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Bjoern Haenssler
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Test: Canyon Ultimate CFR (2021)

Test: Canyon Ultimate CFR Das Canyon Ultimate CFR im Einzeltest

Kein Gramm zu viel: Mit seinem neuen Ultimate CFR will Canyon Maßstäbe setzen – ob das gelingt, zeigt der ROADBIKE-Test.

Leicht, leichter, Canyon Ultimate CFR: Der neue Kletterkünstler aus Koblenz verspricht die Gesetze der Schwerkraft auszuhebeln und seinen Fahrer Anstiege hinaufzutragen, als würde der von einem Aufwind beflügelt. Ja, dieser grazile Allround-Renner liebt das stete Auf und Ab, sein Terrain sind die Berge.

Nur 6,7 kg bringt das neue Ultimate CFR (Canyon Factory Racing) in der getesteten Ausstattung mit Shimanos Dura-Ace Di2 und ARC-1100-Laufrädern von DT Swiss auf die Waage. Und als wäre das nicht exklusiv genug, positioniert Canyon noch eine super edle, noch leichtere Variante darüber: Mit Campas Super Record EPS, Schmolke-Sattelstütze, PRC-1100-Mon-Chasseral-Laufrädern von DT Swiss und dem noch mal ein paar Gramm leichteren CP20-Cockpit soll das Ultimate CFR in der Campa-Variante sogar nur 6,2 Kilo wiegen – und damit nur hauchdünne 100 Gramm mehr als Specializeds Leichtbau-Renner Aethos (vgl. Test in RB 12/2020).

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Die Dura-Ace-Version des Ultimate CFR kommt mit Canyons CP10-Cockpit, bei der Campa-Version wird das noch mal leichtere CP20 montiert.

Herzstück des Ganzen: Der CFR-Rahmen mit einem komplett neu entwickelten Carbon-Lay-up. "Es besteht aus einem Mix aus Ultra-High-Modulus-(UHM-) und Ultra- High-Tension-(UHT-)Carbonfasern", sagt Global Communication Manager Thorsten Lewandowski. "Die UHM-Fasern sorgen für die notwendige Steifigkeit, während UHTFasern die Festigkeit erhöhen, also die Haltbarkeit über den gesamten Lebenszyklus garantieren." So sei es möglich, ein Lay-up zu entwickeln, das dem Rahmen sowohl Steifigkeit, Impact-Resistenz als auch Ermüdungsfestigkeit verleihe. "Das Ultimate CFR ist ein Rad für alle Bedingungen, nicht nur für den Renneinsatz", verspricht Lewandowski.

Wie akribisch die Ingenieure den neuen CFR-Rahmen auf Leichtbau getrimmt haben, zeigt ein Blick auf die Details: Beispielsweise ist der Umwerfersockel aus Carbon statt aus Alu wie beim CF SLX, was sieben Gramm einspart. Außerdem bestehen Gewinde und Schraube für die Sattelstützenklemmung aus Titan anstelle von Stahl, Gewichtsdifferenz: dreieinhalb Gramm. Und schließlich hat Canyon für das CFR eine neue Steckachse aus einem speziellen Aluminium entwickelt. Insgesamt beziffert Canyon den Gewichtsvorteil des CFRRahmen-Sets gegenüber dem CF SLX auf stolze 234 Gramm. Innere Werte, die sich im Labor bestätigen: Mit 726 Gramm (in Größe M) ist der CFR-Rahmen nach dem nur 632 Gramm schweren Aethos der zweitleichteste je von ROADBIKE gemessene Disc- Rahmen.

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Extrem schnell, extrem leicht – aber auch ziemlich pannenanfällig und nix für den Alltag: Schwalbes Pro-One-TT-Reifen.

