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Die Teams der Tour de France 2014

Die Teams der Tour de France 2014

Mit Teamwork zum Erfolg! RoadBIKE erklärt, welche Strategien die Rennställe verfolgen, wer ihre Top-Fahrer sind und welche Rolle die Deutschen spielen.

AGR2 La Mondiale

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

en spektakulärsten Sieg 2013 holte das Team bei der Bergankunft der Tour in Alpe d’Huez. Vermeintlich schon abgeschlagen gewann Christophe Riblon die prestigeträchtige Etappe. 2014 geht der Blick in Richtung Gesamtklassement. Neben dem starken Kolumbianer Carlos Betancour könnte Romain Bardet, 23, für Furore sorgen. Im vergangenen Jahr übernahm das Nachwuchstalent nach dem Sturz des eigentlichen Kapitäns Jean-Christophe Péraud die Verantwortung und belegte bei seinem Tour-Debüt Rang 15.

Top-Fahrer
Carlos Betancour überzeugte 2013 beim Giro mit Rang 5 und wurde zudem bester Nachwuchsfahrer. In diesem Jahr bewies er sein Klasse bereits früh, als er bei Paris–Nizza 2 Etappen und das Gesamtklassement gewann.

Deutscher Faktor Die beiden deutschen Fahrer Patrick Gretsch und Julian Kern sind nicht am Start, dafür fahren die AG2R-Profis auf Rädern „engineered in Germany“ – auf Focus Izalco Max und der Zeitfahrmaschine Izalco Chrono Max.

Astana Pro Team

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

General-Manager und umstrittener Ex-Profi, fordert von seinem Top-Fahrer Vincenzo Nibali das, was er selbst nie schaffte – den Sieg bei der Tour de France. Im vergangenen Jahr ließ der Sizilianer die Frankreich-Rundfahrt aus und konzentrierte sich stattdessen auf Giro d’Italia und Vuelta. Mit Erfolg! In Italien gelang ihm auf eindrucksvolle Weise der Sieg, in Spanien wurde er erst auf den „letzten Metern“ von Chris Horner abgefangen und belegte am Ende Rang 2.

Damit Nibali gegen Froome, Contador und Co. eine Chance hat, stellt ihm Teamchef Guiseppe Martinelli eine schlagkräftige Mannschaft zusammen. Allen voran der Däne Jakob Fuglsang, im vergangenen Jahr 7. bei der Tour, sowie der Este Tanel Kangert. Der 27-Jährige begleitete Nibali im vergangenen Jahr schon als „Leutnant“ bei der Italien- und bei der Spanien-Rundfahrt und konnte sich selbst trotz geleisteter Helferdienste im Gesamtklassement weit vorn platzieren. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz des 30-jährigen Slowenen Janez Brajkovič, der vor mehreren Jahren – damals in Diensten von Arm­strongs Team – noch als Tour-Favorit gehandelt wurde, seine Leistung aber nie abrufen konnte.

Top-Fahrer
Nach Erfolgen beim Giro d’Italia (2013) und der Vuelta (2010) will Vincenzo Nibali seine dritte Grand Tour gewinnen – mehr auf Seite 82. Unterstützt wird er vom 29-jährigen Dänen Jakob Fuglsang, der lange im Schatten der Schleck-Brüder bei Saxo Bank, Leopard Trek und Radio-Shack-Nissan stand. Auf eigene Rechnung durfte dieser erst im vergangenen Jahr bei Astana fahren. In Abwesenheit von Nibali wurde er 7. im Gesamtklassement und verpasste bei einer schweren Berg­etappe nur knapp einen Sieg.

Deutscher Faktor
Keiner

Belkin – Pro Cycling Team

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Ein aufregendes Jahr hat die Equipe hinter sich. Nach den Dopingenthüllungen 2012 zog sich der langjährige Sponsor Rabobank zur Saison 2013 zurück. Das Team startet zunächst unter dem Namen Blanco, untermauert durch die weißen Trikots ohne Sponsorenaufdruck. Kurz vor der Tour 2013 wurde mit Belkin, ein US-amerikanischer Computerhardware-Hersteller, ein neuer Geldgeber gefunden – und das Team feierte Erfolge. Am bemerkenswertesten waren die Auftritte des Duos Bauke Mollema und Laurens Ten Dam bei der Tour. Dies soll sich 2014 wiederholen.

