Teil des
RB-0512-Helm-Test-Teaser Benjamin Hahn
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18 Rennrad-Helme im Labor- und Praxis-Test

Test: 18 Rennrad-Helme

Schützt ein günstiger Helm genauso gut wie ein teurer? RoadBIKE hat den Test gemacht und 18 Modelle aus verschiedenen Preisklassen auf ihre Sicherheit getestet.

UPDATE: RoadBIKE hat 16 aktuelle 2016er Fahrradhelme für Rennradfahrer um 150 Euro getestet. Den aktuellen Helmtest gibt es jetzt als PDF zum Download! (siehe unten). Hier gibt es den 2016er Helmtest auch online.

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Test: 16 Fahrradhelme für Rennradfahrer um 150 Euro
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Moderne Radhelme sind leicht, luftig und komfortabel zu ­tragen. Kein Wunder, dass es kaum noch Rennradfahrer gibt, die sich „oben ohne“ ins Vergnügen stürzen.

Aber wie sieht es mit der Sicherheit aus? Muss es das teure Federgewicht sein oder bieten gar günstige, schwere Helme im Falle des Falles den besseren Schutz? Um dies herauszufinden, lud RoadBIKE 9 Hersteller zur aufwendigen Labor- und Praxisprüfung ein.

Die Kandidaten: je ein Modell der Kaufklasse zwischen 80 und 120 Euro sowie ein leichterer Helm für 140 bis 190 Euro.

Sturz nach „Europanorm“

Um die Dämpfungseigenschaften der getesteten Helme zu ermitteln, beauftragte RoadBIKE gemeinsam mit seinem Schwestermagazin MountainBIKE den TÜV SÜD mit einer Prüfung nach EN-Norm (1078). Die Grundlage dieses Tests bildet ein Unfall­szenario, bei dem ein stehender Fahrer aus einer Höhe von rund 1,50 Metern mit dem Kopf auf einen flachen Untergrund fällt.

Ohne Helm wären bei einem solchen Sturz schwere oder sogar tödliche Kopfverletzungen die Folge – mit Helm könnten bleibende Schäden in den meisten Fällen vermieden werden.

Die Beschleunigung, die dabei trotz Helm auf den Kopf wirkt, darf laut Norm einen Wert von 250 g (1 g = normale Erdbeschleunigung) nicht überschreiten. Dies würde, je nach Unfall, im schlimmsten Fall zu einer leichten Gehirnerschütterung führen (s. Kasten S. 54).

Doch entspricht dieses Szenario auch der Realität auf der Straße? „Ja“, sagt TÜV-Experte Frank Wittmann. „Die Prüfnorm verwendet eine realistische Fallhöhe bei einem Sturz mit dem Rad. Die hierbei auftretenden Kräfte werden von der Fahrgeschwindigkeit kaum beeinflusst“, erklärt der Sachverständige. Dies gilt allerdings nur, wenn der Kopf nicht auf ein stehendes Hindernis, etwa
eine Mauer, prallt.

Das Ergebnis

Alle getesteten Helme erfüllen problemlos die Anforderungen der Norm in Sachen Stoßdämpfung. Dennoch lohnt ein genauer Blick auf die Daten: Obwohl alle Helme im grünen Bereich liegen, variieren die Dämpfungsleistungen zum Teil erheblich. „Ein Helm mit einer sehr guten Dämpfung bietet bei einem schweren Sturz mehr Reserven als ein Helm mit geringerer Dämpfung“, gibt Frank Wittmann zu bedenken. Im Klartext: Viel hilft viel.

Zum Vergleich der Helme untereinander wurden die Durchschnittswerte von jeweils
3 Messungen ermittelt. Die besten Dämpfungseigenschaften besitzt der Specialized S3 – also ein Helm der Leichtbauklasse. Eine Belastung von durchschnittlich 129 g ergab die TÜV-Messung am Prüfkopf. Die geringste Dämpfung besitzt der Scott Wit. Zwar sind die gemessenen 176 g ein guter Wert, die Sicherheitsreserve fällt im Vergleich zur Konkurrenz jedoch geringer aus. Erfreulich: Selbst extrem leichte Helme wie der Scott Vanish erzielen Top-Dämpfungswerte, und auch der günstige Specialized Propero 2 spielt in puncto Dämpfung ganz vorn mit.

