 10.0 und Storck Scenario 1.1. Die Schwergewichte wiegen über 1200 Gramm – in dieser Preisklasse schon hart an der Schmerzgrenze. Dieses gute halbe Pfund Mehrgewicht am Rahmen will an der Ausstattung erst einmal wieder eingespart sein. Die drei Leichtgewichte von Canyon, Scott und Stevens hingegen unterbieten gar die Ein-Kilo-Grenze und zeigen, was technisch machbar ist, ohne dass es gleich ein richtiges Vermögen kostet.

Das Gros der Rahmen im Test drückt mit rund 1100 Gramm auf die Waage – womit sich Rennräder mit einem Gesamtgewicht von rund sieben Kilo problemlos bauen lassen.

RB 0308 15 Rennräder aus Carbon im Vergleich - Michael Rich
Daniel Geiger & Björn Hänssler
"Die Gesamtgewichte sind unglaublich. Sensationell, dass manche Räder um 3000 Euro fast die UCI-Norm von 6,8 Kilo knacken," so Michael Rich.

Top 4 und Flop 4 - diese Rennrad-Details sind im Test aufgefallen

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Wichtiger aber noch als das Gewicht alleine: Bis auf Giant und Felt und mit Einschränkungen Focus erreichen alle Rahmen gute Steifigkeitswerte und sind damit für jedes Fahrergewicht geeignet. In der Praxis bestätigen die RoadBIKE-Tester und Michael Rich diese Messdaten. Die Rahmen machen allesamt einen hervorragenden Eindruck – bis auf die drei nicht ganz so Hartgesottenen.

So testet RoadBIKE

Die Dämpfung der getesteten Räder

Top 4 und Flop 4 - diese Rennrad-Details sind im Test aufgefallen

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Ein moderner Rahmen zeichnet sich längst auch durch seine Dämpfungseigenschaften aus. Hier setzen Cannondale und vor allem Specialized mit ihren voll auf Vibrationsdämpfung ausgelegten Rahmen neue Standards.

Aber auch andere Hersteller greifen diesen Trend mittlerweile auf: Ob Canyon F10-Rahmen, Centurion Gigadrive oder der F3 von Felt – alle drei nagelneuen Rahmen gefallen mit spürbarer Vibrationsdämpfung. Das heißt: Auf rauem Straßenbelag absorbiert die Carbonfaserstruktur die Schwingungsspitzen und dämpft harte Schlägen von Querrillen ab. Diese Qualitäten spiegeln sich im Komfortmesswert wider, den RoadBIKE neben den Steifigkeiten von Lenkkopf und Tretlager im eigenen Labor von jedem Rahmen erhebt und in der Gesamtwertung berücksichtigt.

Runde Sache: die Laufräder

Top 4 und Flop 4 - diese Rennrad-Details sind im Test aufgefallen

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Hier sind die Unterschiede zwischen den Testrädern noch gravierender als bei den Rahmen, zumindest auf der Waage. Über ein Pfund, nämlich genau 536 Gramm, liegen zwischen dem leichtesten Satz, Ksyrium ES von Mavic im Radon, und dem schwersten Satz, Shimanos Ultegra im Specialized. Die von RoadBIKE gemessenen Gewichte beziehen sich dabei immer auf das komplette Set mit Bereifung und Kassette.

Dass sich der Blick auf die Laufräder lohnt, zeigen nicht nur deren Gewichte, sondern auch deren Steifigkeitswerte. Ausgerechnet die leichteren Laufrädsätze im Testfeld gehören auch zu den steifsten. Ganz vorne dabei: Die Laufradsätze im Cube (Fulcrum Racing 5), Simplon (Campagnolo Scirocco) und Focus (Fulcrum Racing 3). Aber auch Mavics Ksyrium ES-Laufradsatz im Radon erzielt angesichts seines Leichtgewichts ausgezeichnete Steifigkeitswerte im Labor.

Am Beispiel Mavic lässt sich übrigens hervorragend sehen, wie unterschiedlich in diesem Testfeld das Thema Laufräder von den Herstellern angegangen wird: Zwischen dem Ksyrium Equipe und dem Ksyrium ES-Laufradsatz liegt nicht nur ein Gewichtsunterschied von gut 400 Gramm, sondern auch eine Preisdifferenz von 500 Euro.

