Rennrad elektronische Schaltung Test Björn Hänssler
Canyon Endurace CF SL 8.0 Di2
Canyon Endurace CF SL 8.0 Di2
Canyon Endurace CF SL 8.0 Di2
Focus Izalco Max 9.6 21 Bilder

E-Schaltungs-Renner von Canyon, Focus, Giant, Rose & Co im Test

Test: E-Schaltungs-Renner von Canyon, Focus, Giant & Co. 7 Rennräder mit E-Schaltung im Test

High-End-Performance zum vertretbaren Preis? Das geht – und wie: ROADBIKE hat sieben Renner mit Shimanos Ultegra Di2 und Srams Force eTap AXS getestet.

Ein kurzer Klick, ein leises Surren – schon liegt der neue Gang sauber auf: Elektronische Schaltungen sind die Messlatte in puncto Schaltkomfort und Performance; sie wecken nicht ohne Grund Begehrlichkeiten. Wer diesen Luxus einmal erfahren hat, will ihn nicht wieder missen: Keine Züge, die verschleißen, reißen oder sich längen, nie mehr ratternde Ketten, keine großen Hebelwege, kein Hakeln.

Das alles hat natürlich seinen Preis: Rennräder mit den Top-Gruppen Dura-Ace Di2, Sram Red eTap AXS oder gar Campagnolos Super Record EPS marschieren zunehmend in Richtung 10 000-Euro-Marke – oder liegen gar darüber.

Sram Rival: Neuer Stern am E-Himmel?

Umso erfreulicher, dass es die "kleinen Geschwister" gibt: So kostet die Ultegra Di2-Gruppe "nur" ca. 1500 Euro im Vergleich zur Dura-Ace Di2 mit ihren 2500 Euro, bei der Force eTap AXS mit 1725 Euro ist der Sprung zur Red für 3500 Euro noch größer. Ganz neu gibt’s nun auch die Rival als elektronische eTap AXS-Version ab ca. 1400 Euro (siehe auch RB 06/21). Einzig bei Campagnolo warten Kunden seit Jahren auf eine günstigere EPS-Schaltgruppe unterhalb der Super Record.

Die nächste gute Nachricht: Unterschiede im Schaltverhalten sind im Vergleich zu den teuren High-End-Gruppen quasi nicht spürbar. Nur bei der Materialgüte und beim Gewicht treten deutliche Differenzen zutage: So ist beispielsweise die Red ca. 400 Gramm leichter als die Force, die wiederum einen Gewichtsvorteil von rund 200 Gramm zur Rival hält.

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Wer also einen Renner mit maximaler Performance zum vertretbaren Preis sucht, wird bei den Rädern mit Ultegra Di2 und Rival bzw. Force eTap AXS fündig. Vor allem in Kombination mit Scheibenbremsen erhält man ein hochmodernes Rennrad, das kaum Wünsche offen- lässt – auch in Sachen Preis/Leistung. Kurz zur Orientierung: Disc-Renner mit elektronischer Schaltung fangen aktuell bei rund 3500 Euro an, bei Felgen- brems-Rennern sind 3000 Euro die Untergrenze. Force und Ultegra liegen dabei meist auf einem ähnlichen Niveau, manchmal ist auch die Force ein paar Hundert Euro teurer, je nach sonstiger Ausstattung.

Björn Hänssler

Wer sich allerdings von der neuen Rival eTap AXS erhofft hat, dass Rennräder mit elektronischer Schaltung damit deutlich günstiger werden, wird enttäuscht: Bislang führen recht wenige Hersteller Rival eTap-Räder im Angebot; die aktuellen Modelle (u.a. von Storck, Specialized, Orbea, Basso und Wilier) kommen mit rund 4000 Euro recht teuer.

Bleibt die Frage: Sram oder Shimano? Für Sram spricht, dass die Gruppen ein zwölftes Ritzel bieten, zudem mit ihrer Funktechnologie und den optional erhältlichen Powermetern den Stand der Technik definieren. Sram-Bremsscheiben aus Stahl gelten zudem als weniger anfällig und neigen beim Heißbremsen nicht so stark zum Verziehen wie die "IceTech"- Sandwich-Discs von Shimano mit Alu-Kern – wobei auch hier die anfänglichen Probleme deutlich seltener auftreten.

Sram und Shimano: Unterschiedliche Schaltlogik

Die Schaltlogik ist bei beiden eine Frage der Gewöhnung: Dass Sram mit zwei Schalttasten auskommt, während Shimano deren vier verbaut, lässt die eTap-Bedienung vielen intuitiver erscheinen – die Gefahr, sich zu verschalten ist geringer. Allerdings benötigen Sram-Gruppen Laufräder mit speziellem XDR-Freilauf, um die 12fach-Kassetten montieren zu können. Außerdem ist die Force anspruchsvoller, was die Einstellung des Umwerfers angeht, der zudem weniger geschmeidig schaltet als das Pendant des Marktführers.

Shimanos Ultegra Di2 dagegen ist millionenfach bewährt, extrem zuverlässig, die Schaltlogik lässt sich den eigenen Vorlieben anpassen. Auch das zwölfte Ritzel ist zu verschmerzen – vor allem, wenn der direkte Vergleich fehlt. Auch ist der zentrale Akku leichter im Blick zu behalten als die vier Zellen, die Sram verbaut.

Diese Bikes hat ROADBIKE getestet:

Canyon Endurace CF SL 8.0 Di2
Rennrad-Tests
Focus Izalco Max 9.6
Rennrad-Tests
Giant TCR Advanced Pro
Rennrad-Tests
Rose X-Lite Six Disc
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Storck Fascenario.3 Comp
Rennrad-Tests
Time Alpe d’Huez-21
Rennrad-Tests
Trek Émonda SL7 eTap
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