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Starthilfe: Tipps für Rennradeinsteiger

Tipps für Rennradeinsteiger Starthilfe

Aller Anfang ist schwer – besonders bei einem komplex anmutenden Sport wie Rennradfahren. Mit diesen Antworten auf die wichtigsten Fragen klappt der Einstieg in den schönsten Sport der Welt!

Was für ein Rennrad soll ich mir kaufen?

Rennrad ist nicht gleich Rennrad – es gibt spezielle Modelle für Rennen oder die Langstrecke, für Asphalt oder Schotter, Leichtgewichte oder Packesel. Und es gibt Modelle, die sich nicht eindeutig einer Kategorie zuordnen lassen. Allen Rennrädern gemein ist der nach unten gebogene Rennlenker, der drei verschiedene Griffpositionen erlaubt. Das eine Rennrad gibt es also ebenso wenig wie die eine Art, Rennrad zu fahren. Bevor du dir deinen ersten eigenen Renner kaufst, ist es sinnvoll, den Sport und seine vielfältigen Möglichkeiten auszuprobieren – etwa auf einem im Freundeskreis oder von einem kommerziellen Anbieter geliehenen Rennrad.

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Bevor es auf große Fahrt geht, stehen viele Fragen im Raum - und einige Handgriffe.

Was kostet ein gutes Rennrad?

Das hängt von vielen Faktoren ab: Rennradkategorie, Rahmenmaterial, Ausstattung. Als Orientierung gilt: Solide Rennräder mit Aluminiumrahmen und Felgenbremse gibt’s ab ungefähr 1000 Euro, einen Renner mit gutem Rahmen aus Carbon – dem in vieler Hinsicht vielversprechendsten Rahmenmaterial – bekommst du ab zirka 2000 Euro, High-End-Rennräder kosten teils weit über 10 000 Euro.

Welche Rennradkategorien gibt es?

AERO-RENNRAD: windschnittig mit strömungsoptimierten Rohrformen und Anbauteilen; für alle, die schnell auf Asphalt fahren wollen, vielleicht sogar bei Wettkämpfen starten; eher sportlich-gestreckte Sitzposition; eher teuer.

KLASSISCHES RENNRAD: ausgewogenes Sportgerät für schnelle Fahrten auf Asphalt, in der Regel nicht so kompromisslos wie ein Aero-Renner; meist guter Kompromiss aus Geschwindigkeit, Leichtbau und Komfort; sportliche bis ausgewogene Sitzposition; in großem Preisspektrum erhältlich.

ENDURANCE-RENNRAD: auf Sitz- und Federungskomfort ausgelegter Renner für entspannte und/oder lange Fahrten auf Asphalt, aufgrund etwas breiterer Reifen / mehr Reifenfreiheit aber auch für Ausflüge abseits befestigter Straßen geeignet; etwas aufrechtere Sitzposition; in großem Preisspektrum erhältlich.

GRAVEL-RENNRAD oder GRAVEL BIKE: Modell mit breiteren Reifen, das häufiger auch abseits asphaltierter Straßen gefahren wird, etwa auf Schotter, Wald- und Wiesenwegen und – je nach Ausstattung – leichten bis mittelschweren Trails. Vergleichsweise hohe Alltagstauglichkeit; breites Spektrum an Geometrien und Sitzpositionen; in nahezu allen Preisklassen erhältlich.

Brauche ich spezielel Rennradbekleidung?

An erster Stelle, immer und überhaupt: einen Fahrradhelm! Davon abgesehen kannst du natürlich in "normalen" Sportklamotten auf einem Rennrad fahren – beim Gravelbiken ist etwas weiter geschnittene Bekleidung sogar durchaus angesagt. Für viele besteht die Faszination des Rennradfahrens aber nicht zuletzt in dem vergleichsweise flotten Tempo, das man erreicht. Dafür sind sportlich enge Radhosen und -trikots sinnvoller als etwa ein normales Sporthemd, das als Bremsfallschirm im Wind flattert. Ob du spezielle Radschuhe brauchst, hängt davon ab, welche Pedale du montierst (dazu später mehr). Kurz: Wer ernsthaft Rennrad fahren möchte, kommt um einen Satz spezieller Klamotten nicht herum.

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DIE GRUNDAUSSTATTUNG: Must-have: Helm, Radhose, Trikot, Unterhemd, Socken, Sonnenbrille Nice to have: Radschuhe und RadhandschuheFÜR KÜHLERE TEMPERATUREN:Must-have: Windweste, Langarmtrikot und lange Hose und/oder Arm-/Beinlinge, Langfingerhandschuhe, Überschuhe, HelmmützeNice to have: Halstuch

Brauche ich wirklich spezielle Radhosen mit eingenähtem Sitzpolster?

