Rennrad-Rahmenhöhe bestimmen und optimale Sitzposition finden

So finden Sie die richtige Rahmenhöhe und optimale Sitzposition für Ihr Rennrad

Mit der richtigen Rahmenhöhe und der richtigen Sitzposition auf dem Rennrad steigern Sie Komfort und Leistung. RoadBIKE zeigt, wie Sie das richtige Rennrad finden und es perfekt an Ihren Körper anpassen.

Egal ob Sie sich ein neues Rennrad kaufen möchten oder nach einem gebrauchten Rennrad suchen: Als erstes sollten Sie herausfinden welche Rennrad-Rahmenhöhe am besten zu Ihrer Körpergröße passt.

Denn ein Rennrad sollte sitzen wie ein Maßanzug: Wenn es perfekt passt, fühlt es sich besser an, sieht besser aus und bringt mehr Erfolg. Doch Rennradfahrer und deren Körper sind unterschiedlich. Sie haben deshalb unterschiedliche Bedürfnisse.

Klar, dass aus diesem Grund Rennräder von der Stange nicht jedem passen. Wer aber seine richtige Sitzposition kennt und evtl. mit kleinen Änderungen an Sattelstellung, Vorbau und Lenker auf den eigenen Körper anpasst, kann damit enorm großen Effekt erzielen. Richtig auf dem Rennrad zu sitzen erhöht nicht nur den Komfort und beugt damit Schmerzen vor, sondern macht auch deutlich schneller.

„In rund 90 Prozent der Fälle lassen sich die Probleme mit einer optimierten Sitzposition lösen“, sagt etwa Sportwissenschaftler Andreas Bruch vom Radlabor. Voraussetzung: Das Rad und seine Geometrie müssen zum Fahrer passen.

Wer seine Sitzposition auf seine Bedürfnisse ausrichtet, wird davon profitieren. Rücken, Arme, Nacken, Gesäß und Schultern werden es Ihnen danken. Wer dabei allerdings denkt, Komfort sei unsportlich, täuscht sich gewaltig. Denn wer ohne Schmerzen Rennrad fährt, ermüdet deutlich langsamer. Und macht dabei auch noch eine viel bessere Figur ... Probieren Sie es aus!

Schritt 1: Die Wahl der richtigen Sitzposition

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Benjamin Hahn
Sitzen Sie lieber etwas sportlicher oder komfortabler auf dem Rennrad?

Die Sitzposition wird von der Geometrie des Rennrad-Rahmens beeinflusst. Bevor Sie also ein Rennrad kaufen, sollten Sie feststellen, welche Sitzposition Sie bevorzugen.

Touren-Position
Sie sind lange auf dem Rennrad unterwegs. Dabei kommt es Ihnen nicht so sehr auf die Geschwindigkeit, sondern eher auf die Distanz an. Die Touren-Position ist in der Regel aufrechter und dadurch komfortabler. Touren- und Langstrecken-Rennräder sind lange Distanzen ausgelegt. Hier kommt es besonders darauf an, dass nicht schon nach einer Stunde der Nacken wehtut. Rennräder mit einer Langstreckengeometrie haben deshalb meistens ein im Verhältnis zum Sitzrohr kürzeres Oberrohr, gepaart mit einem längeren Steuerrohr. Der Faktor (H) für die Tourenposition ist 0,52.

Sportliche Position
Die sportliche Sitzposition liegt zwischen der Touren- und der Race-Position. Man sitzt Rennrad-typisch leicht gestreckt, aber nicht zu extrem. Rennräder, die diese Position zulassen, haben meist ähnlich lange Sitz- und Oberrohre und eine gemäßigte Steuerrohlänge. Der Faktor (H) für die sportliche Position ist 0,53.

Race-Position
Sie fahren auch Rennen und möchten keine Sekunde wegen einer zu aufrechten Sitzposition und suboptimaler Aerodynamik verschenken? Dann kommt für Sie ein Rennrad mit längerem Oberrohr und verhältnismäßig kurzem Steuerrohr in Frage. Das lange Oberrohr und das kurze Steuerrohr führt zu einer gestreckten, gebeugten und aerodynamisch optimalen Sitzposition. Der Faktor (H) für die Race-Position ist 0,54.

Schritt 2: Bestimmen Sie ihre Körpermaße

Um die richtige Rahmenhöhe zu finden, müssen Sie zuerst Ihre Körpermaße ermitteln – am besten zusammen mit einem Helfer. Stellen Sie sich ohne Schuhe aufrecht an eine gerade Wand, und lassen Sie jedes Maß mehrfach nehmen. Tragen Sie den jeweiligen Mittelwert dann unten ein.

