Teil des
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Kaufberatung: In 12 Schritten zum neuen Rennrad

Checkliste für den Rennrad-Kauf

Das passende Rennrad zu finden, ist einfach – wenn schon vor dem Gang zum Händler die wichtigsten Fragen geklärt sind.

Gratulation – die wichtigste Entscheidung haben Sie bereits getroffen: Sie wollen sich ein Rennrad kaufen! Doch mit diesem Entschluss fangen häufig die Schwierigkeiten an: Rahmenmaterial und -größe, Schaltung, Anbauteile – was ist das richtige Material für mich, und wie viel muss ich tatsächlich dafür ausgeben?

Diese Vielzahl an Fragen, die so ein Radkauf aufwirft, kann selbst erfahrene Rennradfahrer ausbremsen, Einsteigern nimmt er oft gar den Wind aus den Segeln. Wenn dann der Besuch beim Händler kaum Antworten, sondern noch mehr Fragen bringt, fühlt man sich schnell verloren im unübersichtlichen Angebot.

Doch das muss nicht sein! RoadBIKE hilft Ihnen – Schritt für Schritt – bei den wesentlichen Fragen, die vor dem Kauf eines neuen Renners stehen: Alu- oder Carbon-Rahmen, welche Schaltgruppe und welche Laufräder sind die richtigen, auf was sollte man bei den Anbauteilen achten? Welche Rahmengröße passt, und wo sollte man überhaupt einkaufen – beim Fachhändler oder doch lieber im Internet?

Gehen Sie diese Punkte in aller Ruhe der Reihe nach durch, dann wissen Sie schon sehr genau, welche Modelle für Sie überhaupt in Frage kommen. Oder holen Sie sich unsere Rennrad-Kaufberatung als PDF.

So können sie bei der Suche nach Ihrem neuen Traumrad dem Händler gezielt die richtigen Fragen stellen und merken sofort, ob Sie einen guten Berater erwischt haben, der Ihnen das Passende anbietet. So wird der Radkauf nicht nur einfacher, sondern mit Sicherheit auch ein Erfolg!

Welcher Rahmen?

RB-0612-Kaufberatung-Carbon-Alu-Rahmen
Benjamin Hahn
Kaufberatung Rennrad Carbon- oder Alu-Rahmen

Carbon oder Alu – diese Frage quält zahllose Rennradfahrer – dabei gibt das Budget beim Radkauf schon oft die Antwort.

Ganz klar: Carbon-Rahmen sind auf dem Vormarsch, ab 1500 Euro sind Rennräder mit Kohlefaser-Rahmen zu haben. Carbon ermöglicht niedriges Gewicht, satte Steifigkeiten und effektive Vibrationsdämpfung – diese Kriterien zeichnen einen guten Rennrad-Rahmen aus. Allerdings: Die Herstellung von Carbon-Rahmen ist teurer als bei Alu-Modellen.

Wer maximal 2.000 Euro für sein Rad ausgeben möchte, fährt mit Alu besser: Denn die in dieser Preisklasse üblichen Einsteiger-Carbon-Rahmen sind guten Alu-Modellen technisch selten überlegen – eher im Gegenteil! Zudem gibt es wegen der niedrigeren Produktions­kosten am Alu-Rennrad immer eine bessere Ausstattung als an gleichteuren Carbon-Rennrädern. Erst in der Klasse um 2.500 Euro spielt Carbon seine Vorteile aus.

Welche Gabel?

Muss es eine unbedingt Vollcarbon-Gabel sein? Bei Rennrädern, die über 1500 Euro kosten, besteht auch die Gabel meist komplett aus Carbon. Vollcarbon-Gabeln sind leicht und steif – wie bei den Rahmen ist deren Produktion aber teuer.

Darum stecken in Rennern, die weniger als 1500 Euro kosten, häufig Gabeln mit Carbon-Scheiden und einem Schaftrohr aus Alu. Dieser Alu-Schaft bedeutet zwar etwas Mehrgewicht, ist dafür im Alltag aber stressfreier als Carbon: Denn Carbon-Schaftrohre sind im Bereich der Vorbau-Klemmung empfindlich und müssen regelmäßig auf Verformung und Kerben überprüft werden!

Welche Schaltgruppe?

RB-0612-Kaufberatung-Schaltgruppe
Daniel Geiger
Kaufberatung Rennrad Schaltung

Campagnolo, Shimano oder Sram – welche Schaltung die richtige ist, hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Deshalb: Ausprobieren! Die Unterschiede zwischen den 3 Schaltungsanbietern liegen quasi in der Hand: Ergonomie und Funktionsweise der Brems-/Schalthebel unterscheiden sich – doch gibt es hier kein besser oder schlechter. Nehmen Sie beim Händler einfach die Hebel in die Hand und schalten durch – Sie merken sofort, welche Modelle Ihnen zusagen.