Doch spürt man diese Liebe zum Detail auch auf der Straße? Ohne Frage! Windet sich die Straße nach oben, ist das Ultimate CFR in seinem Element: "Je steiler, je geiler" – so das offene Fazit eines Testers. Im Wiegetritt fliegt das Rad geradezu nach oben. Die vergleichsweise hohen Felgen kommen an einem auf Leichtgewicht getrimmten Renner zwar etwas unerwartet, doch die neuen ARC 1100 von DT Swiss sind eben nicht nur aerodynamisch – sie zählen auch in Sachen Gewicht zur absoluten Spitzengruppe. Inklusive Kassette und Bereifung bringen sie nur schlanke 2541 Gramm auf die Waage – ein Spitzenwert. Allerdings: Etwa 50 Gramm sparen allein die montierten Pro-One-TT-Reifen von Schwalbe – eine ungewöhnliche Wahl, vor allem weil Canyon die Alltagstauglichkeit des CFR betont. Diese Zeitfahrreifen rollen zwar extrem gut, verzichten aber auf eine Pannenschutzlage – Defekte sind so programmiert, wie es sich auf der RB-Testrunde prompt bestätigte. Ein weniger "spezieller" Reifen wäre definitiv die bessere, da alltagstauglichere Wahl.

Von diesem Detail abgesehen, lässt das neue CFR nicht viel Raum für Kritik: Mit dem vom Ultimate seit Jahren gewohnt überzeugenden Handling und satten Steifigkeitswerten liegt es auch auf schnellen Abfahrten sicher, zirkelt präzise um jedes Eck und jede Haarnadelkurve. Unsicherheit? Kommt trotz Superleichtbau auch auf Hochgeschwindigkeitsabfahrten nie im Ansatz auf – top! Hinzu kommt der ausgesprochen gute Flex von Canyons Sattelstütze S13 VCLS CF, der das Ultimate CFR zu einem angenehmen Begleiter auf langen Touren macht. Gleiches gilt für die sehr ausgewogene, dennoch sportliche Geometrie, die das Ultimate CFR zum absoluten Traumrenner adelt. Beflügelnder Aufwind inklusive.

Canyon Ultimate CFR

Preis/Vertrieb 7999 Euro/Direktvertrieb
Gewicht (Komplettrad ohne Pedale/Rahmen/ Steckachse v +h/Gabel) 6,7 kg/726 g/18 + 24 g/315 g
Rahmenmaterial Carbon
Größe 2XS/XS/S/M/L/XL/2XL
Schaltgruppe Shimano Dura-Ace Di2, 11–30
Kurbelsatz Shimano Dura-Ace, 52/36
Bremse Shimano Dura-Ace, 160/160
Laufräder DT Swiss ARC 1100 Dicut db
Reifen Schwalbe Pro One TT, 25 mm
Vorbau/Lenker Canyon CP10 Aerocockpit
Sattel/Stütze Fizik/Canyon S13 VCLS CF

Fazit:

Mit dem neuen Ultimate CFR präsentiert Canyon einen beeindruckend vielseitigen Renner, der Leichtbau, Komfort, Steifigkeit und tolles Handling überzeugend vereint. Das gelingt in dieser Konsequenz nur wenigen Herstellern.

Das Canyon Ultimate Disc

Drei Rahmenqualitäten, die sich vor allem beim Gewicht unterscheiden, bietet Canyon vom Ultimate Disc an. Nicht jeder Rahmen ist mit jeder Schaltung zu haben. Hier die Übersicht:

Das Ultimate von Canyon zählt seit Jahren zu den absoluten Top-Sellern, verbindet es doch geringes Gewicht und ausgewogenes Handling zu einem preislich sehr attraktiven Gesamtpaket. Schon ab 2200 Euro ist ein Carbon-Disc-Renner mit Shimanos grundsolider 105 zu haben. Außerdem: Noch immer bietet Canyon von Ultimate CF SL und CF SLX Versionen für Felgenbremsen an. Im Gegensatz zum neuen Aeroad gibt es die günstigste Rahmenvariante CF SL vom Ultimate auch mit elektronischer Schaltung: Top-Technik zum fairen Preis – das Ultimate CF SL mit Shimanos Ultegra Di2 bzw. Srams Force eTap AXS ist der Preis-Leistungs-Kracher im Line-up. Interessant: Shimanos mechanische Dura-Ace verbaut Canyon an keinem Ultimate-Modell mehr, gleiches gilt für die mechanischen Gruppen von Sram und Campagnolo. Das Ultimate CFR gibt es in zwei Versionen (nur mit Disc): mit Dura-Ace Di2 oder Super Record EPS. Unterschiede gibt’s außer bei Schaltung und Laufrädern beim Cockpit mit CP10 (Shimano) und CP20 (Campa). Für Individual- Aufbauten ist ein Rahmen-Set erhältlich (3499 Euro).

Das Canyon Ultimate CFR im Einzeltest

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