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Im RoadBIKE-Test: 24 Rennradhelme von 75 bis 250 Euro

Günstig vs. teuer: 24 Rennradhelme im Test

Wie gut schlagen sich Helme bis 100 Euro im Vergleich mit teuren Top-Modellen? 24 Probanden stellten sich dem sportlichen Wettstreit.

UPDATE: RoadBIKE hat 15 aktuelle 2017er Fahrradhelme für Rennradfahrer bis 100 Euro getestet. Den Test gibt es hier als PDF zum Download oder online: Hier gibt es den 2017er Helmtest.

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Test: Rennradhelme bis 100 Euro
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Helmtest 2014
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Ein unvermittelt ins Rad laufender Hund, ein unerwarteter Schlenker des vorausfahrenden Kollegen, ein unaufmerksamer Autofahrer oder eine nasse Fahrbahnmarkierung in einer Kurve: Wohl jeder, der regelmäßig Rennrad fährt, ist schon einmal zu Fall gekommen. Meist geht es glimpflich aus – oft dank Helm. Helme verhindern zwar keine Unfälle, aber sie können Folgen abmildern. Daher steht außer Frage, dass der bei jeder Ausfahrt auf den Kopf gehört. Die leichtesten Modelle wiegen gerade mal um 200 Gramm, sind sehr gut belüftet und so angenehm zu tragen, dass sie nach wenigen Metern vergessen sind. Obendrein lassen sich mit einem schicken Helm durchaus auch modische Akzente setzen. Doch wie viel Geld muss man für einen guten Kopfschutz ausgeben? Und wo liegen die Unterschiede zwischen den meistverkauften Modellen, die 80 bis 100 Euro kosten, und den doppelt so teuren Top-Helmen der 200-Euro-Klasse? Um das herauszufinden, hat RoadBIKE zum großen Duell geladen: 12 relativ günstige Rennrad-Helme treten gegen die jeweiligen Top-Modelle eines Herstellers an.

Das Duell: Teuer gegen günstig

Folgende Fragen galt es zu klären: Sind teure Helme wirklich leichter, etwa durch höherwertige Materialien? Funktioniert die Klimatisierung hier dank ausgeklügelter Öffnungen und Lüftungskanäle tatsächlich besser? Und welchen Modelle gelingt es am Ende, geringes Gewicht und gute Belüftung am besten und im Wortsinn unter einen Hut zu bringen? Getestet hat RoadBIKE auf der Straße und im Labor – mit Unterstützung durch einen Thermografie-Experten, um die Unterschiede in der Belüftung auch visuell deutlich zu machen (siehe Thermo-Scans in den Testtabellen und „So testet RoadBIKE“).
In einem Punkt unterscheiden sich die getesteten Helme nicht: Alle entsprechen der Europäischen Norm EN 1078. „Damit haben sie eine Schutzwirkung, die den Kopf bei einem Aufprall mit 19,5 km/h auf einer ebenen Fläche beziehungsweise mit 16,5 km/h auf eine Kante schützt“, erläutert Dr. Christian Juhra von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Natürlich seien mit Rennrädern oder auch mit E-Bikes höhere Geschwindigkeiten möglich, „man kann jedoch davon ausgehen, dass auch bei höheren Geschwindigkeiten die Folgen eines Sturzes abgemildert werden“, sagt der Experte. Schädel-Hirn-Traumata seien die häufigste Todesursache bei Fahrradunfällen. „Daher ist es generell sinnvoll, einen Helm zu verwenden“, rät er.
Aus rechtlicher Sicht spricht ebenfalls immer mehr dafür, einen Kopfschutz zu tragen: Im Falle eines Unfalls entscheiden manche Gerichte ansonsten auf ein Mitverschulden, und der Radfahrer bleibt – selbst bei einem unverschuldeten Unfall – auf einem Teil seiner Kosten sitzen. In dieser Frage gibt es allerdings unterschiedliche Urteile, erst Mitte Februar hat das Oberlandesgericht Celle ein solches Mitverschulden verneint (OLG Celle, AZ 14 U 113/13) und vertritt damit eine andere Meinung als das OLG Schleswig in einem Urteil vom Juni 2013. Deshalb wird eine Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs im Juni diesen Jahres mit Spannung erwartet.

