Peter Bender
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Canyon Endurace:ON AL 7.0

Erstes E-Rennrad aus Koblenz

Mit dem Endurace:ON AL, Canyons erstem E-Rennrad überhaupt, sollen Langstrecken-Touren nochmals verlängert und die Grenzen des bisherigen Fahrerlebnisses ausgeweitet werden. Dafür hat der Fazua-Antrieb extra ein Software-Update bekommen.

Für 2.999 Euro bekommt der elektroaffine Rennradfahrer das neue und erste E-Rennrad von Canyon. Erhältlich ist das Endurace:ON AL als Modell 7.0 mit den neuen Shimano GRX-Komponenten in den größen S-XL. In Größe S wog das ROADBIKE-Testmodell 15,3 kg, was für ein E-Bike aus Alu gar nicht schlecht ist. Dabei sollen 4,6 kg auf den Motor gehen.

Bisher sind E-Rennräder noch rar in der Rennrad-Welt, anders als im City- und Mountainbike-Bereich. Das möchte Canyon jetzt ändern: Mit dem Fazua-Evation-Antriebssytem, inklusive Black Pepper Performance Update, soll jeder Fahrer bei Steigungen mithalten können und bei jeder Ausfahrt die typische Canyon Fahrdynamik erleben können, verspricht der Koblenzer Rahmenbauer und ist davon überzeugt, dass der Markt für E-Rennräder weiter wachsen und bestehen wird.

Peter Bender
Das neue Canyon Endurace:ON AL ist das erste E-Rennrad von Canyon.

Was bedeutet das Software-Update konkret? Bisher waren mit dem leichten Fazua Evation Antrieb nur Trittfrequenzen von bis zu 60 U/min möglich, was eher untypisch beim Rennradfahren ist. Das neue Update lässt Trittfrequenzen bis 120 U/min zu und soll so ein echtes Rennrad-Feeling aufkommen lassen.

Als weltweit erster Hersteller liefert Canyon ein E-Bike mit dem neuen Black Pepper Performance Update von Fazua aus. Das Update soll für noch mehr Power und eine breitere Leistungsverteilung sorgen. So sollen die 60 Nm bzw. 250 Watt Unterstützung, die der Fazua-Motor leistet, besser für Rennradfahrer und deren typische Fahrweise geeignet sein. Bei Geschwindigkeiten von über 25 km/h kann man widerstandslos weiterfahren, da der Motor komplett auskoppelt. Mit dem Fazua-Antrieb sollen, je nach Leistung des Fahrers, Distanzen bis 90 km mit einer Akku-Ladung möglich sein.

Beim neuen Canyon Endurace:ON AL sind drei Unterstützungsstufen wählbar: Breeze (100 W max. Unterstützung), River (210 W max. Unterstützung) und Rocket (250 W max. Unterstützung). Selbst im Rocket Modus soll der Motor sehr leise sein. Eine volle Ladung dauert etwa 3½ Stunden, so der Hersteller.

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Das Fazua-Evation-Antriebssytem ist das Herzstück des Canyon Endurace Al On und kommt mit einem rennradspezifischen Software-Update.


E-Rennräder sind sicher nicht für jeden etwas und für Rennradfahrer mit einem kritischen Auge zu betrachten. Macht das überhaupt Sinn, passen Rennsport und E-Motoren zusammen? Canyon sagt ja: Das Endurace:ON AL ist für alle. Für alle, die einfach nicht aufhören wollen zu tun, was sie lieben. Für alle, die am Beginn der "Faszination Rennrad" stehen. Für alle, die miteinander Erlebnisse sammeln wollen. Und für alle, die für sich ganz allein neue Herausforderungen suchen.

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Die Koblenzer haben das neue E-Rennrad um die bewährte Sport-Geometrie der Topseller-Familie Endurace konzipiert. Zudem wollen sie es kompromisslos entwickelt haben, hinsichtlich Design und Technologie. Des Weiteren um den perfekt in dieses Segment passenden Fazua Evation Antrieb erweitert, das vom Start weg mit dem neuesten Black Pepper Performance Update ausgerüstet ist und schließlich in vielerlei Hinsicht eines der derzeit attraktivsten E-Rennräder auf dem Markt, so Canyon.

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Das Canyon Endurace:ON AL fällt nicht auf Anhieb als E-Rennrad auf.