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Christian Lampe
Mit diesen vier Körpermaßen ermitteln Sie die perfekt Rahmenhöhe.
  • Schrittlänge (S): Stellen Sie sich barfuß mit gestreckten Beinen an eine Wand, schieben ein Buch waagrecht in den Schritt und messen vom Boden bis zur Oberkante des Buchs.
  • Körperlänge (K): Nicht zu verwechseln mit Körpergröße. Die Körperlänge wird vom Boden bis zu der kleinen, v-förmigen Einbuchtung am Brustbein gemessen. Stehen Sie aufrecht und mit durchgestreckten Beinen.
  • Rumpflänge (R): Zur Ermittlung der Rumpflänge ziehen Sie den Messwert Ihrer Schrittlänge (S) vom Messwert der Körperlänge (K) ab.
  • Armlänge (A): Halten Sie einen Stift in der Faust, strecken den Arm waagrecht aus. Messen Sie vom Stift in der Faust bis zu der kleinen Aushöhlung oben auf der Schulter.

Schritt 3: Berechnen Sie ihre persönliche Rahmenhöhe

  1. Ihre Rahmenhöhe (RH) erhalten Sie, wenn Sie die Schrittlänge (S) mit dem Faktor 0,66 multiplizieren: RH=S*0,66
  2. Ihre optimale Oberrohrlänge (O) erhalten Sie Rumpflänge (R) und Armlänge (A) addieren und mit dem Faktor für ihre bevorzugte Sitzposition (H, siehe oben) multiplizieren. Von dem Ergbnis in cm ziehen Sie noch die Vorbaulänge ab und so erhalten Sie ihre optimale Oberrohrlänge: (O=(R+A)*H-V)
  3. Ihre Sattelhöhe (SH) erhalten Sie, wenn Sie ihre Schrittlänge (S) mit dem Faktor 0,885 multiplizieren: SH=S*0,885
  4. Empfohlene Vorbaulängen: Rahmengröße (RG) 52 und kleiner = 80 mm, RG 53 – 57 =100 mm, RG 58 – 60 = 120 mm, RG 61 und größer = 140 mm

Rahmenhöhe ist nicht gleich Rahmengröße

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RoadBIKE
Die wichtigsten Rahmenmaße auf einen Blick.

Wenn Sie mit der ROADBIKE-Rahmenhöhen-Formel ein Ergebnis von 56cm erhalten haben, muss das nicht unbedingt heißen, dass Sie einen 56er Rahmen brauchen. Viele Hersteller bestimmen die Rahmengröße auf unterschiedliche Weise, deswegen ist ein Vergleich immer schwierig. Hinzu kommen Rahmen mit abfallendem Oberrohr (Sloping-Geometrie), integrierter Sattelstütze oder Rahmengrößen, die abweichend benannt sind (S, M, L, XL).

Um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten, ist das Ergebnis der ROADBIKE-Rahmenhöhen-Formel eine klassische Rahmenhöhe (S. Grafik). Diese reicht vom Tretlagermittelpunkt bis zum Schnittpunkt mit dem virtuellen, waagrechten Oberrohr. Das virtueller Oberrohr wird waagrecht gemessen vom Mittelpunkt der Steuerrohroberkante bis zum Schnittpunkt mit der Sattelstütze. Die Sattelhöhe wird gemessen vom Tretlagermittelpunkt bis zur Satteloberkannte.

Auswahl von Sitzanalyse-Diensten in Deutschland

  • Bike Academy Berlin, www.bike-academy-berlin.de, Berlin
  • CycleFit, www.cyclefit.de, Bensheim
  • Europeansports, www.europeansports.de, Ruhpolding
  • Gebiomized, www.wefityourbike.de, Münster
  • GL8 Sport, www.gl8-sport.de, Burscheid
  • Jens Machacek, machacek-fitting.com, Bad Soden, Gelnhausen
  • Komsport, www.komsport.de, Köln
  • Medletics, www.medletics.de, Hamburg
  • Radlabor, www.radlabor.de, Freiburg, München, Frankfurt
  • Radschloss, www.bikeimperium.de, Abenberg
  • Radsport Buchstaller, www.radsport-buchstaller.de, Hilpoltstein
  • Specialized, www.specialized.com/li/de/hub/bgfit, mehrere Standorte in ganz Deutschland
  • Speed Company, www.speed-company.com, München
  • Synergy Pro Training, www.synergy-protraining.de, Berlin
  • The Bike Botique, www.thebikeboutique.net, Bad Tölz
  • XP Sport, www.xp-sport.de, Aachen
  • Zentrum Gesundheitssport UG, www.villa-aktiv.de/, Gießen
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Nichts bremst Rennradfahrer so stark wie der Luftwiderstand.

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