Top-Fahrer
Neben Mollema kann Laurens Ten Dam Akzente setzen. Der 33-jährige Niederländer zeigte erst in den vergangenen Jahren seine Klasse als Klassementfahrer. Platz 8 bei der Vuelta 2013 folgte ein 13. Rang bei der Tour 2013.

Deutscher Faktor
Mit 30 Jahren könnte der aus Rostock stammende Paul Martens sein Debüt bei der Tour feiern und seine Kapitäne durch die schwere erste Wochen eskortieren.

BMC Racing Team

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Nach der enttäuschenden Tour 2013 hat BMC seine Strukturen komplett umgekrempelt, damit Aufwand und Ertrag endlich zusammenpassen: Der Rennstall, finanziert mit den Millionen von Teambesitzer Andy Rihs, ist auf dem Papier zwar so etwas wie das Real Madrid des Radsports, doch seit dem Tour-Sieg von Cadel Evans 2011 ist nicht mehr viel dazugekommen. Nun sollen der zum Sportdirektor aufgestiegene Australier Allan Peiper und der neue Sportliche Leiter Valerio Piva, die schon bei HTC-Highroad zusammengearbeitet haben, BMC endlich zurück in die Spur bringen.

Top-Fahrer
Da Cadel Evans im Mai den Giro bestritten hat, tritt BMC mit Tejay van Garderen als Kapitän bei der Tour an (s. Seite 83). Ansonsten besteht das Team fast nur aus Top-Fahrern, die aber nicht selten den hohen Erwartungen hinterherfahren. Philippe Gilbert hat im Frühjahr mit dem Pfeil von Brabant und dem Amstel Gold Race zumindest wieder 2 prestigeträchtige Siege eingefahren. Sollte er zum TourTeam gehören, ist er ein Kandidat für die mittelschweren Abschnitte, wie etwa die 2. Etappe nach Sheffield. Das Team ist ansonsten komplett darauf ausgerichtet, van Garderen auf das Podium in Paris zu bringen. Dafür wurde im Winter der kolumbianischen Kletterer Darwin Atapuma, 26, verpflichtet. Auch der Slowake Peter Velits, 29, der die großen Erwartungen, die er einst weckte, nicht erfüllen konnte, ist als Helfer vorgesehen.

Deutscher Faktor
Wegen seiner Tempohärte in der Ebene kann BMC auf die Helferdienste von Marcus Burghardt auch in diesem Jahr nur schwer verzichten. Für den 31 Jahre alten Sachsen ist es bereits die 7. Tour-Teilnahme. Ob es Dominik Nerz in das
9-köpfige Aufgebot schafft, ist dagegen unsicher. 2013 etwa verzichtete BMC auf die Dienste des starken Kletterers.

Bretagne Seche

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Für deutsche Fans vielleicht überraschend ist die Wildcard-Vergabe an das französische Professional Continental Team. Doch das Team aus der französischen Radsport-Hochburg Bretagne ist keine Unbekannte unter Experten. Genauso wenig wie Teammanager Emmanuel Hubert oder die Neuzugänge Brice und Roman Feillu. Hubbert war Profi bei Gan und später Sportlicher Leiter bei Agri­tubel. Und die französischen Feillu-Brüder haben Tour-Palmarès vorzuweisen. Romain fuhr nach einem Ausreißversuch 2008 sogar einen Tag in Gelb, Brice gewann 2009 eine Etappe und wurde 2006 im Gesamtklassement 26. Ein Geheimtipp bei Bretagne-Séché Environnement ist aber der erst 22-jährige Argentinier Eduardo Sepúlveda. Er belegte in diesem Jahr bereits Rang 20 bei Paris–Nizza und wurde 5. beim Criterium International.

Top-Fahrer
Der 28-jährige Franzose Brice Feillu ist der Kapitän des Teams und als Bergfahrer mit Erfahrung bei Grand Tours aussichtsreichster Kandidat für eine gute Platzierung in der Gesamtwertung.

