RB Hosentest Taeserbild Daniel Geiger

33 Rennradhosen von 75 bis 270 Euro im Test

So finden Sie die richtige Hose für Tour und Wettkampf

Welche Hosen sorgen für mehr Sitzkomfort im Rennrad-Sattel? RoadBIKE hat in Labor und Praxis 33 Rennradhosen für Männer und Frauen getestet. Plus: Darauf kommt es bei der Sattelwahl an.

UPDATE: 20 aktuelle Rennradhosen der Saison 2015 im Test: Das komplette Testfeld finden Sie hier

Was haben Profis und Hobby-Radler, neben der Liebe zu einem faszinierenden Sport, gemeinsam? Genau: Ein sensibles Gesäß. "Wunde Stellen am Hintern gehören zu den richtig unangenehmen Seiten des Radsports", weiß RoadBIKE-Experte René Weissinger, Profi beim österreichischen Team Vorarlberg-Corratec.

Die Schmerzen am Allerwertesten sind so etwas wie die Volkskrankheit der Rennradfahrer. Nicht umsonst vereinbaren manche Profis gleich nach der Saison einen OP-Termin, um die lästigen Hautreizungen entfernen zu lassen. Eine wichtige Rolle im Kampf gegen diese Beschwerden spielt die Radhose.

"Sie hat direkten Einfluss auf den Komfort und damit auch auf die Leistung des Sportlers. Genau deshalb betrachten wir die Radhose als das mit Abstand wichtigste Produkt unserer Bekleidungslinie", erklärt Jon Knoll, bei Specialized Produktmanager für den Bekleidungsbereich, stellvertretend für die Branche.

Doch welche Rennradhose bringt den größten Komfortgewinn? Um diese Frage zu klären, hat RoadBIKE 33 Modelle, 24 für Männer und 9 für Frauen, getestet. Davon 24 in der Mittelklasse von 80 bis 100 Euro und 9 innovative Top-Hosen mit Preisen bis zu 270 Euro.

Gegen den Schmerz

Um den Komfort der Hosen zu bewerten, hat RoadBIKE ganz genau auf die Dämpfung im Bereich der Sitzhöcker geachtet. Schließlich lastet fast das gesamte Körpergewicht auf den spitzen Knochen, welche die sensiblen Bereiche wie Harnröhre oder Genitalien entlasten. Kein Wunder, dass viele Sportler gerade hier Probleme bekommen.

Denn durch die ständige Belastung zwischen Sattel und Sitzhöckerbilden sich feine Risse in der Haut, eine Entzündung ist fast unvermeidbar. "Nur eine Hose, die den Druck auf die Sitzhöcker spürbar dämpft, kann die Schmerzen am Gesäß verhindern", erklärt der Urologe Dr. Moritz Fleck, selbst begeisterter Radsportler und Triathlet.

Zum Komforttest ins Labor

Zur Beurteilung der Dämpfleistung ging es für die Testkandidaten ins Labor. Bei der Gesellschaft für Biomechanik in Münster (Gebiom) hat RoadBIKE die Druckverteilung der 33 Hosen ermittelt. Als Ergebnis zeigen die Testbriefe die Bewertung der Druckverteilung sowie eine Übersicht, wie effizient die Hosen das Gesäß in den verschiedenen Sitzpositionen entlasten.

Die Laborergebnisse wurden an Probanden mit ihren individuellen Sitzeinstellungen und einem Standard-Testsattel ermittelt. Dazu fuhr jeder Tester jede Hose in den Griffpositionen Oberlenker, Bremsgriff und Unterlenker. Eine Druckmessfolie übermittelte die jeweils auftretenden Kräfte im Gesäßbereich an einen Rechner, mit dessen Hilfe die Druckverteilung der Testkandidaten anschließend verglichen wurde.

Die wichtigste Erkenntnis des Indoor-Tests: Sowohl bei den Herren als auch den Damen dämpfen die teureren Hosen den Druck aufs Gesäß fast durchweg besser als die Mittelklasse. Speziell die Top-Modelle von Assos und Castelli mindern den Druck auf die Sitzhöcker effizient. In aufrechter Sitzposition reduziert die Body Paint von Castelli den Druck um 27 Prozent – Spitzenwert im Labortest.