Erste Runde an die Top-Helme

Damit das Tragen eines Helms nicht zur schweißtreibenden Qual wird, muss er vor allem eine gute Belüftung des kompletten Kopfes bieten — und nicht nur im vorderen Bereich und an der Stirn. Im „Teuer-gegen-günstig-Duell“ geht diese erste Runde klar an die Top-Modelle, die einige Wirkungstreffer erzielen, wie der Mixino von Catlike. „Das fühlt sich fast an, als hätte man gar nichts auf dem Kopf“, freute sich einer der Tester. Auch der Elexxion RC von Alpina, der S-Works Prevail von Specialized, der Vanish Evo von Scott und der Giro Aeon vsammeln in dieser Disziplin jede Menge Punkte.
Ein wesentlicher Grund dafür sind, neben größeren Öffnungen, die im Vergleich dünneren Stege des Helms, die mehr Luft an den Kopf lassen und diese besser verteilen. Bei den günstigeren Helmen ist die Belüftung im Stirnbereich zwar meist ebenfalls gut, Unterschiede zeigen sich aber am Hinterkopf, wo etwa beim Array von Bell deutlich weniger Luft ankommt. Gleiches gilt für den Kompakt’O von Catlike.
Die von den Testern ermittelten Praxiseindrücke bestätigten sich im Labor: Bei den meisten Top-Helmen ist auf den Thermoscan-Aufnahmen eine deutlich stärker nach hinten reichende Belüftung zu erkennen, beispielsweise beim Sine Thesis von Met. Es zeigt sich allerdings auch, welche Details Einfluss auf die Belüftungsqualität haben. So verschlechtert beispielsweise schon ein schlecht platziertes Stoff-Pad den Luftstrom unter Umständen deutlich. Hitzegeplagte Rennradfahrer sollten deshalb immer wieder kontrollieren, ob die Pads nicht verrutscht sind oder gar eine der Öffnungen blockieren. Auch Insektenschutznetze hemmen den Luftstrom und verschlechtern die Belüftung des Helms.

Rennrad-Bekleidung und Equipment im RoadBike-Dauertest

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Auf die Passform kommt es an

Was gut schützen soll, muss gut sitzen – und das auf möglichst vielen unterschiedlichen Köpfen. Diese Runde im RB-Duell endet mit einem Unentschieden: Die Differenzen zwischen den beiden Klassen sind gering, weil die meisten Hersteller bei ihren Helmen, wenn nicht das gleiche, so doch meist ein ähnliches Verstellsystem verwenden. Höhenanpassung und Weitenverstellung funktionieren meist vergleichbar gut. Allerdings: Die Top-Helme gibt es häufig in mehr Größen, so dass sich leichter ein optimal passendes Modell finden lässt. Auch ein Grund für die höheren Preise, müssen die Hersteller doch in zusätzliche teure Produktionsformen investieren.
Die Bestnote für die Anpassbarkeit vergaben die Tester bei beiden Modellen von Bontrager: Vor allem das fein justierbare und gut zu greifende Rädchen für die Einstellung des Kopfumfangs überzeugte. Dank deutlichem Klick-Geräusch gibt es überdies ein gutes Feedback.
Neben dem Kopfumfang lässt sich mittlerweile auch bei allen Helmen die Höhe anpassen. Bei den beiden Modellen von Met ist das allerdings ein arges Gefummel. Top dagegen: Die Uvex-Helme. Sie bieten 7 fein gerasterte Stufen, der S-Works Prevail von Specialized kommt immerhin auf deren 5.
Auch wenn sich vieles mit der passenden Einstellung korrigieren lässt: Nicht jeder Helm passt wirklich gut auf jeden Kopf. Manche Helme fallen eher breiter aus (Boss Race von Uvex), andere eher schmaler (Espoir von Mavic). Ob der Helm gut sitzt, können Sie überprüfen, indem Sie ihn aufsetzen, ohne den Kinnriemen zu schließen. Ziehen Sie nun das Rädchen am Hinterkopf so weit an, bis der Helm fest sitzt, ohne zu drücken. Der Helm sollte dann auch bei entschlossenem Kopfschütteln nicht verrutschen. Im Zweifelsfall greifen Sie lieber zu einem Modell, das sich auf Anhieb gut an Ihren Kopf schmiegt. Nach vielen Stunden im Sattel, etwa bei einem Radmarathon, können auch kleinere Defizite oder Druckstellen die Fahrt zur Tortur werden lassen.
Damit das nicht passiert, kommt es auch auf die übrige Ausstattung an – insbesondere auf die per Klett im Helm befestigten Schaumstoff-Pads, die letztlich die Kontaktstelle zwischen Kopf und Helm darstellen. Meist sind die mit einem weichen, hautfreundlichen Stoff bespannt, nur Met verwendet beim Top-Modell Sine Thesis Gel-Kissen, die sich nicht mit Schweiß vollsaugen und daher hygienischer sein sollen. Ansonsten verbuchen in dieser Kategorie die teuren Modelle wieder leichte Vorteile für sich. Mit ein Grund wesentlicher dafür: Hier verwenden einige Hersteller dünnere und flexiblere Gurt-Bändchen, die sich angenehmer anfühlen. Zum Komfort tragen weiterhin ge polsterte Schnallen bei, wie sie etwa Alpina und Uvex für ihre Helme verwenden.
Top-Noten für den Komfort vergaben die Tester hier jeweils für beide Modelle von Bontrager, Specialized und Bell: „Zwischen den Preisklassen sind kaum Unterschiede spürbar“, so der Tenor. Generell ist das Niveau sehr hoch, wirklich unkomfortabel zeigte sich kein Helm im Test: Mit einem Unentschieden endet auch diese Runde.