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Nur guter Sitz bringt guten Schutz

UPDATE: 16 aktuelle Rennradhelme aus dem 2015er Test: Das komplette Testfeld finden Sie hier

Über die Schlagprüfungen hinaus, wurden auch die normrelevanten Tests der verbauten Tragesysteme der Fahrradhelme durchgeführt. Der sogenannte Roll-Off-Test überprüft das Abstreifverhalten der Helme im Fall eines Sturzes – der Kinnriementest ermittelt die Stabilität der Trage-/Halteeinrichtung. Auch in diesem Testabschnitt haben alle Helme die Minimalanforderungen der Norm erfüllt.

Die Ergebnisse der Prüfungen flossen standardmäßig ­jedoch nicht in die Bewertung der Helme ein, da die Werte von der individuellen Kopfform des Trägers stark beeinflusst werden und der Prüfkopf die möglichen Kopfformen nur annähernd abdecken kann. Traten in den Tests jedoch Defekte oder Mängel auf, die im Ernstfall die Sicherheit beeinträchtigen können, gab es Abzüge bei der Sicherheitswertung. Die Auffälligkeiten finden Sie als Kommentare in den Testbriefen ab Seite 55.

18 Rennrad-Helme im RoadBIKE-Test

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Achten Sie auf die Passform

Fakt ist: Auch ein Helm mit Top-Dämpfungswerten schützt nur dann, wenn er zur Kopfform passt. Achten Sie daher beim Kauf auf eine gute Einstellbarkeit der Trageeinrichtung und sicheren Sitz. Besonderes Augenmerk sollte auch dem Verstellsystem gelten: Viele Hersteller setzen hier auf Drehmechanismen zur Weitenregulierung, die für eine gleichmäßige Fixierung des sogenannten „Headrings“ sorgen. Wichtig: Der Ring muss zwar fest sitzen, darf jedoch keinen übermäßigen Druck ausüben. Was bei der Probe schon unangenehm ist, wird nach Stunden im Sattel ­unter Garantie zur Qual.

UB Helm richtig tragen 3
Sonstiges

Anpasssysteme im RoadBIKE Test

Ebenso wichtig für eine optimale Anpassung an alle erdenklichen Kopfformen sind verstellbare Gurtverteiler unter dem Ohr sowie handliche Steckschließen zur Fixierung des Helms am Kinn. Specialized geht einen Sonderweg und setzt auf ein fixes Stegsystem unter dem Ohr. Wenn die so vorgegebene Position zur Kopfform des Trägers passt, stellt dies kein Manko dar. Ganz im Gegenteil: Die oft fummelige Einstellung der Gurte entfällt, und die Riemen liegen eng am Kopf an. Passt die fixe Position jedoch nicht, kann dies zum Problem werden: Im Roll-Off-Test schnitt der S3 von allen Testkandidaten am schlechtesten ab und rutschte beinahe vom Prüfkopf. Dieses Ergebnis zeigt deutlich, dass auch Top-Helme nur dann ihre Schutzwirkung bieten können, wenn sie optimal zur Kopfform passen. Dies war beim Prüfkopf nicht der Fall.

Kritik erntete auch das Trägersystem des Scott Vanish-R: Durch fest vernähte Gurtdreiecke und das Fehlen einer Höhenverstellung für den Headring entwickelte sich die Anpassung zur Geduldsprobe. Zudem versagten 3 von 4 getesteten Drehverschlüssen bei der Anpassung (s. Seite 52). Bei den Helmen des Herstellers Met passen die Gurte nicht zum verbauten Gurtverteiler: Unter Zug können die Gurte verrutschen. Die Gurtverteiler am Rudy Project Windmax sind nicht arretierbar.

Als letzter Punkt darf auch der Tragekomfort nicht zu kurz kommen, denn nur ein angenehm sitzender Helm wird auch benutzt. Erfreulich: Alle getesteten Helme liegen auf einem sehr hohen Niveau. Doch auch hier gilt: Testen Sie den Sitz und die Anpassbarkeit ausgiebig, und wägen Sie Sicherheitsreserve, Passform und Gewicht gegeneinander ab. Von einer Messung der Belüftungseigenschaften sah RB für diesen Test ab, da frühere Tests erkennen ließen, dass die Zeiten der „Schwitzschalen“, auch in unteren Preisklassen, vorbei sind.

