rb-1018-rennradhelme-test-BO-TEASER (jpg) Björn Hänssler
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rb-1018-rennradhelme-test-BHF-bontrager-ballista (jpg) 21 Bilder

Test: 14 Rennradhelme – Aero-Helm gegen Top-Modell

Aero- gegen Top-Modell: 14 Rennradhelme im Test

Ist ein Helm gut belüftet, aerodynamisch schnell – oder gar beides? RoadBIKE hat Aero- und Standard-Helme von sieben Herstellern im Windkanal und in der Praxis getestet.

Lange Zeit galt die Annahme: Ein gut belüfteter Helm kann nicht aerodynamisch sein, ein aerodynamisch optimierter Helm nicht gut belüftet. Der einfache Grund: Um gute Kühlung zu gewährleisten, verfügt ein Helm über viele Luftschlitze und Öffnungen, in die der Fahrtwind vorn rein- und hinten wieder ausströmen kann. Das produziert allerdings Luftverwirbelungen, die der Aerodynamik abträglich sind. Ein aerodynamisch optimierter Helm wiederum lenkt Luftströme möglichst verwirbelungsarm am Kopf vorbei und beschränkt sich deswegen auf wenige Öffnungen. Folge: größere Hitze am Kopf – insbesondere bei geringer Geschwindigkeit, etwa bergauf.

Hier geht es direkt zum Testfeld.

Mittlerweile versprechen aber zahlreiche Hersteller, in Sachen Helm die eierlegende Wollmilchsau entwickelt zu haben: aerodynamisch und gut belüftet. „Endlich ist Aerodynamik auch cool“, heißt es etwa bei Bontrager; Specialized verspricht eine „optimale Kombination aus Aerodynamik und Ventilation“, und Abus setzt nach eigener Angabe gar „neue Maßstäbe“, „definiert Aerodynamik neu“ und „sorgt für ein perfektes Klima und einen kühlen Kopf auch bei heißen Rennen“.

Um solche Versprechungen auf den Prüfstand zu stellen, hat ROADBIKE von sieben Herstellern jeweils das Aero- und das Top-Helmmodell sowohl im Windkanal als auch in der Praxis getestet (siehe „So testet ROADBIKE“). Die Fragen dabei: Kann ein Aero-Helm tatsächlich gut belüftet sein? Wie aerodynamisch sind konventionelle Helme im Vergleich zu den Aero-Spezialisten? Und welcher ist am Ende der „schnellste“ Helm?

Die 14 Testkandidaten von Abus, Bontrager, Giro, Kask, Rudy Project, Scott und Specialized decken ein breites Preisspektrum ab: Der günstigste Helm ist in diesem Vergleich der 149,95 Euro teure Aventor von Abus, während für den teuersten Helm – den Giros Synthe MIPS – mit 299,95 Euro glatt doppelt so viel fällig wird. Eine Preisobergrenze gab ROADBIKE diesmal bewusst nicht vor, da die Systemfrage – Aero-vs. Top-Helm – im Mittelpunkt des Interesses stand. Wie unterschiedlich die Hersteller die Anforderungen an einen Helm in ihrem Produktportfolio interpretieren, zeigt nicht zuletzt, wie viel Aero/Belüftung/Leichtgewicht man wo bekommt – und zu welchem Preis.

Tagesaktueller Preisvergleich der getesteten Radhelme

Aero-Rennradhelme: Kostengünstig schneller

Was spricht überhaupt dafür, über die Anschaffung eines Aero-Helms nachzudenken, wenn darunter womöglich irgendwann der Schädel kocht? Eine ganze Menge, denn Aero-Helme sind eine vergleichsweise kostengünstige Methode, um Sekunden zu schinden und schneller Rad zu fahren – nicht nur im Wettkampf: Über zehn Watt spart der „schnellste“ Helm im Test – Scotts Aero-Modell Cadence Plus – gegenüber dem „langsamsten“, Rudy Projects Top-Modell Racemaster. Das bedeutet: Allein durch einen anderen Helm auf dem Kopf würde ein 75 Kilogramm schwerer Fahrer auf einer 100 Kilometer-Runde mit 1500 Höhenmetern über 90 Sekunden schneller fahren. Oder, anders formuliert: Aero-Helme bringen ungefähr den gleichen Vorteil wie hochprofilige Aero-Laufräder, kosten aber nur einen Bruchteil. Wer ambitioniert Rennrad fährt, zugleich aber ein Sparfuchs ist, profitiert bei der richtigen Helmwahl vom Kosten-Nutzen-Verhältnis (noch mehr bringt eine Optimierung der Sitzposition samt aerodynamischer Radbekleidung; deutlich teurer kommen Aero-Laufräder und -Rahmen, vgl. RB 07/18).

