Canyon Ultimate CF EVO Disc Ltd Bjoern Haenssler
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Canyon Ultimate CF SLX Evo LTD (2020) im Test

2020er Rennräder im Test: Canyon Ultimate CF SLX Evo LTD (2020)

Gewichtsnachteil Disc? Canyon zeigt mit seinem Top-Sportler Ultimate CF Evo, dass sich konsequenter Leichtbau auch mit Scheibenbremsen umsetzen lässt.

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Canyon Ultimate CF EVO Disc Ltd
Bjoern Haenssler
Giert stets nach Tempo: das superleichte Canyon Ultimate CF Evo Disc LTD.

Leichter, immer leichter? Eigentlich hatte man ja das Gefühl, mit der neuen Dominanz der Scheibenbremse am Rennrad sei die Zeit der ewig neuen Leichtgewichtsrekorde vorbei. Schließlich gilt die Disc immer noch als klarer Gewichtsnachteil gegenüber einer Felgenbremse. Doch mit seinem neuen Ultimate CF Evo lässt der Direktanbieter aus Koblenz die Fans leichter Rennräder aufhorchen: Auch mit Scheibenbremsen müssen Räder nicht mehr die 7- oder gar 8-Kilo-Grenze reißen. Nein, gerade mal 6 Kilo Gesamtgewicht verspricht Canyon für sein Ultimate Evo – ganze 800 Gramm weniger, als die UCI noch immer als Mindestgewicht vorschreibt (6,8 kg). Gleichzeitig, so betont man bei Canyon, sei das neue Ultimate CF Evo voll alltagstauglich. Den harten Renneinsatz bei der Tour de France und Vuelta a España etwa habe es problemlos weggesteckt, unter anderem als Dienstfahrzeug von Rick Zabel. Nichts weniger als das „leichteste Serienrennrad mit Disc“ habe man damit im Portfolio, so Canyon.

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Bjoern Haenssler
Filigranes Carbon-Duo: TLO-UD-Stütze von Schmolke und Selle Italias SLR-C59-Sattel.

Doch kann der Superleicht-Renner auch im harten Labor- und Praxistest überzeugen? Schon in der ROADBIKE-Werkstatt zog das Ultimate CF Evo begehrliche Blicke auf sich, wie auch später auf den Testfahrten. Klar, Canyon zieht alle Register, um Gewicht zu sparen: sei es mit der superleichten Sattelstütze vom Carbon-Spezialisten Schmolke, dem leichten SLRC59- Sattel von Selle Italia oder den Grandprix TT- Reifen von Continental. Hinzu kommen die extrem leichten Laufräder von DT Swiss, Modell PRC 1100 Dicut in der Spezial-Edition zum 25. Jubiläum. Sie sollen die leichtesten Disc-Laufräder sein, die DT Swiss bis dato gebaut hat. Das bestätigt sich auf der Waage: Laufräder inklusive Reifen und Sram-Red-Kassette wiegen nur 2274 Gramm.

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Nur 2274 Gramm wiegen die Laufräder von DT Swiss – Reifen inklusive.

Aber auch Canyon selbst hat ordentlich Entwicklungsarbeit in das neue CF Evo gesteckt. Der Rahmen ist mit 697 Gramm rekordverdächtig leicht, die Gabel steht dem in nichts nach, und die Waage zeigt für das Rahmen-Gabel-Set nur 1082 Gramm an – so mancher nackte Carbon- Rahmen ist schwerer. Übrigens: Das zulässige Systemgewicht gibt Canyon mit 110 Kilo an, der Fahrer muss also selbst kein Leichtgewicht sein.

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Neu entwickelt für das Ultimate CF Evo: das CP- 20-Cockpit von Canyon.

Doch wie sieht es in Sachen Steifigkeiten und Komfort aus? Verlangt der Leichtbau am Ende doch zu viele Kompromisse? Klare Antwort: Nein! Tretlager und Lenkkopf warten zwar nicht mit Steifigkeits-Fabelwerten auf, liegen aber satt im grünen Bereich. Auch beim Komfort punktet der Rahmen, am Heck glänzt das Evo gar mit herausragend guten Werten. Auf der Straße gefällt der Leichtbau-Renner mit ausgeprägtem Vorwärtsdrang, er beschleunigt leichtfüßig, ausgedehnte Kletterpartien geraten zum reinen Vergnügen. Bergab animieren die leicht rollenden Zeitfahrreifen von Conti zu Geschwindigkeitsrekorden, dabei fährt sich das Rad trotz des geringen Gewichts jederzeit sicher und gefällt mit seinem ausgewogenen Handling. Ergebnis: ein verdientes „überragend“ als Gesamtnote.

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Hightech leicht gemacht: Srams elektronische Red eTap AXS.

So viel Leistung hat natürlich ihren Preis: 7999 Euro verlangt Canyon für das Ultimate CF Evo Disc in der LTD-Edition. Eine Version mit Felgenbremsen ist für 500 Euro weniger erhältlich.

Sitzposition: Gute Mischung aus Komfortabel und Sportlich

Charakter: gute Mischung aus Laufruhe und Wendigkeit

Fazit

Beeindruckend leicht, ganz ohne Kompromisse beim Komfort oder bei den Steifigkeiten einzugehen: Canyon zeigt mit dem Ultimate CF Evo eindrucksvoll, was in Sachen Leichtbau aktuell machbar ist – auch mit Scheibenbremsen.

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