Testfazit kompakt:

Alle Helme, ob günstig oder teuer, bestehen die Mindestanforderungen der Normprüfungen. Der Test hat gezeigt, dass Sicherheit keine Frage des Preises oder des Gewichts ist – der Helm muss zum Kopf passen! Das beste Gesamtpaket bietet der Specialized S3: Testsieg! ­Dahinter liegen gleichauf Catlike Whisper Plus, der Komfortsieger Uvex fp 1 und der Specialized Propero 2, der sich mit Top-Leistung zum kleinen Preis den Kauftipp verdient.

So testet RoadBIKE die Helme

Labormessung: Alle in der EU angebotenen Fahrradhelme müssen den Sicherheitsstandard der EN 1078 erfüllen. Die Zulassung erfolgt durch zertifizierte Prüfinstitute, wie den TÜV SÜD, den RoadBIKE mit der Durchführung der Sicherheitsprüfung nach EN-Standard beauftragte. Zur Ermittlung der Dämpfungsleistung eines Helms fällt ein Prüfkopf aus einer Höhe von rund 1,50 Metern samt Helm auf einen flachen Sockel. Zwei Prüfmuster des Helms müssen je drei Falltests an definierten Auftreffpunkten überstehen. Mittels Sensoren werden die Beschleunigungswerte im Prüfkopf in g gemessen (1 g= 9,81 m/s2, entspricht der normalen Erdbeschleunigung). Der gemessene Wert muss kleiner als 250 g sein, damit ein angemessener Verletzungsschutz in der Praxis gegeben ist und der Helm die EU-Zulassung erhalten kann.

RoadBIKE-Test: Im Test unterschritten die durchschnittlichen Messwerte aller Helme die Höchstmarke von 250 g. Zudem ließ RoadBIKE die Helmschalen nach EN 1078 auf ihre Stabilität überprüfen: Hierzu fällt der Helm aus 1,13 Metern auf einen Kerb-Sockel, der eine Bordsteinkante simuliert. Als Auftreffpunkt wählten die Experten des TÜV SÜD eine vermeintliche Schwachstelle des Helms aus, etwa eine Belüftungsöffnung. Auch bei diesem Test durfte keiner der Helme die Höchstgrenze von 250 g überschreiten.

Tragevorrichtung: Zur Überprüfung der Wirksamkeit der Tragevorrichtung wird im sogenannten Roll-Off-Test ein Seilsystem am hinteren Ende des Helms befestigt. Mittels eines Fallgewichts wird geprüft, ob die Beriemung diesem Fangstoß standhält. Zur Erfüllung der Norm darf der Helm nicht vom Prüfkopf abrutschen. Zudem führten die TÜV-Experten einen Stabilitätstest an den Riemen der Helme durch. Hierbei wird der Kinnriemen um ein künstliches Kinn gelegt und per Fallgewicht belastet. Die Dehnung des Riemensystems liefert Anhaltspunkte zur Beurteilung der Festigkeit des Tragesystems.

18 Rennrad-Helme im RoadBIKE-Test

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Praxistest und Bewertungsschema

Praxistest: Tragekomfort, Passform und die Handhabung der Helme standen im Fokus des Praxistests, den RoadBIKE mit 8 Probanden aus der Testcrew durchführte. Diese Prüfung deckte Druckstellen, fummelige Verstellsysteme und Schwächen in der Anpassung auf.

Bewertungsschema: Die Schutzwirkung ergibt sich aus der Dämpfungsleistung und floss mit
40 Prozent in die Endnote ein. Die Messergebnisse des Roll-Off-Tests und der Riemenprüfung sind stark von der Kopfform des Trägers abhängig, weshalb sie standardmäßig nicht bewertet wurden. Nur bei groben Auffälligkeiten und Defekten, die zum Sicherheitsrisiko werden können, gab es Abzug bei der Schutzwirkung. Die Anpassungsoptionen des Gurtsystems, der Tragekomfort sowie das Gewicht des Helms gingen mit je 20 Prozent in die Endnote ein.

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