Auch die Fennec von X-Bionic verteilt die Kraft gut, fällt in aufrechter Sitzposition allerdings etwas ab. Doch es gibt auch erstklassig dämpfende Mittelklasse-Hosen. Vor allem die Herrenmodelle von Sportful und Etxe Ondo sowie die Damenhosen von Gore Bike Wear, Pactimo und Vaude schmeicheln dem Gesäß

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Die Rennradhosen im Praxistest

Die auf der Straße gesammelten Eindrücke zur Qualität der Hosenpolster untermauern die Laborwerte. Einzige Auffälligkeit: Das Polster der Gonso-Hose, die im Labortest nur befriedigend abschnitt, wurde von den Testfahrern als sehr komfortabel empfunden. Auch der Großteil der Konkurrenz in der Herren-Mittelklasse überzeugt mit gut dämpfenden, hochwertigen Polstern.

Neben Gonso sticht dabei die verhältnismäßig dicke Etxe-Ondo-Einlage in Sachen Sitzkomfort hervor. Bei den Top-Modellen gefielen vor allem die Sitzpolster von Assos, Castelli, Craft und X-Bionic, wobei das straffe Castelli-Polster Sonderlob einheimste. Die weiblichen Testerinnen überzeugten die Top-Polster durchweg, ohne dass ein Modell herausragte. In der Mittelklasse brachte die Gore-Einlage die Testerinnen mit tollem Komfort ins Schwärmen.

Die Passform macht die Hose

Ganz gleich wie aufwendig ein Sitzpolster konzipiert ist – richtig funktionieren kann es nur, wenn es auch an der richtigen Stelle sitzt. Dazu ist die Passform der Hose entscheidend. Entsprechend schenkte die Testmannschaft auch diesem Punkt besondere Beachtung.

Wichtig ist, dass die Hose die Beine insgesamt nicht einschnürt, um den Blutfluss nicht zu behindern und keine unangenehmen Druckstellen zu verursachen. Sie sollte aber auch nicht zu weit sitzen, um nicht zu rutschen oder Falten zu bilden. Denn Falten könnten wiederum zu Druckstellen führen.

Gleiches gilt auch für den Beinabschluss. Fällt er zu weit aus, rutscht die Hose nach oben, ist er zu knapp geschnitten, wird das Bein eingeengt.

Speziell bei den Herren spielen zudem die Träger eine wichtige Rolle, damit die Hose richtig sitzt. Die Träger sollten eher breit geschnitten sein und sich während der Fahrt nicht verdrehen oder zusammenschieben. So verteilen sie den Druck besser auf den Schultern, ohne einzuschneiden. Zudem sollten die Herrenmodelle gerade im Bauchbereich über elastisches Material verfügen und vorne nicht zu hoch geschnitten sein, denn sonst schwitzt der Bauch schnell, und es gibt Probleme während der Pinkelpause.

Insgesamt geben fast alle Herrenhosen im Test in puncto Passform eine sehr gute Figur ab. Abstriche gibt es in der Spitzenklasse lediglich für Löfflers C-Tex. Deren sehr lange Beine scheuern in Kombination mit den etwas kratzigen Abschlüssen unangenehm im Bereich der Kniekehle und knapp darüber. Besonders angenehm sitzen dagegen die Modelle von Assos, Castelli und X-Bionic.

In der Mittelklasse handelte sich die Contour Bib Pants III von Vaude zudem Abzüge für ihre rutschigen Beinabschlüsse ein. Löffler, Specialized und Sportful hingegen überzeugten die Tester mit ihrem angenehmen, sportlichen Sitz.

Fast alle Damen-Hosen verzichten auf Träger

Damit auch Radsportlerinnen im Notfall kurz hinter den nächsten Busch verschwinden können, verzichtet frau meist ganz auf Trägerhosen. Einzige Ausnahme: Die Drop Tail von Pearl Izumi. Durch einen Schlitz im Rückenbereich lässt sich die Hose in der Hocke herunterschieben, ohne dass die Träger abgestriffen werden müssen.