Canyon verpricht viel Rennrad: Auf Basis der Sport-Geometrie des Endurace steht mit 10 mm längeren Kettenstreben ein E-Bike, das ein wahrhaftiges Rennrad ist, lassen die Koblenzer laut verkünden. Doch was steckt alles in dem neuen E-Rennrad? Ein Aluminiumrahmen, eine Carbon-Gabel und eine Carbon-Sattelstütze. Dazu 32 mm breite Schwalbe E-One Reifen, Steckachsen vorne und hinten, 160 mm Scheibenbremsen und Shimano GRX Gravel-Komponenten. Was wie ein Rezept klingt, bietet Canyon zufolge pure Performance, zuverlässige Haltbarkeit, Komfort, Präzision und maximales Vertrauen. Dabei soll nichts der ursprünglich typischen Agilität eines Rennrads verloren gehen.

Im ROADBIKE-Check fühlte sich das Canyon im Breeze-Modus auch am Berg wie ein "echtes" Rennrad an: Geschwindigkeiten über 20 km/h bei Steigungen von über 5 % erfordern vom Fahrer ordentlich Einsatz. Der Rocket-Modus hingegen verdient seinen Namen und beschleunigt in Windeseile auf 25 km/h, bevor sich der unauffällig arbeitende Motor sanft abkoppelt und die eigene Muskelkraft fürs weitere Vorankommen reichen muss. Die Unterstützungsstufen können ganz einfach am Unterrohr, über der Trinkflaschenhalterung und während der Fahrt per Tastendruck gewechselt werden.

Rennrad untypisch wird es hingegen auf geraden Abschnitten: Sobald der Motor bei 25 km/h aufhört zu unterstützen, braucht der Fahrer etwas Schwung, um auf über 30 km/h zu kommen. Zwar strampelt man nicht – wie bei den meisten E-Bikes – gegen den Widerstand des Motors, aber das höhere Gewicht macht sich dann doch bemerkbar, zumindest bei denjenigen, der normalerweise Rennrad fährt. Was nicht bedeutet, dass es keinen Trainingseffekt gibt, ganz im Gegenteil, es erfordert einges an Kraft, das E-Rennrad aus Koblenz auf hohe Geschwindigkeiten zu bringen. Den Unterschied merkt wahrscheinlich nur ein erfahrener Hobby-Fahrer. Während dieser auf eher flachen Abschnitten mit über 40 km/h auf seinem unmotorisierten Rennrad brettert, ist das Endurace:ON mit ähnlichem effort deutlich langsamer. Es fühlt sich mehr wie ein gleiten über den Asphalt an – ein neues und interessantes Fahrerlebnis. Richtig Speed, wie auf einem Rennrad sollte man nicht erwarten. Ob man auch so schnell unterwegs sein will, ist Geschmackssache. Mit dem E-Rennrad aus Koblenz kommt man sicher auch auf seine Kosten und kann Spaß damit haben.

Die Bedienung und das Einsetzen des Fazu-Akkus ist selbsterklären und gut. Der Akku wird einfach im Tretlagerbereich angesetzt und im oberen Teil des Unterrohrs eingeklickt. Vergessen Sie aber nicht vor dem Einsetzen, erstmal den Akku anzumachen. Praktisch: Ein Abus-Schloss riegelt sicher den Akku ab. Den Schlüssel sollten Sie lieber immer bei sich haben und sicher verwahren. Wird das Endurace:ON länger nicht bewegt, schaltet sich der Motor von selbst ab. Der Akku kann nur angemacht werden, wenn dieser am oberen Teil des Unterrohrs ausgeklickt wird und wieder angemacht wird. Der Einschaltknopf des Akkus befindet im oberen Teil und zwar dort, wo er ausgeklickt wird. So kann man diesen schnell an- und wieder ausmachen. Wenn das Endurace:ON abgeriegelt ist, geht das auch nicht mehr ohne Schlüssel an. So wird es Dieben schwer gemacht, sich einfach am fremden E-Rennrad zu vergehen.

Trotz des – für ein Rennrad – üppigen Gewichts (15,3 kg in Größe S) überzeugt es mit recht agilem Handling. In Anbetracht des attraktiven Preises von 2999 Euro geht das Gewicht in Ordnung. Erhältlich ist das Rad in den Größen S bis XL, laut Canyon soll eine Akku-Ladung für 90 Kilometer reichen. Kurz: Das Endurace:ON macht den Einstieg in die E-Rennrad-Welt bezahlbar, auch Langstreckenpendler könnten daran Gefallen finden.

Ab sofort ist das Endurace:ON AL 7.0 auf canyon.com erhältlich.

Alle Bilder des neuen Canoyn Endurace:ON AL

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