So testet RoadBIKE

Parts: So sind diese Renner ausgestattet

Mit ihrer hochwertigen Ausstattung tanzen die Versender-Räder von Canyon, Radon und Red Bull am auffälligsten aus der Reihe – weil sie sich in der Vertriebsstruktur den Fachhändler einsparen.

Bei den Rädern der Fachhandelsmarken zeigen sich dagegen erstaunliche Differenzen, die auf den ersten Blick schnell verborgen bleiben: So markieren Schaltgruppen wie Shimanos neue Ultegra SL oder die etwas leichtere Force von Sram den Standard.

Als hervorragende Alternative hat Simplon aus seinem Baukastensytem Campagnolos Centaur-Gruppe montiert, die auf dem Gewichtsniveau der Ultegra SL liegt. Das günstigste Rad im Test, Scotts CR 1 Pro, baut auf die „klassische“ und etwas schwerere Ultegra, die jedoch perfekt funktioniert. Immerhin: Über die Hälfte der Räder steht mit einer Kompaktkurbel am Start – wer nicht gerade Rennen fährt, wird dies den Herstellern danken.

RB 0308 15 Rennräder aus Carbon im Vergleich - Rennradfahrer an der Steige
Daniel Geiger & Björn Hänssler
Neben Vortrieb und Fahrstabilität muss ein moderner Renner auf langen Touren auch Komfort beweisen.

Negative Überraschungen bleiben aber auch in diesem hochpreisigen Segment nicht aus: Felt und Lapierre montieren die wenig schaltpräzise Kassette aus Shimanos 105-Gruppe, Lapierre und Scott verwenden recht einfache Steuersätze – was sich zudem durch 50 Gramm Mehrgewicht bemerkbar macht.

In der Praxis deutlich spürbar sind die Unterschiede bei Lenker und Sattel. Canyon, Cube und Radon spendieren den höchst angenehmen und ganz nebenbei auch hochwertigen Racelite-Carbon-Lenker von Syntace. Auch Cannondale, Centurion und Red Bull setzen auf angenehm zu greifende, am Oberlenker abgeflachte Modelle. Specialized verbessert den Griffkomfort zusätzlich durch dämpfende Gel­einlagen unter dem Lenkerband. Die anderen Hersteller montieren klassische Lenker, die gerade bei langen Touren nicht so angenehm zu greifen sind.

Auch bei den Sätteln gibt es deutliche Unterschiede. Hier entspricht ein viel zu weicher Eigenmarken-Sattel wie beim Scott nicht dem Klassenstandard. Zwar passen auch der noble Arione von Fizik oder Selle Italias SLR nicht jedem, doch solch eine hochwertige Sitzgelegenheit ist bei den meisten Händlern wohl problemlos gegen ein anderes Modell umzutauschen. Denn passen muss der Sattel genau wie das Komplettrad – zum eigenen Anspruch und den Vorlieben.

Wer sich darüber schon im Vorfeld im Klaren ist, findet in diesem Testfeld aus 15 Rädern sicher schnell seinen perfekten Begleiter. Schließlich decken die Räder das gesamte Spektrum ab: Vom harten und agilen Renngerät mit sportlich-gestreckter Sitzposition bis zum angenehm-komfortablen Tourenrenner mit satter Laufruhe ist alles zu haben. Aufschluss über die Details und das Fahrverhalten liefern die übersichtlichen Testbriefe zu jedem Rad, die Sie in der rechten Sppalte fnden.

Alle Testergebnisse im Überblick

Gewicht

Unter 7 Kilo bleiben nur nobel ausgestattete Versender, bis 7,5 Kilo ist Klassenstandard, mehr als 8 Kilo sollte so ein teurer Renner nicht wiegen.

RB 0308 15 Rennräder aus Carbon im Vergleich - Gewicht

Ausstattung

Top die Versender, sehr gut Preis-Leistungsmarken wie Cube, Centurion oder Focus. Für den Preis unter dem Durchschnitt: die großen Markennamen.