Heterogenes Testfeld

Was sind nun also die Erkenntnisse des RB-Tests? In puncto Aerodynamik setzen sich die Spezialisten im direkten Vergleich klar von den Standard-Helmen ab: Die Aero-Helme belegen in der Aerodynamik-Wertung die ersten sechs Plätze und sind im Windkanal mindestens vier, teils bis über zehn Watt schneller, als die eher auf optimale Belüftung ausgelegten Mitbewerber. Einziger Negativ-Ausreißer: Kasks Infinity ist deutlich langsamer als seine Aero-Pendants und muss als einziger Aero-Helm im Testfeld die Schmach hinnehmen, dass ein Standard-Helm im Windkanal besser abschneidet (siehe auch die Ergebnislisten).

Insgesamt fällt auf, dass die Helme in den beiden Kategorien jeweils recht dicht beieinanderliegen: Zwischen dem besten und schlechtesten Aero-Helm liegen (Ausnahme: Kask Infinity) maximal 2,8 Watt, die Standard-Helme trennen nicht mehr als 3,7 Watt. Das bedeutet für potenzielle Käufer: Innerhalb einer Kategorie können auch Faktoren wie Optik, Preis und Tragekomfort eine kaufentscheidende Rolle spielen. Geht es wirklich ums letzte Watt, führt an einem richtig guten Aero-Helm allerdings kein Weg vorbei.

Egal, ob Aero- oder Standard-Helm: Um unnötigen Luftwiderstand zu vermeiden, sollte man die Riemen zur Befestigung unbedingt eng am Kopf führen und ggf. abschneiden, wenn sie zu lang sind.

Bleibt die Frage nach der Belüftung. Hier zeigt sich: Die Aero-Kopfschützer können nicht mit der Performance von auf Leichtgewicht und Belüftung ausgelegten Top-Helmen mithalten. Fünf der sieben Aero-Helme rangieren auf den hinteren Plätzen im Belüftungs-Ranking, Ausnahmen bestätigen die Regel: Specializeds Evade und Bontragers Ballista bewegen sich auf dem hohen Niveau der Standard-Helme.

Dass die Belüftungs-Spezialisten den Kopf besser kühlen, heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass die Aero-Helme schlecht belüftet wären. Im direkten Vergleich haben sie zwar, trotz anderslautender Herstellerversprechen, das Nachsehen. Für sich genommen funktionieren sie aber mitunter sehr gut. Die punktuelle Kühlung an der Stirn bei Bontragers Ballista etwa lässt es – je nach Außentemperatur – teils sogar fast kalt unterm Helm werden.

Unangenehme Hitzeentwicklung am Kopf beklagten die ROADBIKE-Tester nur beim Cadence Plus von Scott und beim Infinity von Kask. Und in beiden Fällen muss relativiert werden: Die Helme bieten zwei Einstellungen – eine aerodynamisch optimierte mit weitgehend geschlossenem Helm sowie eine mit geöffneten Luftschlitzen. Scott setzt dabei auf fünf herausnehmbare Einsätze, beim Kask-Helm verschließt eine visier-ähnliche Klappe drei Öffnungen an der Front. Wählt man die Einstellung mit stärkerer Belüftung, lagen beide Modelle auf dem Niveau der anderen Aero-Helme. ROADBIKE testete und bewertete jedoch in Windkanal und Praxis einheitlich jeweils das optimale Aero-Set-up – also mit geschlossenem Helm. Als praxistauglichere Lösung entpuppte sich übrigens die einfach bedienbare Klappe bei Kask, während man bei Scott zum Herauslösen der Einsätze anhalten sollte.