Deutscher Faktor
Keiner

Cannondale

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Gibt es bei Cannondale die One-Man-Show des Peter Sagan? Ja, meinen viele Experten, denn die Rundfahrergilde um Ivan Basso war schon beim Giro am Start – mit mäßigem Erfolg. Vielleicht startet Top-Sprinter Elia Vivianni auch bei der Tour und kann dort Kittel, Greipel, und Cavendish Paroli bieten – oder für Sagan anfahren.

Top-Fahrer
Der 24-jährige Sagan ist kein reiner Sprinter, mehr ein Puncheur. Er gewann bei der Tour bereits 4 Etappen und 2-mal das Grüne Trikot des Punktbesten.

Deutscher Faktor
Headcoach bei Cannondale ist der Deutsche Sebastian Weber, der auch noch André Greipel und Tony Martin trainiert.

Cofidis, Solutions Credits

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Den Freifahrschein, den das ProContinental-Team auch 2014 erhält, hat es sich verdient. Allein schon durch Rang 9 des Spaniers Navarro bei der Tour 2013. Die rotgekleidete Equipe hat mit Christophe Le Mevel, Rang 9 bei der Tour 2009 sowie Niclas Edet, Sieger der Vuelta-Bergwertung 2013, weitere starke Kletterer, die je nach Rennverlauf auf Etappensiege fahren oder Navarro im Gebirge helfen können.

Top-Fahrer
Der 30-jährige Daniel Navarro erzielte bei der Tour 2013 sein bestes Grand-Tour-Resultat. Zuvor zählte er zu den erfolgreichsten Domestiken von Contador und half ihm bei seinen Grand-Tour-Siegen.

Deutscher Faktor
Keiner

Europcar

Manager Jean-René Bernaudeau führt in dieser Saison wieder ein World-Tour-Team, nachdem sein Rennstall 4 Jahre lang nur zweitklassig war. Damit war Europcar diesmal nicht auf die stets garantierte Wildcard angewiesen. Die Franzosen werden vor allem Etappensiege im Visier haben.

Top-Fahrer
Thomas Voeckler und Pierre Rolland sind die beiden Aushängeschilder. Voeckler, der sich 2011 lange am Gelben Trikot festklammerte und am Ende 4. wurde, wird beim Start der Tour 35 Jahre alt sein. Seine Karriere neigt sich dem Ende entgegen. Doch für einen spektakulären Etappensieg ist er immer noch gut. Rolland erlebte nach seinem Durchbruch 2011, als er Voeckler lange zur Seite stand und in L’Alpe d’Huez einen Etappensieg feierte, eine eher schwache Saison 2013. Nun steht der 27-Jährige am Scheideweg seine Karriere.

Deutscher Faktor
Björn Thurau, Sohn des „Blonden Engels“ Didi , ist bereits den Giro gefahren, der Start bei der Tour ist daher eher unwahrscheinlich.

FDJ.FR

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Mit großen Erwartungen war die Equipe im vergangenen Jahr in die Tour gestartet. Der Franzose Thibaut Pinot wurde schon als Nachfolger des großen Bernard Hinault gehandelt und sollte in Richtung Podium fahren. Doch dem exzellenten Kletterer machten die Nerven einen Strich durch die Rechnung, er verlor bergab wertvolle Zeit auf die Konkurrenz – und gab dann auf. Doch Pinot stellte sich seinen Ängsten und absolvierte extra Abfahrtstrainingseinheiten. Seinem Motto „den Nachwuchs fördern“ bleibt Teamchef Marc Madiot auch bei den Sprintern treu. Nachdem Nacer Bouhanni beim Giro überzeugte, gibt aller Voraussicht der 22-jährigen Arnaud Demare bei der Tour sein Debüt. Der U23-Weltmeister von 2012 gewann bereits als Staigiare das WorldTour-Rennen Cyclassics im Jahr 2012.

Top-Fahrer
Der 24-jährige Bergfahrer Thibaut Pinot gewann bei seinem Tour-Debüt 2012 die 8. Etappe und belegte am Ende in Paris den 10. Platz.