Extrapunkte sammelt die Drop Tail für ihren hohen Rücken, den angenehm weichen guten Sitz. Die vorn recht hoch geschnittenen Top-Modelle von Mavic und X-Bionic hingegen konnten die Testerinnen nicht voll überzeugen. In der Mittelklasse ragen die trägerlosen Hosen von Gore und Specialized mit sattem Sitz heraus.

Achtung: Egal ob Mann oder Frau, achten Sie bei der Anprobe auf jeden Fall darauf, die nach vorn gebeugte Haltung auf dem Rennrad zu simulieren. Schließlich soll die Hose während der Tour perfekt passen – und nicht zu Hause vor dem Spiegel.

Weniger Nähte für weniger Reibung

Entscheidend für die Passform ist die Konstruktion der Hosen. Moderne, dem Körper anpassbare Materialien erlauben es, weniger Stoffbahnen einzusetzen und trotzdem eine gut am Bein sitzende Hose zu entwickeln. So werden weniger Nähte benötigt, die auf der Haut kratzen können und anfällig für Beschädigungen sind.

Auf Beschädigungen und unsaubere Stellen achteten die Tester auch bei der Beurteilung der Verarbeitungsqualität der Kandidaten. Positive Erkenntnis: Fast alle Modelle sind sehr sauber verarbeitet. Zudem setzen viele Hersteller mittlerweile auch in der 100-Euro-Liga auf hochwertige Flachnähte. Ärgerlich: Die 180 Euro teure Top-Hose von Castelli enttäuscht mit einer gerissenen Naht im Polsterbereich.

An diesen Stellen sollte die Hose gut gepolstert sein

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Sitzpolster in der Draufsicht

Schambein (vorderer Bereich des Polsters): Speziell sportlich orientierte Fahrer und Triathleten belasten den Bereich des Schambeins stark und benötigen hier eine entsprechend höhere Dämpfung.

Damm (mittlerer Bereich des Polsters): Hier sollte das Polster außen angenehm dämpfen, ohne dabei die Nervenbahnen oder die Harnröhre einzuklemmen.

Sitzhöcker (hinterer Bereich des Polsters): Eine dickere Polsterung im hinteren Bereich mindert die Belastung für die besonders empfindliche Haut in

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Innenansicht Polster Rennradhose



Innenansicht: Verschiedene Polsterschichten in der Rennradhose sorgen für optimalen Komfort im Sattel.

Die Nähte der Hosen im Detail

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Benjamin Hahn
33 Rennradhosen im Test

Flachnaht:
Hier überlappt der Stoff nicht, sondern wird nur durch die flache Naht verbunden.
Dadurch trägt die Naht weniger auf und wirkt auch optisch hochwertiger. Flachnähte weisen eine etwas höhere Anfälligkeit für Beschädigungen auf.

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Benjamin Hahn
33 Rennradhosen im Test

Standardnaht:
Der überlappende Stoff wird hochgeklappt und dann vernäht. Dadurch entsteht eine recht robuste Naht. Die Standardausführung kann mitunter auf der Haut drücken, reiben oder kratzen – speziell wenn sie unsauber verarbeitet wurde.

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Benjamin Hahn
33 Rennradhosen im Test

Schweißnaht:
In einem aufwendigen Verfahren werden die Nähte per Ultraschall verschweißt.
Das Ergebnis sind sehr flache Nähte mit einer besonders hohen Elastizität und geringer Anfälligkeit für Beschädigungen.

So testet RoadBIKE die Hosen

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Felix Krakow
Das Monitorbild verdeutlicht die Druckverteilung der Testhose.

Labortest: Premiere für einen RoadBIKE-Hosentest. Erstmals mussten sich die Testkandidaten im Labor beweisen. Bei der Gesellschaft für Biomechanik in Münster (Gebiom) wurden alle Hosen von mehreren Probanden auf einem Standard-Sattel gefahren. Über eine Druckmessfolie zeichnete der Computer dabei die Druckverteilung der Hosen auf. Die entsprechenden Werte wurden anschließend mit einer polsterfreien Referenzhose verglichen.