Harten und weiche Testkriterien

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Björn Hänssler/RoadBIKE
RoadBIKE Fahrradhelme im Test

Neben Aerodynamik und Belüftung bewertete ROADBIKE zudem Gewicht, Tragekomfort und Anpassbarkeit. Anders als bei den Spezialdisziplinen, mischen sich Aero- und Standard-Helme in diesen Rankings deutlich stärker.

In der Gewichtswertung liegen die Standard-Helme zwar eher vorn, aber einige Aero-Modelle zeigen, dass bessere Windschlüpfigkeit nicht zwingend mit hohem Gewicht erkauft werden muss. Deutliche Ausreißer gibt es aber auch hier: Die Aero-Helme von Scott und Giro wiegen über 100 Gramm mehr als die leichtesten Standard-Helme im Test von Kask und Specialized. Und solches Mehrgewicht stört!

Erfreulich: Die Mehrheit der Testkandidaten gefällt mit hohem Tragekomfort. Einstimmig bewerteten die ROADBIKE-Tester die beiden Modelle von Specialized sehr positiv, während insbesondere das Aero-Modell Boost 01 von Rudy Project wegen Druckstellen im Stirnbereich weniger Anklang fand. Klare Empfehlung vor einem Helmkauf ist deshalb immer, das gewünschte Modell, wenn möglich, anzuprobieren – auch wenn sich die Helme mehrheitlich sehr gut anpassen lassen. Dabei stechen besondere Lösungen ins Auge, wie etwa die schwimmenden Gelenke am Haltesystem bei Kask, zusammengenähte Riemendreiecke unter den Ohren beim Abus Gamechanger oder ein innovativer Magnetverschluss bei Specializeds Evade. Alle Helme werden über Einstellrädchen am Hinterkopf feinjustiert, was mehrheitlich auch mit klar definierten Raststufen gut gelingt.

Last but not least: die Optik. Alle Helme sind in zahlreichen Farbvarianten erhältlich – die hier getesteten Versionen sind also nur als Option zu verstehen. Denn ein wichtiges Kaufargument bleibt – ungeachtet aller sachlichen und erfahrbaren Unterschiede: einfach schneller auszusehen.

Testfazit

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Benjamin Hahn/RoadBIKE
Grün: Aerodynamischer Helm Blau: Optimal belüfteter Helm

Das Ergebnis ist eindeutig: Die Aero-Spezialisten setzen sich klar von den Standard-Helmen ab. Einzige Ausnahme ist der aerodynamisch eher schwache Infinity von Kask. Innerhalb der Kategorien liegen die Helme recht eng beieinander. Der schnellste Helm spart über 10 Watt gegenüber dem langsamsten oder, anders ausgedrückt, immerhin 90 Sekunden auf 100 km bei 200 Watt.

Ein heterogenes Bild beim Gewicht: Gut belüftete Helme sind tendenziell eher leichter als aerodynamische, Leichtbau und Aerodynamik schließen sich aber nicht zwingend aus. Kasks Valegro und Specializeds Prevail II setzen sich mit deutlichem Abstand an die Spitze, das Mehrgewicht der schwersten Aero-Modelle ist jedoch erheblich.

Mehrere ROADBIKE-Tester bewerteten die Belüftung aller Helme: auf festgelegten Testrunden direkt hintereinander, bei längeren Ausfahrten sowie im monatelangen Dauereinsatz inklusive Wettkämpfen. Ergebnis: Von den Ausnahmen Specialized und Bontrager abgesehen, sind die Aero-Helme im direkten Vergleich schlechter belüftet. Für sich genommen, kann die Belüftung aber funktionieren.

So testet ROADBIKE

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Björn Hänssler/RoadBIKE
Die Windkanalmessungen führte der Schweizer Aerodynamik-Dienstleister Swiss Side im Beisein von RoadBIKE durch.

Neben den üblichen aufwendigen Praxistests testete ROADBIKE Helme auch erstmals im Windkanal und griff dabei auf die Expertise von Swiss Side zurück.