Deutscher Faktor
Keiner

Team Giant-Shimano

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Auch wenn man bei Omega Pharma-Quick Step sicher widersprechen wird, das Team Giant-Shimano ist das beste Sprint-Team des Pelotons. Der Zug, der Marcel Kittel und auch John Degenkolb regelmäßig ins Finale fährt, ist gegenüber 2013 noch einmal besser geworden – und schon da reichte es für 4 Etappensiege bei der Tour. Seit diesen Erfolgen muss die Mannschaft mehr Verantwortung in den Rennen übernehmen. Die anderen Teams erwarten von Giant-Shimano jetzt schlicht mehr Nachführ­arbeit bei den Flachetappen, um Ausreißer zu stellen und ein Sprintfinale zu ermöglichen. Aber auch dieser Aufgabe scheint das Team gewachsen zu sein.

Top-Fahrer
Mit 4 Etappensiegen bei der Tour de France und der Übernahme des Gelben Trikots nach der 1. Etappe ist Marcel Kittel 2013 zum neuen König der Sprinter geworden. Mit 2 Etappensiegen beim Giro d’Italia im Mai hat der 26 Jahre alte Erfurter seinen Anspruch auf den Thron noch einmal untermauert. Neben Kittel ist auch John Degenkolb, 25, einer der Top-Fahrer des Teams. Die Stunde der Klassiker-Spezialisten könnte auf der 5. Etappe nach Arenberg schlagen, wenn es über das Kopfsteinpflaster von Paris–Roubaix geht. Dafür, dass Giant-Shimano seine Ansprüche über die Sprints hinaus erweitert, steht Warren Barguil. Der 22 Jahre alte Kletterspezialist gewann 2013 gleich 2 Bergetappen bei der Vuelta.

Deutscher Faktor
Das Team wird vor allem durch die Erfolge von Kittel und Degenkolb bestimmt. Mit Nikias Arndt, Johannes Fröhlinger und Simon Geschke gehören noch 3 weitere deutsche Radprofis zum Team. Während die Tour für Arndt noch zu früh kommt und Geschke schon den Giro gefahren ist, stehen die Chancen für Fröhlinger auf seine 6. Tour-Teilnahme sehr gut.

Garmin-Sharp

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Die PR-Abteilung des Teams, das als Vorbild im Anti-Doping-Kampf gilt, hatte in den vergangenen anderthalb Jahren alle Hände voll zu tun, die Dopingvergangenheit diverser Fahrer des Teams zu erklären. Vor allem das Bekenntnis des Kanadiers Ryder Hesjedal, Giro-Sieger von 2012, warf ein schlechtes Licht auf den Rennstall, obwohl die Bekenntnisse alle eine Zeit betrafen, bevor die Fahrer bei Garmin anheuerten.

Top-Fahrer
Mit dem US-Amerikaner Andrew Talansky, 25, 2013 10. bei der Tour, hat der Rennstall einen zukünftigen Podiumskandidaten in seinen Reihen.

Deutscher Faktor
Fabian Wegmann stürzte beim Giro schwer und fällt aus.

IAM Cycling

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Das ProContinental-Team aus der Schweiz ist das Hobby von Michel Thétaz, dem Chef der Vermögensverwaltungsgesellschaft IAM. Der Mann versteht offenbar sein Geschäft: Die Investition in die Verpflichtung der Franzosen Sylvain Chavanel und Jérôme Pineau dürften großen Anteil daran gehabt haben, dass das Team bereits im 2. Jahr seines Bestehens eine Einladung zur Tour erhielt.

Top-Fahrer
Neben Chavanel, 34, ruhen die Hoffnungen vor allem auf dem Schweizer Mat­hias Frank. Der 27-Jährige wird als Kapitän des Teams in die Rundfahrt gehen. Er schaffte es in diesem Jahr schon auf Platz 4 in der Gesamtwertung der Tour de Romandie.

Deutscher Faktor
Mit Dominik Klemme und Roger Kluge fahren zwei Deutsche im Team, deren Stärke die Frühjahrs-Klassiker sind. Kluge war 2010 schon einmal bei der Tour – er fuhr damals für das Team Milram. Auch in jenem Jahr endete eine Etappe in Arenberg. Und so könnte der 28-Jährige wegen des Kopfsteinpflasters auch heuer eine Option sein. Mit dem Deutsch-Australier Heinrich Haussler steht noch ein weiterer starker Klassikerfahrer im Team. Klemme darf sich deshalb kaum Hoffnungen auf einen Start machen.