Praxistest: Ob auf den Straßen rund um Stuttgart, auf Mallorca oder im Testcamp auf Zypern: Alle Hosen im Test mussten den umfangreichen RoadBIKE-Praxistest absolvieren. Dabei galt das Augenmerk neben der Polsterqualität auch der Passform sowie der Verarbeitung.

Pfiffige Details an den getesteten Hosen

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Benjamin Hahn
33 Rennradhosen im Test

Rückendeckung:
Dank einer Öffnung im Rücken lässt sich Pearl Izumis Top-Damenhose "Drop Tail" in der Hocke herunterziehen. So erlaubt sie trotz Träger den Toilettengang.

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Benjamin Hahn
33 Rennradhosen im Test

Strickmuster:
Mit einem aufwendigen, dreidimensionalen Strickverfahren sollen die X-Bionic-Hosen für ein optimales Klima auf der Haut des Radsportlers sorgen.

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Benjamin Hahn
33 Rennradhosen im Test

Nahtlos:
Die Beine der Mavic-Top-Hosen präsentieren sich komplett nahtfrei. Lediglich das Polster, die Beinabschlüsse, sowie bei dem Herrenmodell die Netzträger wurden vernäht.

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Benjamin Hahn
33 Rennradhosen im Test

Schmeichelnaht:
Mit ihren getapten Nähten liegen die leichten, atmungsaktiven Träger der Craft Elite Attack besonders angenehm auf der Schulter.

Ganz wichtig: der passende Sattel

Der aktuelle RoadBIKE-Test zeigt, dass die richtige Radhose den Komfort auf dem Rad deutlich steigern kann. Mindestens genauso wichtig ist aber auch ein guter, zum Fahrer passender Sattel. "Er sollte bequem, aber nicht zu weich sein. Sonst könnte er die sensiblen Nervenbahnen im Genitalbereich belasten und zu Durchblutungsstörungen führen", erklärt der Urologe Dr. Moritz Fleck.

Gleichzeitig entkräftet er das Gerücht, Männer könnten durch zu viel Radsport impotent werden. "Voraussetzung ist allerdings, dass Sattel und Sitzposition perfekt zu dem Sportler passen", so Dr. Fleck. Dann seien selbst Taubheitsgefühle im Genitalbereich kein Problem, solange diese nicht ständig auftreten würden. "Erst wenn das zu einem Dauerzustand wird, sind Schäden am Schwellkörper möglich", sagt der Urologe.

Sein Tipp: Zwischendurch öfter mal in den Wiegetritt gehen, um die Durchblutung im Schritt wieder anzukurbeln. Wichtig: Frauen brauchen einen anderen Sattel als Männer – und zwar nicht (nur) farblich. Schließlich ist ihr Becken anders geformt, zudem sind die Knochen stärker gewölbt. Entsprechende, der weiblichen Anatomie angepasste Modelle bieten etwa Selle Italia, Specialized oder Fizik.

Zu schmaler Sattel beeinträchtigt die Durchblutung

Bei der Wahl des Sattels sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass die Breite zu Ihren Sitzhöckern passt. "Viele Radsportler sitzen auf zu schmalen Sätteln. Dadurch werden Komfort und Durchblutung beeinträchtigt", sagt Dr. Fleck. Eine ideale Unterstützung bei der Suche nach dem passenden Untersatz bieten Sattel-Testprogramme, wie sie etwa von Fizik, Specialized, Selle Italia, Prologo oder Selle San Marco angeboten werden.

So können Radsportler verschiedene Modelle ausgiebig auf ihrem eigenen Renner ausprobieren – kostenlos und ohne Kaufzwang. Nach Aussage der Hersteller kommen die Testprogramme immer besser bei den Kunden an. Schließlich bietet sich ihnen so die Möglichkeit, mit der professionellen Unterstützung des Fachhändlers die für die individuelle Gesäßform passende Sattelkonstruktion zu finden. Die gängigsten Sattel-Konzepte stellt RoadBIKE hier vor.