Belüftung/Tragekomfort: Alle Helme wurden von mehreren Testern auf einer festgelegten Runde mit Anstiegen und schnellen Abfahrten Probe gefahren. Anschließend wurden die Eindrücke sowohl zum Tragekomfort wie auch zur Belüftung notiert. Kriterien beim Tragekomfort waren unter anderem: Sind die Pads ausreichend groß dimensioniert und weich? Decken sie alle wichtigen Bereiche ab, oder gibt es spürbare Druckstellen? Liegen die Gurte angenehm auf der Haut, oder sind sie kratzig? Drückt die Kopfweitenverstellung am Hinterkopf an einer oder gar an mehreren Stellen? Bei der Belüftung wurde erfasst, ob die Helme nicht nur an der Stirn, sondern auch am Hinterkopf eine ausreichend gute Belüftung bieten, damit die Luft gut über den Kopf zirkulieren kann. Neben diesen direkten Vergleichstests wurden alle Modelle von ROADBIKE-Testern teils über Monate hinweg gefahren, u. a. bei Wettkämpfen. Auch die dabei gemachten Erfahrungen wurden mitberücksichtigt. Belüftung und Tragekomfort fließen mit je 20 % in die Gesamtnote ein.

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Björn Hänssler/RoadBIKE
Ernst Pfeiffer (l.) vom GST-Windkanal und Jean-Paul Ballard von Swiss Side beim Versuchsaufbau.

Gewicht: Alle Helme wurden gewogen, ihr Gewicht in Relation gesetzt. Der Helm mit dem niedrigsten Gewicht erhält die Bestnote mit Höchstpunktzahl, der schwerste Helm die geringste Punktzahl. Die Ergebnisse machen 25 % der Gesamtnote aus.

Anpassung: Mehrere Tester probierten alle Helme an und stellten sie bestmöglich auf ihren Kopf ein. Dabei bewerteten sie, wie gut die Kopfweiteneinstellung funktioniert, ob das Rädchen gut zu greifen und ausreichend fein gerastert ist, ob sich die Kopfweiteneinstellung in der Höhe verstellen lässt und ob sich die Clips an den Riemen gut anpassen lassen. Das Ergebnis macht 10 % der Gesamtnote aus.

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Björn Hänssler/RoadBIKE
Mehrere RoadBIKE-Tester bewerteten die Helme in der Praxis.

Aerodynamik: ROADBIKE testete unter Anleitung der Aerodynamik-Experten von Swiss Swide im GST-Windkanal in Immenstaad am Bodensee. Dabei wurde jeder Helm in exakt gleicher Position auf einem unbeweglichen Dummy platziert. Der Torso mit halben Armen und Beinen kann in verschiedenen Winkeln positioniert werden, die ROADBIKE-Messungen simulierten eine Fahrerhaltung in Unterlenkerposition. Die Messgeschwindigkeit betrug 45 km/h, die Messgenauigkeit lag bei 0,5 Watt. Der GST-Windkanal saugt die Luft am Testobjekt vorbei, gemessen wurde in einem definierten Anströmwinkel. Schwankungen in der Luftdichte oder Außentemperatur lassen sich herausrechnen. Die Ergebnisse der Windkanalmessungen machen 25 % der Gesamtnote aus.

Das Testfeld im Überblick

Abus

Nairo Quintanas Helme kommen aus Wetter an der Ruhr – seit 2017 ist Abus offzieller Sponsor des Teams Movistar. Das Aero-Modell Gamechanger weckt mit seinem Namen hohe Ansprüche, liefert aber auch: Als nur einer von vier Helmen im Test erreicht er die Note sehr gut. Den Grundstein dafür legt er im Windkanal, wo nur Scotts Cadence Plus minimal „schneller“ ist. Bei der Belüftung sind hingegen andere besser, das Gewicht liegt im guten Mittelfeld. Obwohl der Gamechanger nur im Stirn- und vorderen Kopfbereich auf einige wenige Pads setzt, beurteilten die RB-Tester den Tragekomfort mehrheitlich positiv. Zudem lässt sich der Helm gut anpassen – mit definiert gerastertem Einstellrad, leicht verstellbaren Riemen sowie Kopfweitenverstellung. Auf letztere verzichtet der deutlich besser belüftete Aventor, bei dem sich im Gegensatz zum Gamechanger auch das Riemendreieck unter den Ohren anpassen lässt. Wichtige Punkte für eine bessere Bewertung bleiben beim Aventor allerdings in den Kategorien Aerodynamik und Gewicht liegen. Beide Modelle sind in je neun Farbvarianten erhältlich.