Alle Gruppen mit mindestens 10 Ritzeln funktionieren grundsätzlich sehr gut. Je teurer eine Gruppe, desto leichter und haltbarer sind ihre Bauteile. Die technischen Unterschiede zwischen den Marken in Kürze: Traditionshersteller Campagnolo bietet bei allen hochwertigen Gruppen 11 Ritzel, dadurch sind vielfältige Übersetzungen möglich. Der japanische Anbieter Shimano hält die meisten Marktanteile – nicht zuletzt wegen absolut zuverlässiger, problemloser Technik. Die US-Marke Sram ist noch recht jung im Rennrad-Markt und punktet mit konsequentem Leichtbau und vielen Innovationen.

Lohnt sich für mich eine elektronische Schaltung?

Seit Shimano die elektronischen Schaltungen der Dura-Ace Di2 und Ultegra Di2 präsentiert hat, sind sie das Thema für Rennradfahrer. Campagnolo bietet seit Kurzem die elektronischen Gruppen Record EPS und Super Record EPS an.

Wer die atemberaubend schnellen, präzisen Gangwechsel per Tastenklick einmal erlebt hat, ist be­geistert. Allerdings sind elektronische Schaltungen sehr teuer. Rennräder mit Ultegra Di2 kosten ab 2.500 Euro – meist deutlich mehr. Wer es sich leisten kann, sollte es aber unbedingt einmal ausprobieren!

Welche Laufräder?

Laufräder geben dem Rennrad ein Gesicht – darum legen Rennradfahrer großes Augenmerk darauf. Das Angebot ist entsprechend vielfältig: Laufräder mit flachen Felgen (um 20 mm) sind bauartbedingt leicht und daher gut zu beschleunigen, zudem sind sie kaum seitenwindanfällig und, gepaart mit mindestens 20 Speichen, ausreichend stabil – deshalb optimale Allrounder für den Alltagseinsatz.

Etwas höhere Felgen (um 30 mm) liegen im Trend, weil sie „schnell“ aussehen: Die höhere Felge bedeutet etwas Mehrgewicht und damit schlechtere Beschleunigung, dafür bessere Rolleigenschaften. Meist sind die höheren Felgen etwas stabiler und damit für schwere Fahrer eine gute Wahl. Mit breiten Aerospeichen steigt aber auch die Seitenwindanfälligkeit dieser Räder.

Aero-Laufräder mit hohen Felgen (über 40 mm) sind Spezialisten: die schwere Felge hält gut Tempo, lässt sich aber weniger gut beschleunigen und ist sehr seitenwindanfällig.

Felgen aus Alu sind bewährt, zuverlässig und daher in allen Preislagen üblich. Teure Carbon-Felgen sollen Gewicht sparen, bieten bei Nässe aber schlechtere Bremsleistungen.

Welche Reifen?

RB-0612-Kaufberatung-Reifen-Luftdruck
RoadBIKE
Kaufberatung Rennrad Reifen

Bei reifen zählen Pannenschutz, Rollwiderstand und Komfort. Schon bei günstigen Kompletträdern montieren viele Hersteller Top-Reifen. Gut so, denn diese sind leicht, pannensicher und rollen leicht.

Üblich sind 23 mm breite Pneus – 25er bieten deutlich mehr Komfort bei geringerem Rollwiderstand – und etwas mehr Gewicht. Wichtig ist immer der korrekte Reifendruck!

Welcher Lenker/Vorbau?

Solange die Optik stimmt, kümmern sich viele Radfahrer nicht weiter um die Anbauteile am Rennrad – dabei sind diese für Komfort und Sitzposition verantwortlich. Bei Rädern bis 2500 Euro sind in aller Regel Anbauteile aus Aluminium verbaut – die sind bewährt und haben sich im Alltag als unproblematisch erwiesen.

Jenseits dieser Preismarke sind Lenker und Sattelstützen fast immer aus Carbon gefertigt – in erster Linie, um Gewicht zu sparen, doch die Kohlefasern „schlucken“ auch Vibrationen viel besser als vergleichsweise harte Aluminium-Parts.

Beim Lenker sollten Sie darauf achten, dass seine Form zu Ihren Händen passt: Ein etwas breiterer Oberlenker entlastet die Handflächen; greifen Sie unbedingt in allen Positionen in die Bögen und den Unterlenker und prüfen Sie, ob er zu Ihrer Haltung und Ihrem Händen passt. Oft ist ein Ra­dius zu eng oder der Unterlenker liegt zu tief. Dickes, griffiges Lenkerband verbessert Komfort und Sicherheit.

Mit dem Vorbau können Sie die Sitzposition anpassen: Ein bis zu 1,5 Zentimeter längeres oder kürzeres Modell korrigiert die Streckung auf dem Rad, ein anderer Vorbauwinkel hilft, die Sattelüberhöhung anzupassen – also wie tief das Cockpit im Verhältnis zum Sattel steht.