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Hosentest Standardsattel

Standardsattel: Die klassische und nach wie vor am weitesten verbreitete Version des Rennrad-Untersatzes. "Wichtig ist, dass der Sattel von hinten betrachtet nicht zu rund geformt ist. Denn sonst reduziert sich die Auflagefläche für das Gesäß noch einmal", sagt Dr. Moritz Fleck.
Ideal ist zudem eine leichte Wölbung in Längsrichtung, denn so kann der Fahrer nicht zu weit nach hinten rutschen.

Gängige Modelle: Fizik Arione CX (119 Euro), Selle Italia SLR XP (109 Euro), Prologo Choice (105 Euro), Pro Griffon (89,95 Euro)

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Hosentest Lochsattel

Lochsattel: Das Konzept des Sattels mit Loch klingt schlüssig: Eine Aussparung im Dammbereich soll den Druck nehmen, um Durchblutungsstörungen zu verhindern.
Auch der Urologe Dr. Fleck ist ein Freund von Lochsätteln – vorausgesetzt die Aussparung ist groß genug und die Ränder sind nicht zu hart. Denn ansonsten verursacht der Sattel an den Kanten unangenehme Druckstellen, wie Labortests von RoadBIKE belegen.

Gängige Modelle: Ritchey Pro Bio Max (54,90 Euro), Prologo Nago Pas (109 Eu­ro), Selle San Marco Aspide Arrowhead (125 Euro), Specialized Toupé (110 Euro).

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Hosentest Maßsattel

Maßsattel: Die Firma gebioMized aus Münster fertigt Radsportlern ab 299 Euro einen Sattel nach Maß. Der Kunde hat dabei die Wahl aus sechs verschiedenen Basissätteln, zum Beispiel für Tourenfahrer, sportlich ambitionierte Fahrer oder etwa Zeitfahrer.
Diese werden dann nach einer Analyse der persönlichen Druckpunkte an das Gesäß des Sportlers angepasst. Im Dauertest der RoadBIKE-Redaktion konnte das Konzept voll überzeugen.

So stellen Sie Ihren Sattel optimal ein

Zur perfekten Einstellung Ihres Sattels müssen Sie vor allem drei Punkte beachten: Die Sitzhöhe, die Sattelneigung und seine horizontale Position.

Sitzhöhe: Die theoretische Sitzhöhe von der Tretlagermitte bis zum Sattel errechnet sich aus der Schrittlänge multizipliert mit 0,885. In der Praxis sollte die Ferse des ausgestreckten Beins das Pedal gerade erreichen.

Neigung: Im Normalfall sollten Sie den Sattel waagerecht ausrichten. Kontrollieren Sie die Neigung in der Sattelmitte mit einer Wasserwaage.

Position: Stellen Sie sich ein Lot von der Kniescheibe in Richtung Pedal vor. Die optimale Längsausrichtung Ihres Rennradsattels haben Sie dann gefunden, wenn dieses Lot in waagerechter Pedalstellung möglichst genau durch die Pedalachse sowie das Großzehengrundgelenk verläuft.

Fazit: Eine gute Hose erhöht den Sitzkomfort enorm

Die Hose ist das Kleidungsstück im Radsport, bei dem Sie ein paar Euro mehr in die Hand nehmen sollten. Denn eine gute Hose kann den Komfort im Sattel deutlich erhöhen, wie gerade die Top-Modelle im Test beweisen.
Dabei sichert Assos sich durch tolle Druckverteilung und erstklassige Passform den Testsieg. Doch auch für 100 Euro gibt es richtig gute Radhosen, wie der Testsieger Tesil von Etxe Ondo beweist.
Specialized fällt im Labortest etwas ab, überzeugt aber in der Praxis. Kombiniert mit dem günstigen Preis gibt es dafür einen Kauftipp.

Bei den Damen sticht die beste Mittelklasse-Hose die Top-Modelle sogar aus: Die Ozon III von Gore Bike Wear holt mit tollem Sitz und hohem Komfort den Testsieg. Mit ihrem Trägerkonzept verdient sich die verhältnismäßig günstige Top-Hose von Pearl Izumi einen Kauftipp.

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