Fazit: Licht und Schatten bei Abus – der Gamechanger mischt vorne mit, der Aventor nicht ganz, ist dafür aber preislich recht attraktiv.

Abus Gamechanger

Abus
Benjamin Hahn
Abus Gamechanger

Preis/Gewicht: 199,95 Euro/ 267 kg

Größen: 51-55; 52-58; 58-62

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: SEHR GUT (71 Punkte)

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Abus Aventor

Abus
Benjamin Hahn
Abus Aventor

Preis/Gewicht: 149,95 Euro/264 g

Größen: 51–55; 54–58; 57–61

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: GUT (55 Punkte)

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Bontrager

Die beiden Bontrager-Helme gefallen insbesondere mit tadelloser Belüftung und guter Anpassbarkeit. Das Aero-Modell Ballista gefiel überzeugte im RB-Dauertest, mittlerweile ist es auch mit MIPS-System erhältlich. Im Windkanal im vorderen Mittelfeld positioniert, wird es trotzdem nicht zu heiß am Kopf. Fahrtwind strömt aus je drei großen Öffnungen an Vorder- und Rückseite über den Kopf und kühlt – fast zu gut: Ohne Helmmütze kann es bei Temperaturen unter zehn Grad punktuell an der Stirn unangenehm kühl werden. Ebenfalls hervorragend belüftet zeigt sich der Velocis, der zudem fast gleichauf mit Giros Synthe ordentliche Aero-Werte lieferte. Dafür ist er der zweitschwerste Standard-Helm im Testfeld. Beide Modelle, die in je fünf Farbvarianten erhältlich sind, gefielen im Test mit hohem Tragekomfort und guter Anpassbarkeit, wozu Clips an den Riemendreiecken am Ohr, große und gut erreichbare Einstellrädchen am Hinterkopf, eine Kopfweitenverstellung und leichtgängig einstellbare Kinnriemen beitragen.

Fazit: Bontrager kommt mit seinem Ballista dem Testsieger von Specialized noch am nächsten – zum deutlich günstigeren Preis.

Bontrager Ballista

Bontager
Benjamin Hahn
Bontager Ballista

Preis/Gewicht: 179,99 Euro/258 g

Größen: 51–57; 54–60; 58–63

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: SEHR GUT (75 Punkte)

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Bontrager VelocisMIPS

Bontager
Benjamin Hahn
Bontrager Velocis MIPS

Preis/Gewicht: 199,99 Euro/275 g

Größen: 51–57; 54–60; 58–63

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: GUT (63 Punkte)

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Giro

Giro liefert mit seinen beiden Helmen eine solide Leistung ab, ohne in der Gesamtwertung ganz vorn mitspielen zu können. Das in sechs Farben erhältliche Aero-Modell Vanquish bleibt im Windkanal auf Schlagdis­tanz zu den besten, dafür ist es der schwerste Helm im Testfeld. Die Belüftung geht in Ordnung, bricht aber keine Rekorde. Erstaunlich ist, dass der in acht Farben verfügbare Synthe keinen signifikant kühleren Kopf ermöglicht – mancher Konkurrent im Testfeld zeigte sich luftiger. Dafür war der Synthe im Windkanal der zweitschnellste Standard-Helm des Testfeldes und einer der leichteren noch dazu. Beide Helme warten mit ordentlichem Tragekomfort auf, wofür auch das integrierte MIPS-System verantwortlich zeichnet. Die Riemen lassen sich dabei unter den Ohren ebenso anpassen wie unterm Kinn: etwas schwergängiger als bei der Konkurrenz, aber problemlos. Das Einstellrad hinten am Verstellsystem ist etwas klein, hat aber sehr klar definierte Raststufen. Der Vanquish bietet zudem eine Kopfweitenverstellung.

