Test: Cervélo Caledonia-5
Das Cervélo Caledonia-5 im Einzeltest

"Stupid big rides" – zu verrückten langen Ausfahrten soll das neue Caledonia laut Cervélo anregen. Und das Konzept geht größtenteils auf:

Das Cervélo Caledonia-5 im Einzeltest
Foto: Bjoern Haenssler

 stimmiger Marathon-Renner

 toller Komfort

 fünf Ausstattungsvarianten

 etwas übergewichtig

Das Caledonia gefällt auf stundenlangen Ausfahrten auf glattem Asphalt ebenso wie auf Kopfsteinpflaster, schlechten Straßen und geschotterten Abkürzungen. Zwei variable Flaschenhalter-Positionen am Unterrohr ermöglichen die Mitnahme größerer Trinkflaschen, Gewindeösen für Schutzbleche und/oder Gepäckaufnahme erweitern den Einsatzbereich.

Bjoern Haenssler
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Trotzdem wahrt das Caledonia bewusst eine gewisse Distanz zum Gravelbike: "nur" 34 Millimeter breite Reifen nimmt es maximal auf. Ebenso klar grenzt es sich von wettkampforientierten Rennrädern ab: Die Geometrie bringt den Fahrer in eine eher aufrechte Haltung, das Handling des Rades: unaufgeregt. Lenkbefehlen folgt das Caledonia zwar willig, richtet sich aber gerne schnell wieder auf – ein langer Radstand samt flachem Lenkwinkel sowie ein Gabelnachlauf von 60 Millimetern zeichnen hierfür verantwortlich.

Bjoern Haenssler
Tief angesetzte Sitzstreben sorgen für eine charakteristische Silhouette – und tollen Komfort.

Zum Langstreckenkonzept passen die tollen Komfortwerte, die der Rahmen in der RB-Labormessung bestätigte – Gewichte und Steifigkeiten gehen in Ordnung.

Bjoern Haenssler
Die 30-mm-Reifen stecken viel weg, nehmen aber auch etwas Spritzigkeit.

Auch die Ausstattung passt größtenteils zum Einsatzzweck, etwa der breite Lenker und die 30-mm-Reifen. Zumal der geringe Drop des Lenkers eine etwas gemäßigtere Gangart empfiehlt: Beim Sprinten stoßen die Handgelenke am Oberlenker an.

Umso mehr staunten die Tester über den serienmäßig montierten Leistungsmesser samt Semi-Kompaktkurbel – beides erscheint mit Blick auf die komfortorientierte Ausrichtung und Zielgruppe nicht ganz schlüssig.

Cervélo Caledonia-5

Preis/Vertrieb

7199 Euro/Fachhandel

Gewicht (Komplettrad ohne Pedale/Rahmen/

Steckachse v +h/Gabel)

8,4 kg/1180 g/60 + 70 g/396 g

Rahmenmaterial

Carbon

Größe

48/51/54/56/58/61

Schaltgruppe

Sram Force eTap AXS, 10–36

Kurbelsatz

Sram Force eTap AXS, 48/35

Bremse

Sram Force HRD, 160/160

Laufräder

Reserve 35 mm DT370

Reifen

Vittoria Rubino Pro, 30 mm

Vorbau/Lenker

Cervélo ST32/AB09

Sattel/Stütze

Prologo/Cervélo SP18 Carbon

Fazit: Das Caledonia fährt fast durchgängig eine konsequent komfortable Linie: ein Rad für Langstrecken- Fans, die es vielseitig mögen. Sportfahrer und Gravelpiloten kommen weniger auf ihre Kosten.

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1-2 / 2023

Erscheinungsdatum 07.12.2022

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