US-Gravelbike-Test Björn Hänssler
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Test: 4 US-Gravelbikes

4 Gravelbikes aus den Vereinigten Staaten im Test

Gravel – ein schnelllebiger Trend aus Amerika? Mitnichten! Vier Bikes aus der Heimat des Sports machen deutlich: Off-road Rennrad fahren fasziniert. Nachhaltig.

Diese Gravelbikes haben wir getestet:

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US-Gravelbike-Test
4 US-Gravelbikes im Test Test: 4 Gravelbikes aus den Vereinigten Staaten
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Freiheit und Abenteuer erleben. Ausgetretene Pfade verlassen. Sich öffnen für Neues, ausbrechen aus dem (Rennrad-)Alltag, der einem viel zu oft Grenzen setzt – gerade in Großstadtnähe. Und das alles, ohne die eigenen Wurzeln zu verleugnen (man möchte ja nicht gleich aufs Mountainbike wechseln ...). Wer es einmal ausprobiert hat, verfällt ihr schnell, der "Faszination Gravel". Ein Thema mit Wachstumspotenzial, vom Marketing-Hype zum Dauerbrenner.

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Björn Hänssler
„Vier Männer, vier Gravelbikes, eine Mission: die Grenzen der US­Bikes ausloten. Unter allen Bedingungen.“

Seinen Ursprung hat das Graveln – wie könnte es anders sein – in den USA. Unzählige Kilometer nicht asphaltierter, grob geschotterter Pisten stellten sportliche Piloten, die möglichst zügig lange Distanzen zurücklegen wollten, vor Herausforderungen. Entsprechend waren die Entwickler gefordert, mit Konventionen zu brechen, zunächst mit den am Rennrad üblichen Reifenbreiten. Dazu kamen eine entspanntere Geometrie und breitere Lenker mit ausgestellten Enden ("Flare") für mehr Kontrolle offroad.

Eine grundsätzliche Offenheit für Neues kennzeichnet im Übrigen die ganze Gravel-Gemeinde, deren lässig-entspanntes Lebensgefühl als Gegenentwurf zum oft sehr wettkampforientierten, sportlichen Ansatz vieler altgedienter Rennradfahrer gelten kann.

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Björn Hänssler
Need for Speed: über groben Schotter auf dem Panzerübungsgelände.

Auch bei uns in der ROADBIKE-Redaktion hat der Gravel-Virus um sich gegriffen. Klar, dass alle Tester regelmäßig erfahren wollen, wo die jüngste Generation der Offroad-Renner steht. Auch weil die ersten als Gravelbikes vermarkteten Modelle nicht immer den Geschmack europäischer Kunden trafen. Und viele sich bei näherer Betrachtung als nur leicht modifizierte Cyclocrosser entpuppten. Inzwischen wurden viele Modelle weiterentwickelt, doch noch immer interpretiert jeder Hersteller den Begriff Gravel ein wenig anders – und legt seine Modelle dieser Philosophie entsprechend aus.

Zum aktuellen Test traten ausschließlich Räder US-amerikanischer Anbieter an: Cannondale, Pivot, Santa Cruz und Trek. Auch Specialized war zum Test eingeladen, ein in Kürze anstehender Modellwechsel ließ eine Teilnahme aber wenig sinnvoll erscheinen.

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Björn Hänssler

Apropos Test: Um in den natürlichen Lebensraum des Gravelrenners vordringen zu können, muss sich unsere Testcrew erst mal den Weg aus der Stuttgarter Innenstadt durch den Kessel nach oben kämpfen. Gut, dass Online-Redakteur Sebastian eine möglichst verkehrsarme Route in Richtung Kräherwald ausgetüftelt hat. Und endlich biegt die Straße ab in den Wald. Zwar ist der Boden dort stellenweise arg aufgeweicht, aber was soll’s: Graveln in Mitteleuropa findet nur selten auf staubtrockenen Schotterpisten statt. Und wer, wie Sebastian und Björn, viel Offroad-Erfahrung mitbringt, kommt hier voll auf seine Kosten. Sebastian scheint sich auf seinem Santa Cruz Stigmata pudelwohl zu fühlen, und auch Fotograf Björn auf dem Cannondale Topstone pflügt mit breitem Grinsen im Gesicht durch den Matsch.

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Björn Hänssler
Walk this Way: Manchmal hilft nur absteigen – wie beim Crossen.

Eher gemächlich, dafür nun auf festerem Untergrund geht’s für uns weiter Richtung Bärenschlössle, dem Stuttgarter Naherholungsgebiet schlechthin. Am Wochenende pulst hier das Leben, doch selbst an einem frostig-sonnigen Freitag im Februar gilt es hier, die Gravelbikes etwas zu zügeln, um Konflikten mit den zahlreichen Spaziergängern aus dem Weg zu gehen. Nachteil der gemächlichen Gangart: Die Kälte macht sich deutlich bemerkbar, denn der sonnige Himmel trügt: Gerade mal 5° C zeigt der Radcomputer an. Deshalb fordert nicht nur RB-Volontär Franjo etwas mehr Tempo – und gibt seinem Trek Checkpoint die Sporen. Björn lässt sich nicht lange bitten und prescht hinterher. "Auf dem ruppigen Untergrund hier macht die Kingpin-Federung am Hinterrad wirklich Sinn, das Rad geht hier richtig gut drüber", lobt er das Topstone. Aber auch Franjo lernt die "Iso Speed"-Federung am Checkpoint zu schätzen, spätestens als die Strecke über mehrere Hundert Meter ausgewaschenen Kopfsteinpflasters führt. Sebastian hat bei der Routenplanung und der Auswahl des Testparcours ein glückliches Händchen bewiesen, die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Räder treten schnell immer klarer zutage.

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Björn Hänssler
„Ob grober Schotter, Asphalt oder Kopfsteinpflaster: Ein gutes Gravelbike überzeugt auf jedem Terrain.“

Doch bevor wir uns ganz dem Geschwindigkeitsrausch auf feinstem Asphalt hingeben, geht’s auch schon wieder ab in die Büsche – und auf grobem Schotter über das Panzerübungsgelände der amerikanischen Streitkräfte, die hier ganz um die Ecke stationiert sind. Heimatgefühle bei den US-Geländesportlern? Fast scheint es so, jedenfalls fühlen sich alle vier Gravelbikes hier sichtlich wohl ... Und mit ihnen wir als Tester: "Die rollen einfach gut, fast egal auf welchem Untergrund", so die einhellige Meinung. Nach einigen Kilometern auf ordentlichen Waldwegen biegen wir ab, die letzte Bergprüfung wartet: der Birkenkopf. Wir schrauben uns höher, bis das Gipfelkreuz auftaucht. Weit unter uns liegt der Stuttgarter Kessel im Abendlicht. Ein stimmungsvoller Abschluss. Nur Bier und Barbecue fehlen ...

Hier finden Sie die Testberichte zu den einzelnen Bikes:

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Pivot
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Santa Cruz
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Trek
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