Fazit: Giro landet im guten Mittelfeld, muss sich aber die Frage ge­fallen lassen, ob das für den geforderten Preis nicht zu wenig ist.

Giro Vanquish MIPS

Giro
Benjamin Hahn
Giro Vanquish MIPS

Preis/Gewicht: 279,99 Euro/311 g

Größen: 51–55; 55–59; 59–63

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: GUT (64 Punkte)

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Giro Synthe MIPS

Giro
Benjamin Hahn
Giro Synthe MIPS

Preis/Gewicht: 299,99 Euro/242 g

Größen: 51–55; 55–59; 59–63

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: GUT (61 Punkte)

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Kask

Was die Rundfahrt-Siege angeht, kommt dem Valegro von Kask in diesem Jahr kaum ein Modell nahe: Chris Froome und Geraint Thomas trugen das Modell bei ihren Giro- und Tour-Siegen auf den schweren Bergetappen. Kein Wunder, denn der Valegro ist neben Specializeds Prevail II mit Abstand der leichteste Helm im Test und gefällt mit sehr guter Belüftung. Dank eines definiert gerasterten Einstellrädchens und der Kopfweitenverstellung mit schwimmenden Gelenken, lässt sich der in acht Farben erhältliche Helm zudem sehr gut anpassen. Dass es in dieser Kategorie trotzdem nicht zur Bestnote reicht, liegt am Kinnriemen aus Ökoleder, der sich an beiden Kask-Modellen findet: Die Längenverstellung ist fummelig und während der Fahrt unmöglich, über den Komfortzugewinn lässt sich streiten. Zudem können beide Helme trotzdem drücken. Erstaunlich schlecht schneidet der in zehn Farben erhältliche Infinity im Windkanal ab: Auf den schnellsten Aero-Helm verliert er satte sieben Watt, auf den langsamsten über vier – und das selbst bei geschlossener Klappe, was die Belüftung erheblich verschlechtert.

Fazit: Der Valegro könnte aerodynamischer sein, auch der Infinity enttäuschte im Windkanal. Ein Nachfolger steht schon in den Startlöchern.

Kask Infinity

Kask
Benjamin Hahn
Kask Infinity

Preis/Gewicht: 219 Euro/289 g

Größen: 52–58; 59–62

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: BEFRIEDIGEND (48 Punkte)

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Kask Valegro

Kask
Benjamin Hahn
Kask Valegro

Preis/Gewicht: 189 Euro/200 g

Größen: 50–56; 52–58; 59–62

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: GUT (64 Punkte)

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Rudy Project

Hingucker sind die Helme von Rudy Project allemal. Wer es optisch dezenter mag, wählt eine andere der je vier Farbvarianten. Im Windkanal konnte das Aero-Modell Boost 01 unter seinesgleichen nur den Kask Infinity hinter sich lassen, ist aber doch deutlich „schneller“ als die Standard-Helme. Die Belüftung geht in Ordnung, die Anpassbarkeit mit leicht verstell­baren Riemen unter Ohren und Kinn ist recht gut – allein das Einstellrädchen am Hinterkopf fühlt sich etwas schwammig an. Größter Kritikpunkt ist die Passform: Alle RB-Tester bemängelten seitliches Spiel und unangenehme Druckstellen an der Stirn. Mitunter zeigten sich dort sogar Abdrücke, die von einer kantigen Kunststoffführung für die dünnen Pads an der Helminnenseite herrühren. In etwas abgeschwächter Form störten diese Druckstellen auch beim Racemaster, der dafür seitlich deutlich fester sitzt und über dickere Pads verfügt. Allerdings verlangt der langsamste Helm im Vergleich über 10 Watt mehr Leistung als die schnellsten. Auch beim Gewicht lassen die nur jeweils in zwei Größen erhältlichen, eher teuren Modelle Punkte liegen.

Fazit: Wer mit dem Kauf eines der optisch auffälligen Modelle liebäugelt, sollte vorher unbedingt die Passform bei einer Anprobe testen.