Katusha Team

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Eigentlich wollte das Team bei der Tour de France mit dem Norweger Alexander Kristoff und dem Slowenen Simon Spilak auf Etappenjagd gehen und den Russen Iurii Trofimov beim Kampf um eine Top-10-Platzierung im Gesamtklassement unterstützen. Eigentlich, denn nach dem verletzungsbedingten Ausstieg von Rundfahrer Joaquim Rodriguez beim Giro könnte es sein, dass Katusha noch umdisponiert. Sollte Rodriguez, Vorjahres­dritter bei der Tour, nach seiner OP rechtzeitig fit werden, könnte er noch ins Tour-Aufgebot rutschen. Allerdings fehlen dem 35-Jährigen Edelhelfer wie Angel Vicosio, der länger ausfallen wird, oder Daniel Moreno, dem der Giro in den Knochen steckt. Gerade die hektische erste Tour-Woche mit Sprintetappen und Pflasterstein-Abschnitt liebt „Purito“ gar nicht. Entgegen kommen ihm einige der Berg­ankünfte, bei denen es auf den letzten Kilometern steil wird und er seine Explosivität ausspielen kann.

Top-Fahrer
Beim 26-jährigen Norweger Kris­toff ist in diesem Jahr der Knoten geplatzt. Mit seinem Sieg beim Frühjahrs-Klassiker Mailand–San Remo hat er sein erstes ganz großes Rennen gewonnen. Das Terrain des Olympia-Dritten von London 2012 dürften die welligeren Etappen in der ersten Tour-Woche sein. Simon Spilak überzeugte bereits bei der Tour de Romandie. Hier gewann der 27-jährige Slowene die Königsetappe im Sprint gegen Christopher Froome und wurde am Ende sogar 2. im Gesamtklassement.

Deutscher Faktor
Zur Sportlichen Leitung zählen mit Uwe Peschel, Torsten Schmidt und Michael Rich 3 deutsche Ex-Profis. Und auch die Arbeitsgeräte kommen von einem deutschen Hersteller: Die Katusha-Profis fahren auf den Straßenrädern Aeroad und CF Ultimate sowie der Zeitfahr­maschine Speedmax CF Team von Canyon.

Orica-Greenedge

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Die Australier haben 2013 bei ihrer 2. Tour für eine Menge Wirbel gesorgt. Der Teambus rammte den Zielbogen der 1. Etappe, so dass gar erwogen wurde, das Finale zu verlegen. Dann schlüpfte erst Simon Gerrans und später Daryl Impey – als erster Afrikaner – in Gelb. 2 Etappensiege, darunter der im Mannschaftszeitfahren von Nizza, machten den Rennstall zum Team der
1. Woche. Gelingt Orica-GreenEdge diesmal nur halb so viel, wird es eine gute Tour.

Top-Fahrer
Der 34 Jahre alte Simon Gerrans hat in diesem Jahr schon Lüttich–Bastogne–Lüttich und die Gesamtwertung der Tour Down Under gewonnen. Der Australier ist ein Mann für Etappensiege auf den mittelschweren Etappen. Der Mailand–San-Remo-Gewinner von 2012, Matt Goss, könnte bei den etwas schwierigeren Sprintfinals eine Rolle spielen.

Deutscher Faktor
Teamgründer Gary Ryan ist auch der Veranstalter einer Dinosaurier-Show, ein gigantisches Multimedia-Spektakel, das hierzulande in einigen Städten zu sehen war ...

Lampre-Merida

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Schlagzeilen machte das italienische Team im vergangenen Jahr mehr durch Transfers als durch sportliche Erfolge. Als cleverer Schachzug erwies sich die frühe Verpflichtung des Portugiesen Rui Costa, noch bevor er seinen Marktwert durch die Fahrt ins Regenbogentrikot verbesserte. Kritisch sehen einige dagegen die Verpflichtung von Altmeister und Überraschungs­sieger Christopher Horner aus den USA.