RB 0308 15 Rennräder aus Carbon im Vergleich - Ausstattung

Rahmen

Der Steifigkeits-Gewichts-Index (SGI) setzt die Steifigkeiten in Relation zum Gewicht. Das gibt Aufschluss über etwaige Konstruktionsmängel.

RB 0308 15 Rennräder aus Carbon im Vergleich - Rahmen

Versenderräder im Test

Die drei Versender-Räder in diesem Test:
Test: Canyon Ultimate CF 8.0 (Kauftipp) - Testurteil: Sehr Gut
Test: Radon RCS 10.0 Record - Testurteil: Gut
Test: Red Bull Carbon X-Lite 4000 (Kauftipp) - Testurteil: Sehr Gut

Versender oder Fachhandel? Diese Frage ist für viele nicht leicht zu beantworten. RoadBIKE stellt die Testbriefe der Versender in einen Block, damit sie sich von den Rädern, die über den Fachhandel zu beziehen sind, abheben.

Da sich Versender die letzte Vertriebsebene – den Fachhandel – sparen, können sie mit äußerst attraktiven Preisen locken. Dafür fällt aber der persönliche Service eines guten Händlers weg: Probe sitzen und eine individuelle Beratung am Rad sind nicht möglich – auch wenn die großen Versender mittlerweile mit sehr kompetenten Telefonberatungen gegensteuern.

RoadBIKE testet in jedem großen Radtest auch Versender-Räder – ohne dabei Beratung und Service zu bewerten. Wer also beim Versandhandel Geld sparen möchte, sollte vorher genau wissen, was ihm wichtiger ist – ein Rennrad zum unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis oder der persönliche Kontakt zum Händler.

Die Messwerte der Laufräder

Wenn Sie die Grafik anklicken, öffnet sich eine noch größere Version.

RB 0308 15 Rennräder aus Carbon im Vergleich - Laufräder

Von Oberrohr bis Kettenstreben: Das RoadBIKE-Lexikon

1. Oberrohrlänge

RB 0308 15 Rennräder aus Carbon im Vergleich - Lexikon
Daniel Geiger & Björn Hänssler

Das waagrechte Maß Steuerrohrmitte bis Sattelstützenmitte entscheidet, ob die Sitzposition gestreckt oder kompakt ausfällt.

2. Sitzrohrlänge

Der Wert Tretlagermitte bis zum Schnittpunkt des waagrecht gemessenen Oberrohrs gibt die wirkliche Rahmenhöhe an.

3. Steuerrohrlänge

Je kürzer das Steuerrohr, desto mehr Sattelüberhöhung – für eine sportliche Sitzposition. Ein längeres Steuerrohr dagegen sorgt für eine komfortablere Sitzposition.

4. Sitzwinkel

Je steiler der Sitzwinkel, umso
mehr Druck kommt durch eine
nach vorn verlagerte Sitzposition auf die Pedale.

5., 6. Lenkwinkel und Nachlauf

Der Nachlauf gibt den Abstand zwischen dem Schnittpunkt der verlängerten Lenkachse mit der Fahrbahn und der Mitte der Radaufstandsfläche an. Zusammen mit dem Lenkwinkel bestimmt er maßgeblich die Lenkeigenschaften.

7., 8. Radstand & Kettenstreben

Langer Radstand und Kettenstreben (waagrecht gemessen) sorgen für mehr Laufruhe und besseren Geradeauslauf. Ein kurzer Radstand macht ein Rennrad wendig.

Fazit: Auf zu neuen Zielen

Wer wie RoadBIKE ganz genau prüft und Labor- und Praxiserfahrungen vergleicht, findet im Cube Litening HPC den größten gemeinsamen Nenner für Renn- wie Tourenfahrer. Kein Rad ist ausgewogener, vielseitiger – das bedeutet den Testsieg.

Um Haaresbreite folgen das kompromisslos sportliche Canyon Ultimate CF 8.0 und das für sportliche Tourenfahrer interessante Red Bull Carbon X-Lite 4000. Beides Räder, die neben ihren tollen Rahmen mit maximaler Ausstattung punkten – der Vertrieb übers Internet macht‘s möglich. Wer auf die Beratung beim Fachhändler nicht verzichten mag, bekommt von Centurion und Simplon zwei veritable Alleskönner mit jeweils wählbarer Ausstattung.

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