Große Gewichtsunterschiede

Deutlich größer sind die Unterschiede beim Gewicht: 192 Gramm wiegt der leichteste Helm im Test, der S-Works Prevail von Specialized, und damit rund 120 Gramm weniger als der Array von Bell, der mit 314 Gramm das Schlusslicht bildet. Die Regel, dass Top-Helme leichter sind als die günstigen, bestätigt sich indes nicht. Der günstige C-Bolt von Cratoni bringt gerade mal 224 Gramm auf die Waage und ist damit leichter als das Cratoni-Top-Modell Terron mit 272 Gramm. „Beim Terron wurde besonderer Schwerpunkt auf die hervorragende Belüftung gesetzt“, hält Cratoni-Entwickler Johannes Kuntze-Fechner dagegen. „Dazu muss das Design so gewählt werden, dass die EPS-Stege zwischen den Lüftungsöffnungen möglichst schmal sind und die Öffnungen sehr groß. Dabei kommt man schnell in den Konflikt mit der Prüfnorm und der daraus resultierenden Schutzwirkung.“ Deshalb habe man die Dichte des EPS erhöht, was ein höheres Gewicht bedeute. Außerdem seien Faserverbundbrücken notwendig, die den Helm bei einem Crash wie einen Käfig stabilisieren.

Hohe Verarbeitungsqualität

Nahezu alle Helme im Test zeigten sich hervorragend verarbeitet, größere Beanstandungen hatten die Tester nur bei einem Probanden: Beim Sine Thesis von Met war bei einem Modell der Gurt verdreht eingeklebt – ein klarer Reklamationsgrund. Beim zweiten Modell waren einige der dünnen Kunststoffstege in einem der Gurtbänder gerissen – kein Sicherheitsrisiko, aber doch ein offensichtlicher Mangel.

Testfazit kompakt:

Punktsieg für die Top-Klasse: Teure Helme sind zwar nicht generell leichter als günstige Modelle, bei der Belüftung zeigen die teuren Modelle hingegen deutlich ihre Stärken, was allerdings oft auf Kosten des Gewichts geht. Diesen Spagat bewältigt der S-Works Prevail von Specialized am besten, er setzt sich vor allem dank seines geringeren Gewichts knapp gegen den Mixino von Catlike durch. Doch auch bei den günstigen Helmen finden sich konkurrenzfähige Produkte, die Modelle von Bontrager und Specialized überzeugten die Tester am meisten.

Die Rennradhelme in diesem Test

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Rennradhelme: So testet RoadBIKE

UPDATE: 16 aktuelle Rennradhelme aus dem 2015er Test: Das komplette Testfeld finden Sie hier

Praxistest: Mehrere Tester haben alle Helme anprobiert und Probe gefahren. Dabei bewerteten sie zunächst die Anpassbarkeit des Helms, also wie gut sich die Modelle an die verschiedenen Köpfe anpassen lassen, wie feinfühlig die Einstellung erfolgen kann und wie leicht alles während der Fahrt zu bedienen ist. Die Ergebnisse fließen mit 20 Prozent in die Endnote ein. Zweite Disziplin ist der Tragekomfort (ebenfalls 20 Prozent), der sich auf mehreren Testrunden zeigen musste: Drücken die Polster? Wie fühlt sich der Helm insgesamt an?
Außerdem haben die Tester die Verarbeitung untersucht: Sind die Übergänge zwischen Außenschale und Styropor sauber verarbeitet oder stören (scharfkantige) Grate? Wie gut sind die Gurtbändchen im Helm befestigt? Das Ergebnis macht 10 Prozent der Endnote aus.

Labortest: Erste Station ist die Waage: Alle Helme in Größe M (Kopfdurchmesser 57 Zentimeter) wurden gewogen, das Gewicht macht 15 Prozent der Note aus. Um die Qualität der Belüftung zu ermitteln, kommen die Helme (ohne Insektennetz, wenn herausnehmbar) auf einen Kunstkopf mit temperaturempfindlicher Beschichtung. Anschließend wird der behelmte Kopf einem Luftstrom ausgesetzt, um den Fahrtwind zu simulieren. Nach einer festgelegten Zeit nehmen die Tester den Helm ab, um eine Wärmebildaufnahme (Thermografie) des Kopfes zu erstellen. Blaue Farbtöne stehen dabei für niedrige Temperaturen, also gut belüftete Bereiche, orangfarbene und rote für hohe Temperaturen bei entsprechend schlechterer Belüftung. Zusammen mit den Eindrücken der Tester aus der Praxis ergeben sich so 35 Prozent der Endnote.

Günstig vs. teuer: 24 Rennrad-Helme im Test

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