Top-Fahrer
Bei der Tour wird die italienische Equipe auf den amtierenden Weltmeister Rui Costa setzen, der eine Top-10-Platzierung in der Gesamtwertung anstrebt. Dafür muss der 27-Jährige allerdings beweisen, ob er bei den schweren Etappen in den Pyrenäen und Alpen mit den großen Fahrern mithalten kann. Seine beiden Tour-de-France-Etappensiege holte er nämlich aus einer Ausreißergruppe heraus.

Deutscher Faktor
Auch wenn Teamsponsor und Radausstatter Merida aus Taiwan stammt, die Räder entwickelt ein Team um den Deutschen Jürgen Falke, Director of Products bei Merida.

Lotto-Belisol

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Mit 2 Kapitänen startet das belgische Team bei der Tour: Im Sprint fährt die Equipe für den Deutschen André Greipel, im Kampf um eine Podiumsplatzierung für den Belgier Jurgen van den Broeck. Unterstützt wird letzerer aller Voraussicht von Jelle Vanendert, der stark bei den wallonischen Klassikern fuhr und bereits 2011 eine Tour-Etappe gewann sowie im Gesamtklassement am Ende 20. wurde. Spannend wird auch sein, ob Teamchef Marc Sergeant Neuzugang Maxime Monfort, der aus der Wallonie stammt, nach seinem Start beim Giro auch bei der Tour aufstellt. Der 31-jährige Wallone könnte die Joker-Rolle einnehmen, so wie zuvor bei seinem Team RadioShack Nissan Trek, als er 2013 mit offensiver Fahrweise und ohne Helferdienste verrichten zu müssen, bei der Tour 14. wurde. Schlagzeilen bei der von einer belgischen Lotterie und einer Türfabrik gesponserten Equipe dürfte auch der Australier Adam Hansen, 33, machen. Der ehemalige T-Mobile-Profi wird seine 9. Grand Tour in Folge bestreiten und vielleicht auch mal sein Heil in der Flucht versuchen.

Top-Fahrer
Gäbe es Gesetzmäßigkeiten, würde Jurgen van den Broeck, 31, in diesem Jahr Platz 4. bei der Tour belegen, denn in den Jahren 2010 und 2012 landete der Kletterer jeweils auf diesem Gesamtrang; 2011 und 2013 schied er aus. Der deutsche Top-Sprinter André Greipel will seinen insgesamt 5 Tour-Etappensiegen weitere folgen lassen und um Grün kämpfen. Möglichkeiten für Sprintankünfte gibt es bei dieser Tour genügend.

Deutscher Faktor
An der Seite von André Greipel wird auch dessen Freund und Helfer Marcel Sieberg an den Start gehen. Der 32-jährige „Sibi“, der bereits 2007 im Dienst des Milram-Teams seine erste Tour de France bestritt, organisiert den – nach Greipels Aussagen – „besten Sprinterzug der Welt“.

Movistar

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Auch wenn sie im vergangenen Jahr nicht die Mannschaftswertung gewannen, war das Team doch das präsenteste bei der Tour; 3 Etappensiege und Gesamt­rang 2 durch Nairo Quintana und 8 Tageserfolge durch Alejandro Valverde zeugen von der Klasse der Equipe. Da Quintana den Giro d’Italia bestritt, ist Valverde Kapitän.

Top-Fahrer
Der 34-jährige Valverde zeigte mit dem Gewinn der Murcia-Rundfahrt und des Fleche Wallone seine gute Form – mehr dazu auf Seite 83.

Deutscher Faktor
Aus Koblenz stammen die Räder. Die Profis fahren auf blau-grün lackierten Canyon Aeroad, Canyon Ultimate CF und Canyon Speedmax CF Team.

