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Legenden des Radsport: Sergei Soukhoroutchenkov

Sergei Soukhoroutchenkov im Porträt

Just in einer Zeit, als die Zeichen hinter dem „Eisernen Vorhang“ mehr und mehr auf große politische Veränderungen deuteten, begann die internationale Radsport-Karriere von Sergei Soukhoroutchenkov.

Es war eine Zeit voller Veränderungen, in der speziell in Frankreich immer mehr sogenannte Open-Rennen in Mode kamen. Also Radrennen, in denen Amateure gegen gestandene Profis antreten konnten. Der erste Amateur-Rennsportler, der es mit den arrivierten Profis aufnahm, war Ryszard Szurkowski. Der Pole wurde 1973 Weltmeister und gewann zwischen 1970 und 1975 viermal die Friedensfahrt – die bedeutende Amateur-Rundfahrt. Respekt in der Radsport-Welt erntete Szurkowski aber vor allem bei Paris–Nizza 1974: Auf einer Etappe wurde er Zweiter – direkt hinter Eddy Merckx, der im gleichen Jahr seinen fünften Toursieg erringen sollte.

Siege am Fließband

Die Genossen in Moskau wollten den Erfolgen Szurkowskis nacheifern. Und die „Roten Renner“ produzierten Siege am Fließband. Dabei wurden die Athleten – wie Sardinen in Minibusse gequetscht – zu den Rennen transportiert, um dann auf antiquiertem Material in die Rennen zu gehen. Einer der großen Russen war Sergei „Soukho“ Soukhoroutchenkov, der 1978 erstmals der starken Konkurrenz aus Ost und West sein Hinterrad zeigte – bei der Tour de l’Avenir, der „Tour der Zukunft“. Auch im folgenden Jahr, nach Siegen bei der Friedensfahrt und Giro delle Regione in Italien, war gegen den roten Giganten bei der Tour de l’Avenir kein Kraut gewachsen. Es kam so weit, dass Frankreichs Seriensieger Bernard Hinault eine Krankheit vortäuschte, um der Konfrontation mit dem russischen Bären aus dem Weg zu gehen.

Krönung in Moskau

Die absolute Krönung für den inzwischen 24-jährigen Ausnahmefahrer war die Goldmedaille beim olympischen Straßenrennen in Moskau 1980. Westeuropäische Radsport-Manager boten „Soukho“ daraufhin bis zu 1 Million Dollar, um ihn künftig in ihrem Profi-Team zu haben. Damit wäre er schlagartig zu einem der bestbezahlten Radsportler der Welt geworden.

Ein eigenes Team

Doch im strengen Sportministerium Moskaus hatte man andere Pläne. Ein eigenes Team sollte künftig bei den medienträchtigen Profi-Rennen präsent sein. Es sollte allerdings noch bis zur Perestroika 1988 dauern, bis ein Vertrag unterzeichnet wurde. Alfa Lum, ein Aluminium-Betrieb mit Sitz im Zwergstaat San Marino, fand sich bereit, mit den Sowjets zusammenzuarbeiten. Man legte umgerechnet 1 Million Euro auf den Tisch, um die sogenannte „Armada Rossa“ in den eigenen Farben starten zu lassen. Die Fahrer hießen unter anderem: Dimitri Konyshev, Andrei Tschmil und Dschamolidin Abdushaparov. Und auch Soukhoroutchenkov wollte es nach einer Wettkampfpause nochmals als Profi versuchen.

Das neue Leben

Die einstigen Staatsamateure der UdSSR passten sich trotz äußerst kargem Anfangslohn von monatlich umgerechnet 1000 Euro schnell an die rasanten Profi-Rennen an – wie auch an den westlichen Lebensstil. Mancher von ihnen genoss nach erfolgreichen Einsätzen bald ein lockeres Leben als Playboy mit teuren Autos und Casinobesuchen. „Soukho“ hingegen, inzwischen bereits 32 Jahre alt, verging fast vor Heimweh nach seiner Frau und den vier Kindern in Sankt Petersburg. Er fand nie mehr zur alten Schnelligkeit zurück. Ein Jahr später beendete der inzwischen zum Kapitän der Sowjetarmee ernannte Soukhoroutchenkov völlig desillusioniert seine Karriere.

Sergei Soukhoroutchenkov: Daten & Fakten

- Geboren am 10. August 1956 in Brjansk/RUS.
- Als Amateur gewann er zweimal die Tour de l’Avenir.
- Als Top-Favorit holte er 1980 in Moskau die olympische Goldmedaille.
- 1979 und 1984 gewann er die Friedensfahrt, zudem sammelte er viele Etappensiege bei diversen Rennen.
- Als Profi konnte er nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen.

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