Italienische Rennräder im Test Björn Hänssler
Italienische Rennräder im Test
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Basso, Bianchi, De Rosa - 8 Rennräder aus Italien im Test

Test: 8 Rennräder aus Italien Basso, Bianchi, De Rosa, DeAnima, 8 Rennräder aus Italien im Test

Klangvolle Namen, jede Menge Emotionen – italienische Rennräder faszinieren: mit Tradition, Technik, Stil – und noch ein bisschen mehr? ROADBIKE hat acht Modelle unterschied­licher Preisklassen getestet.

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Schön schnell: Bianchis Specialissima und das Fondriest-Dardo.

Kann ein Rennrad mehr sein als die Summe seiner Teile? Kann es eine Seele haben? Diese nicht ganz ernst gemeinte Frage drängt sich auf, wenn man zu ergründen sucht, warum insbesondere italienische Rennräder bei ihren Fans fast schon reli­giöse Gefühle wecken. Was lässt viele von uns innehal­ten, wenn sie ein Bianchi, Colnago, Pinarello oder Wi­lier am Straßenrad oder vor einem Café erblicken?

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Wer in einem Rennrad nur ein schnödes, möglichst effizientes Sportgerät sieht, wer markanten Formen und klangvollen Namen nichts abgewinnen kann, wird dafür nur wenig Verständnis aufbringen. Doch so viel steht fest: Italien und Radsport, das war schon immer eine ganz besondere Verbindung. Die Franzosen mö­gen mit der Tour das größte Rennen haben, aber mit ihrer leidenschaftlichen, bedingungslosen Liebe zum Radsport mit allen seinen Höhen und Tiefen sind die Italiener konkurrenzlos – und die italienische Rennrad­industrie sucht ebenfalls ihresgleichen: Namen wie Tullio Campagnolo, Edoardo Bianchi und Ernesto Col­nago haben die Entwicklung unseres Sports geprägt.

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Für Genießer: ein guter Tropfen nach einer schönen Tour auf edlen Rennern.

Die Namen stehen für Tradition und herausragende Leidenschaft, die ohne Zweifel Begehrlichkeiten weckt: Einmal im Leben mit einem Rennrad fah­ren, das mehr zu bieten hat als nur überzeugende, perfektionistisch­-nüchterne Ingenieurskunst. Sich stattdessen im Sattel vom Temperament und Feu­er einer charakterstarken Rennmaschine verfüh­ren zu lassen, sich zugleich von der Masse abzuhe­ben – für viele Rennradfahrer ein Traum. Solche Träume erfüllen Verena und Jürgen Wastl, die sich mit ihrem Laden "Passione Bici" im schwäbischen Kirchheim/Teck ganz den italieni­schen Rennrädern verschrieben haben und seit 2007 Importeur für De Rosa in Deutschland sind.

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"Ich bin früher Radrennen gefahren und war ei­gentlich immer auf Italienern unterwegs, von Bi­anchi bis Gios war da alles dabei", sagt Jürgen Wastl. Über die Zeit entstand der Kontakt zu Ugo De Rosa und seiner Familie, der bis heute sehr eng und freundschaftlich sei. Da sei es nur logisch ge­wesen, sich auch mit dem Radladen ganz auf itali­enische Anbieter zu konzentrieren. "Viele von un­seren Kunden sind leidenschaftliche Rennradfah­rer und möchten einfach etwas Besonderes, ein Rennrad mit Seele", sagt Verena Wastl. "Deshalb le­gen wir großen Wert darauf, die Räder individuell abzustimmen, damit Rad und Fahrer perfekt zusammenpassen.Wir sind eigentlich schon fast mehr eine Partnervermittlung als ein Radladen", erklärt Verena Wastl lachend.

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Partner fürs Leben vermittelt auch Carsten Kupsch, der in seinem Rennradstudio "Rad-Kreuz" in Berlin unter anderem Bianchi, Basso und Bottecchia verkauft. "Die meisten meiner Kunden erfüllen sich einen Lebenstraum", sagt Carsten Kupsch. "Da spielen natürlich Emotionen, die beispielsweise das Bianchi-Celeste auslöst, eine große Rolle." Das letzte Gramm Gewicht oder auch der Preis seien hingegen oft zweitrangig: "Wer ein Bianchi haben möchte, will eben ein Bianchi haben."

Aber natürlich sind Emotionen nicht alles, betont Kupsch: "Allein damit verkauft man heute auch keine Räder mehr." Dass "Italiener" nicht nur mit Optik, Emotion und Tradition punkten können, sondern auch technologisch auf der Höhe der Zeit sind, belegen die Erfolge im Profisport – und längst nicht nur die vergangener Zeiten: Die letzten sechs Tour-Sieger waren alle auf Rädern "made in Italy" unterwegs, vor allem Pinarello zeichnete sich mit fünf Siegen von 2015 bis 2019 aus, 2020 war Colnago erfolgreich. Den letzten Tour-Sieg auf einem Nicht-Italiener feierte – ausgerechnet – ein Italiener: Vincenzo Nibali gewann 2014 auf Specialized.

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Ein letzter Punkt: Es gibt eben auch nicht DIE italienischen Rennräder, denen Kritiker gerne eine gewisse barocke Verspieltheit vorwerfen. Der im Unterton versteckte Vorwurf der Rückständigkeit ist dabei durchaus beabsichtigt. Doch wer sich mit den italienischen Herstellern befasst, sieht schnell: Natürlich ist die Tradition allgegenwärtig, aber es gibt auch junge Hersteller, wie beispielsweise Officine Mattio, denen es gelingt, Tradition und Moderne mit einem ganz neuen, faszinierenden Ansatz zu verbinden. Zu Rennrädern mit Seele ...

Hier sind die Testberichte der 8 Italo-Renner:

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