Team Netapp-Endura

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Die Wildcard für das Team Net­App-Endura ist auch ein Zeichen an den deutschen Markt. Der Tour-Veranstalter ASO signalisiert mit dieser Einladung des ProContinental-Teams, dass Deutschland wieder „reif“ für die Tour ist. Denn auch wenn die Mannschaft eine internationale Ausrichtung hat, ist es eben nominell ein deutscher Rennstall, der von Bayern aus geführt wird. Teammanager Ralph Denk hat seit der Gründung des Teams 2009 kontinuierlich auf das Ziel Tour-Teilnahme hingearbeitet. Je besser sich NetApp-Endura in Frankreich sportlich präsentiert, umso mehr Aufmerksamkeit wird die Mannschaft hierzulande erfahren. Genau das dürfte die ASO ins Kalkül gezogen haben.

Top-Fahrer
Der Tscheche Leopold König ist NetApp-Enduras Mann für die Gesamtwertung. Der 26-Jährige gewann im vergangenen Jahr bei der Vuelta die Bergankunft auf dem Alto Penas Blancas und beendete die Spanien-Rundfahrt als Gesamt­neunter. Für die Sprints schickt das Team den talentierten Iren Sam Bennett, 23, ins Rennen, der in diesem Jahr schon Rund um Köln und das spanische Rennen Clasica del Alméria gewonnen hat. Vor allem aber wird das Team versuchen, sich in Ausreißergruppen in Szene zu setzen. Der Tscheche Jan Barta, 29, ist für diese Rolle prädestiniert

Deutscher Faktor
Erstmals seit 2010, als das Team Milram sein letztes Stelldichein bei der Tour gab, steht ein deutsches Team am Start der Frankreich-Rundfahrt. Der Hauptsponsor ist ein weltweit operierendes IT-Unternehmen und verlangt deshalb eine internationale Ausrichtung des Teams. Paul Voss, 28, der von Milram nicht für die Tour berücksichtigt wurde, ist als Road Captain gesetzt. Andreas Schillinger, 30, schaffte es als zweiter deutscher Fahrer immerhin in den 14-köpfigen vorläufigen Tour-Kader.

Omega Pharma-Quick Step

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Das belgische Element bildet immer noch das Rückgrat bei Omega Pharma-Quick Step, aber seit 2012 hat der Rennstall eine deutliche Internationalisierung erfahren. Inzwischen wirkt das Team wie ein Wiedergänger der Ende 2011 aufgelösten Equipe HTC-Highroad. Der Fokus bei der Tour liegt vor allem auf den Sprints mit Mark Cavendish. Dafür wurde mit Mark Renshaw einer der besten Sprint-Anfahrer der Welt zurück an dessen Seite geholt.

Top-Fahrer
Mark Cavendish ist immer noch einer der besten Sprinter der Welt, auch wenn ihm Marcel Kittel inzwischen den Thron des Sprinterkönigs streitig macht. 25 Tour-Etappensiege hat der 29 Jahre alte Brite inzwischen eingefahren. Man darf ihm durchaus zutrauen, dass er den Rekord von Eddy Merckx, der insgesamt 34 Etappen gewann, knacken kann. Ein wichtiger Mann für die Sprintvorbereitung ist Tony Martin. Der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister wird in den Etappenfinals den Sprintzug auf Höchsttempo bringen. Neben den Diensten für Cavendish schaut der 29-Jährige vor allem auf das Zeitfahren am vorletzten Tag. Dort wird er versuchen, zum 3. Mal einen Etappensieg bei der Tour zu landen. Seine Überlegungen, einmal aufs Gesamtklassement zu fahren, hat Martin vorerst auf Eis gelegt. Diese Rolle im Team füllt nun der Pole Michal Kwiatkowski aus. Im vergangenen Jahr fuhr der 24-Jährige bei seinem Tour-Debüt gleich auf Rang 11. Kwiatkowski ist ein kompletter Fahrer, der in diesem Jahr die Algarve-Rundfahrt und das italienische Eintagesrennen Strade Bianche gewonnen hat.

Deutscher Faktor
Der besteht im Team nicht nur aus Tony Martin. Mit Jan Schaffrath als einem der Sportlichen Leiter und Rolf Aldag als Sportdirektor wirken auch im Hintergrund des Teams zwei Deutsche an entscheidender Stelle mit.