Ja. Eine Radhose mit eingenähtem Polster erhöht signifikant den Sitzkomfort und dämpft sehr effizient vom Untergrund angeregte Erschütterungen und Vibrationen – Sitzbeschwerden und Rückenschmerzen lassen sich so ganz einfach reduzieren. Wichtig: Die Radhose und damit das Polster wird direkt auf der Haut getragen – also keine Unterwäsche dazwischen! Denn zusätzlicher Stoff und vor allem Nähte/Säume an der falschen Stelle erzeugen Reibung, es können Druckstellen entstehen – Hautirritationen und Schmerzen wären die Folge. Regelmäßiges Waschen vorausgesetzt (nach jeder Ausfahrt) muss das Sitzpolster nicht besonders gepflegt werden. Wenn dir das alles nicht geheuer ist, darfst du gerne erst mal einige Touren mit normalen Klamotten machen – danach wird deine Bereitschaft sprunghaft steigen, eine Radhose mit Polster (und idealerweise mit Trägern, sogenannte Bib-Shorts) auszuprobieren …

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Für viele Einsteiger eine ungewohnte Vorstellung: eine Radhose mit eingenähtem Polster tragen - und dann auch noch ohne Unterwäsche direkt auf der Haut...!

Ist das Fahren mit Klickpedalen nicht gefährlich?

Eine typische Sorge von Rennradeinsteigerinnen und -einsteigern. Technisch ist das Prinzip von Klickpedalen simpel: Unter spezielle Radschuhe wird eine Platte angeschraubt, die wiederum in ein Pedal einrastet und so eine Verbindung zwischenMensch und Maschine herstellt – durch seitliches Drehen des Fußes wird diese wieder getrennt. Vorteil von Klickpedalen: effizienteres Pedalieren, verbesserte Kraftübertragung, kein Abrutschen vom Pedal. Rennradneulinge fürchten jedoch oft das Anfahren, wenn man den Weg ins Pedal finden muss, und das Ausklicken vor dem Anhalten. Mit ein bisschen Übung gehen die Bewegungen aber schnell in Fleisch und Blut über, und bei einem Sturz lösen die Pedale – ähnlich wie Skibindungen – automatisch aus.

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Klickpedalen stehen Anfänger oft skeptisch gegenüber. Eine Option: Bythlon-Pedale, bei denen die Cleats nur aufgesetzt werden, aber nicht einrasten.

TIPPS ZUM AUSKLICKEN:

  • Vorausschauend fahren, frühzeitig ausklicken anstatt auf den letzten Drücker.
  • Wenn man nicht rauskommt, zusätzlichen Pedaltritt, um nicht umzufallen.
  • An geparkten (!) Autos, Schildern oder der Ampel festhalten.
  • Falls möglich, in Richtung Bürgersteig umkippen, nicht Richtung Fahrbahn.
  • Nicht verzagen: Auch die Besten sind anfangs mal umgekippt, weil sie nicht aus den Pedalen kamen.
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Fitness

Was muss ich unterwegs dabei haben?

Immer dabei sein müssen: Ersatzschlauch oder Flickzeug, Reifenheber, Pumpe und Mini-Tool, um einen Platten oder kleinere Defekte schnell selbst beheben zu können. Darüber hinaus ist es sinnvoll, ein wenig Bargeld, seinen Ausweis, ein Smartphone und – in Coronazeiten – eine FFP2-Maske dabeizuhaben.

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Die wichtigsten Utensilien für unterwegs: Ersatzschlauch, Reifenheber, Pumpe, Mini-Tool

Warum ist die Reifenwahl beim Rennrad so wichtig?

Der Reifen ist der einzige Kontaktpunkt zwischen Rad und der Oberfläche, auf der du fährst. Der Reifen entscheidet dementsprechend mit darüber, wie schnell du rollst, wie viel Traktion du auf dem Boden hast, wie schräg du dich in die Kurve legen kannst, ohne wegzurutschen, und ob du einen Defekt hast oder nicht – kurzum: wie sicher du fährst.