Rudy Project Boost 01

Rudy
Benjamin Hahn
Rudy Project Boost 01

Preis/Gewicht: 219,95 Euro/272 g

Größen: 54–58; 59–61

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: GUT (58 Punkte)

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Rudy Projekt Racemaster

Rudy
Benjamin Hahn
Rudy Project Racemaster

Preis/Gewicht: 229,95 Euro/285 g

Größen: 54–58; 59–61

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: BEFRIEDIGEND (48 Punkte)

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Scott

Scott kann Aero: Der Cadence Plus ist der „schnellste“ Helm im gesamten Testfeld, der Centric Plus der Primus unter den Standard-Helmen. Kehrseite der Medaille: Im Aero-Set-up mit geschlossenen Luftschlitzen wird es unter dem Cadence Plus schnell unangenehm heiß, wie ROADBIKE bei den Fahrtests, im Dauereinsatz und bei Wettkämpfen feststellte. Die Einsätze in den Öffnungen an der Front lassen sich zwar problemlos herausdrücken, was deutlich spürbar für Kühlung sorgt. Dies hat aber natürlich Auswirkungen auf die Aero-Performance und ist während der Fahrt kaum zu bewerkstelligen. Die losen Einsätze können zudem leicht verloren gehen. Beim deutlich leichteren Centric Plus ist die Belüftung hingegen hervorragend. Beide Helme verfügen über das MIPS-System und sitzen auch ohne viele Pads bequem auf dem Kopf. Die Anpassung gelingt über das hintere Einstellrad mit definierten Raststufen und leichtgängiger Riemeneinstellung gut. Der Cadence Plus ist in fünf, der Centric Plus in acht Farben erhältlich.

Fazit: Wer großen Wert auf Aerodynamik legt, greift zu den bequemen Scott-Helmen. Punkte kosten das Gewicht und teilweise die Belüftung.

Scott Candence Plus

Scott
Benjamin Hahn
Scott Cadence Plus

Preis/Gewicht: 249,95 Euro/307 g

Größen: 51–55; 55–59; 59–61

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: GUT (62 Punkte)

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Scott Centric Plus

Scott Centric Plus
Scott
Scott Centric Plus

Preis/Gewicht: 199,95 Euro/263 g

Größen: 51–55; 55–59; 59–61

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: GUT (67 Punkte)

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Specialized

Starker Auftritt von Specialized: Mit beiden Helmen setzen sich die US-Amerikaner an die Spitze. Das Aero-Modell Evade zeigte sich im Windkanal als Drittschnellster im Testfeld, ist dabei dennoch deutlich besser belüftet als viele Konkurrenten: Der Fahrtwind strömt von vorn kräftig in den Helm und hinten wieder raus, Hitzestaus gab’s bei den Fahrtests so wenig wie im Dauereinsatz. Der Prevail II kühlt sogar noch besser und liefert mit Kasks Valegro den Bestwert in Sachen Gewicht – all dies freilich bei schwächerer Aerodynamik. Die in acht bzw. neun Farbvarianten erhältlichen Specialized-Helme tragen sich ausgesprochen angenehm und lassen sich über ein definiert gerastertes Einstellrädchen am Hinterkopf, eine Kopfweitenverstellung sowie längenverstellbare Riemchen im Handumdrehen anpassen. Das Riemendreieck unter dem Ohr ist hingegen nicht verstellbar, fühlt sich aber angenehm an. Innovativ: der magnetische Rastverschluss am Kinnriemen, den es so allerdings nur beim Evade gibt.

Fazit: So sehen Sieger aus! Specialized distanziert die Konkurrenz teilweise recht deutlich, verlangt dafür aber auch eher stolze Preise.

Specialized Evade

Specialized Evade
Specialized
Specialized S-Works Evade

Preis/Gewicht: 229,95 Euro/240 g

Größen: 51–56; 55–59; 59–63

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: SEHR GUT (84 Punkte)

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Specialized Prevail 2

Specialized
Benjamin Hahn
Specialized S-Works Prevail

Preis/Gewicht: 239,95 Euro/200 g

Größen: 51–56; 55–59; 59–63

Aerodynamik (25%):

Belüftung (20%):

Tragekomfort (20%):

Gewicht (25%):

Anpassbarkeit (10%):

Testurteil: SEHR GUT (78 Punkte)

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