Team Sky

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Wig Worland
Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Die Briten überlassen nichts dem Zufall, alles läuft nach Plan. Die wissenschaftliche Herangehensweise sei das Erfolgsgeheimnis der Mannschaft, behauptet Sir David Brailsford, der British Cycling über Jahre hinweg zum erfolgreichsten Verband auf der Bahn machte, bevor er sich daran machte, das Konzept auf den Straßenradsport zu übertragen. Die Skeptiker erinnert die Dominanz des Teams Sky eher an die Übermacht von US-Postal bzw. Discovery Channel während der Armstrong-Jahre. Mit jedem Erfolg wird diese Skepsis größer. Genau wie Brailsfords Ratlosigkeit, wie er die Kritiker vom Gegenteil überzeugen kann.

Top-Fahrer
Gut möglich, dass sich das Team Sky in diesem Jahr den Luxus gönnt, gleich mit 2 Tour-Siegern anzureisen. Neben Titelverteidiger Christopher Froome (s. Seite 80) will auch der Gewinner von 2012, Bradley Wiggins, noch einmal starten (s. Seite 83). Die Antwort auf die Frage „Wie gut vertragen sich die beiden?“, dürfte eine der Haupt­attraktionen des Rennens werden. Nachdem der Australier Richie Porte, 29, auf einen Start beim
Giro d’Italia verzichten musste, kommt auch der Paris–Nizza-Sieger von 2013 ausgeruht nach Frankreich. Und auch er gilt als potenzieller Tour-Sieger, akzeptiert allerdings bislang auch klaglos seine Rolle als Edelhelfer.

Deutscher Faktor
Bei Bradley Wiggins’ Tour-Sieg 2012 gehörte der Rheinländer Christian Knees zu den wichtigsten Helfern des Briten. Chris Froome dagegen verzichtete vergangenes Jahr auf die Dienste des 33-Jährigen, der seinen Kapitän in flacherem Terrain an der Spitze des Feldes stundenlang aus dem Wind halten kann. Für „Wiedergutmachung“ sorgte Froome, als er auf Youtube Werbung für die von Knees entwickelte Sitzcreme mit den Worten machte: „Soll ich dich eincremen?“

Tinkoff-Saxo

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Nachdem der russische Milliardär Oleg Tinkoff sein Investment aufgestockt und den Rennstall übernommen hat, kann sich Bjarne Riis allein um sportliche Belange kümmern. Seitdem läuft es beim Tinkoff-Saxo-Team wieder richtig rund. Der Spanier Alberto Contador fuhr ein starkes Frühjahr, gewann Etappen und holte sich den Gesamtsieg bei Tirreno–Adriatico und der Baskenland-Rundfahrt; beim Giro d’Italia überzeugte der erst 24-jährige Pole Rafael Majka in der Gesamtwertung. Aller Voraussicht nach könnte auch der nach einer kurzen „Doping-Auszeit“ schnell und erfolgreich zurückgekehrte Australier Michael Rogers die Funktion des Capitain du Route übernehmen. Und die Dänen – Matti Breschel und Nicki Sörensen – werden „Pistolero“ Contador über das ungeliebte Kopfsteinpflaster der 5. Etappe eskortieren. Fraglich ist dann allerdings, ob für Etappenjäger wie Chris Anker Sörensen oder Sprinter wie Daniele Bennati in einer solchen Equipe noch Platz ist.

Deutscher Faktor
Der motorisierte Fuhrpark des Tinkoff-Saxo-Teams besteht aus gelb-blau lackierten BMWs.

Trek Factory Racing

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Die Rennrad-Trikots der Teams der Tour de France 2014

Mit dem Umzug von Luxemburg in die USA hat das Team eine stärkere Ausrichtung auf die Klassiker im Frühjahr erfahren. Der Traum vom Tour-Sieg, der bei der Gründung des Rennstalls 2011 im Vordergrund stand, ist vorerst ausgeträumt.

Top-Fahrer
Mangels Alternative bleiben die Schleck-Brüder die entscheidenden Profis für die großen Rundfahrten. Während Fränck nach seine Dopingsperre erstmals wieder nach Frankreich zurückkehrt, fährt Andy seit fast 2 Jahren aus unerklärlichen Gründen schwach.

Deutscher Faktor
Der „ewige“ Jens Voigt, 42, nimmt seine 17. Tour in Angriff.

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