Welcher Sattel?

RB 0510 Hosentest Lochsattel
Hosentest Lochsattel

Beim Sattel hilft nur: Ausprobieren! Egal ob – wie am Komplettrad bis 2500 Euro häufig üblich – billige Eigenmarken-sättel montiert sind oder ein teurer Spitzensattel: Keiner passt jedem Fahrer!

Sie merken oft erst nach Stunden, ob Sie auf einem Modell gut sitzen. Ist das nicht der Fall, sollten Sie in einen anderen Sattel investieren. Immer mehr Modelle sind in mehreren Breiten erhältlich – ein gutes Mittel gegen Sitzbeschwerden.

Welche Sattelstütze?

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RoadBIKE
Kaufberatung Rennrad Sattelstütze Komfort

Seit der Dämpfungskomfort des Rennrads ein anerkanntes Entwicklungsziel ist, kommt der Sattelstütze eine größere Bedeutung zu, denn Sie übernimmt einen großen Teil der Dämpfung am Heck. Vorausgesetzt, sie besteht aus Carbon und bietet einen Versatz (Offset) nach hinten um 25 mm. Das haben Messungen von RoadBIKE gezeigt.

Mit solch einer Stütze können Sie selbst aus einem harten Alu-Rahmen spürbar mehr Dämpfung herauskitzeln. Je stärker der Offset, desto besser die Dämpfung. Zu starker Versatz beeinflusst aber die Sitzposition spürbar – 25 mm sind meist ein guter Kompromiss.

Welche Rahmengröße? (1)

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RoadBIKE
Kaufberatung Rennrad Rahmenhöhe Grafik

Haben Sie Ihr Traumrad gefunden, gilt es noch die alles entscheidende Frage zu klären: Welche Rahmengröße ist die richtige? Die korrekte Größe ist beim Rennrad wichtiger als bei anderen Fahrrad-Typen!

Die Rahmengröße bezeichnet die Länge des Sitzrohrs, gemessen von der Tretlagermitte bis zum Schnittpunkt mit dem waagerecht gemessenen Oberrohr (siehe links). Sie ist das gängige Maß, nach dem das passende Rennrad bestellt wird.

Da viele Hersteller andere Methoden zur Ermittlung der Rahmengröße verwenden, sollten Sie immer selber nach der hier genannten Methode nachmessen – oder dieses Maß in den Geometrie-Tabellen des Herstellers suchen.

Im nächste Schritte erfahren Sie, wie Sie die richtige Rahmengröße ermitteln.

Welche Rahmengröße? (2)

RB-0612-Kaufberatung-Rahmenhöhe-Beinlänge
RoadBIKE
Kaufberatung Rennrad Rahmenhöhe Beinlänge ermitteln

Welche Rahmengröße Sie brauchen, finden Sie heraus, indem Sie ihre Beinlänge in Zentimetern mit dem Faktor 0,66 multiplizieren. Ihre Beinlänge ermitteln Sie wie folgt: Stellen Sie sich ohne Schuhe gerade hin und klemmen sich ein Buch zwischen die Beine (siehe links). Messen Sie nun vom Boden bis zur Oberkante des Buchs, das ist Ihre Beinlänge.

Suchen Sie die diesem Wert am nächsten kommende Rahmengröße – sie ist das Maß, nach dem Sie Ihr Rad beim Händler bestellen. Doch auch bei passender Rahmengröße muss das Rad noch an Ihre Bedürfnisse angepasst werden, vor allem die Streckung durch einen entsprechend langen Vorbau und die Sattelposition.

Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie ruhig immer ein Maßband mit zum Händler und messen selber nach, ob Ihnen die empfohlene Rahmenhöhe passt – wenn nicht, sind Sie schlecht beraten und sollten vielleicht besser woanders weitersuchen.

Welches Preisniveau?

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RoadBIKE
Kaufberatung Rennrad Preisniveau

Rennräder werden vor allem nach 2 Merkmalen eingestuft: Rahmenma­terial und Schaltgruppe (obwohl die Laufräder einen größeren Einfluss auf die Fahreigenschaften haben).

Im Diagramm links ist dargestellt, in welcher Preisklasse Sie welches Rahmenmaterial und welche Gruppen erwarten dürfen. Doch die Übergänge sind fließend, Ausnahmen immer möglich: Über 2000 Euro teure Rennräder mit Alu-Rahmen gibt es ebenso wie den 1300-Euro-Renner mit kompletter Ultegra-Gruppe.

Achten Sie darauf, dass die Ausstattung ausgewogen auf einem Qualitätsniveau liegt, das ist besser als einige teure Teile – und viele günstige Mogelparts! Und: Wählen Sie im Zweifel immer die besseren Laufräder statt einer teureren Schaltgruppe!

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