Als grobe Orientierung: Klassische Rennradreifen sind schmale Slicks ohne Profil, je nach Rennradkategorie zwischen 25 und 32 Millimeter breit und sehr schnell auf Asphalt; Gravelreifen weisen ein gröberes Profil auf, sind zwischen 35 und 50 Millimeter breit und damit erste Wahl für Schotter-, Wald- und Wiesenwege. Beim Radkauf solltest du die Reifenwahl im Hinterkopf behalten, damit die von dir favorisierten Reifen durch Rahmen und Gabel passen (ausführliche Infos zu dem Thema Reifenbreite findest Du hier, auch Hinweise zum passenden Luftdruck, den du fahren solltest).

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Oft unterschätzt: die Wahl der richtigen Reifen.

Wie stelle ich mein Rad richtig ein?

Klar: ein professionelles BikeFitting setzt dich perfekt aufs Rad. Wenn es dir aber erst mal "nur" darum geht, ins Rennradfahren reinzuschnuppern, brauchst du – neben einem Rad in der passenden Größe – deine korrekte Sattelhöhe. Diese trägt zu einer guten Sitzhaltung bei, ermöglicht eine effiziente Kraftübertragung und beugt Knieschmerzen vor.

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Wissen

Eine einfache und bewährte Methode, um die Sattelhöhe korrekt einzustellen, besteht darin, zunächst deine Innenbeinlänge zu ermitteln, indem du ein Buch als Sattelersatz in den Schritt klemmst und mit einem Meterstab den Abstand vom Boden bis zur Oberkante des Buches ausmisst (Schuhe aus, Fersen an die Wand). Diesen Wert multiplizierst du mit 0,885. Das Ergebnis ist deine Sattelhöhe in Zentimetern, gemessen von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sattels.

Je nach persönlichem Wohlbefinden kannst du den Abstand geringfügig nach oben oder unten variieren. Sobald die Sattelhöhe stimmt, überprüfe, ob du den Lenker sicher erreichst und gut an die Bremsen kommst. Ist dies nicht der Fall, solltest du gegebenenfalls einen kürzeren Vorbau montieren oder den Sattel etwas nach vorn verschieben. Der ersten Tour steht nun nichts mehr im Weg – wohl wissend, dass sich die Sitzposition im Verlauf deiner "Karriere" wohl noch etwas professioneller einstellen lässt.

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Zur Bestimmung der richtigen Sitzhöhe ist die Innenbeinlänge ein wichtiger Wert.

Felgen- oder Scheibenbremse?

Früher eine Glaubensfrage, heute vor allem eine finanzielle, denn moderne Rennräder kommen inzwischen fast ausschließlich mit hydraulischen Scheibenbremsen. Diese ermöglichen sehr gut dosierbares, auf Wunsch auch sehr kräftiges Verzögern unter allen Witterungsbedingungen. Disc-Bremsen sind allerdings auch teurer und schwerer als Felgenbremsen. Die wiederum sind nicht nur leichter und günstiger, sondern für viele Hobbyschrauber auch einfacher zu warten, allerdings wird die Felge mit der Zeit "abgeschmirgelt", die Handkraft kann hoch, die Bremskraft gering sein. Felgenbremsen finden sich deshalb fast nur noch an günstigeren Einsteigerrennrädern.

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Felgen- oder Scheibenbremse: Wer ein neues Rennrad kauft, kommt an Scheibenbremsen kaum vorbei - auf dem Gebrauchtmarkt gibt es auch viele Modelle mit Felgenbremsen. Was die langfristige Versorgungssicherheit mit Ersatzteilen angeht, sind Discs vermutlich die bessere Wahl, aber auch Felgenbremsen haben ihre Daseinsberechtigung.

Welche Gänge soll ich fahren?

Aus biomechanischer und physiologischer Sicht ist beim Rennradfahren eine Trittfrequenz von 90 bis 110 Umdrehungen ideal – also vergleichsweise schnelles Pedalieren, wie du es auch bei den Radprofis im Fernsehen beobachten kannst. Mit den schnellen, dafür aber weniger kraftintensiven Bewegungsabläufen ermüden die Muskeln weniger schnell, das Blut zirkuliert besser und kann schneller Sauerstoff transportieren und "Abfallstoffe" wie Laktat abführen, zudem werden die Gelenke geschont. Um solche Frequenzen treten zu können, brauchst du – neben etwas Übung – die entsprechenden Gänge –, im Zweifel immer lieber etwas kleinere Kettenblätter vorne und große Ritzel hinten. Das unter Hobbyradsportlern leider weitverbreitete "Drücken" zu schwerer Gänge solltest du dir gar nicht erst angewöhnen (ausführliche Infos zum Thema Trittfrequenz findest Du hier).

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Und jetzt: viel Spaß bei der nächsten Ausfahrt!
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