RB 0313 Legenden des Radsports Roger De Vlaeminck Roth/Augenklick

Legenden des Radsport: Roger De Vlaeminck, Willy Vekemans und Jos Wouters

Roger De Vlaeminck, Willy Vekemans und Jos Wouters

Gleich beim ersten Profi-Einsatz einen Klassiker gewinnen – heute praktisch undenkbar. Doch Roger De Vlaeminck, Willy Vekemans und Jos Wouters schafften einst das scheinbar Unmögliche. RoadBIKE stellt die 3 Belgier vor, die so fulminant in ihre Profi-Karrieren gestartet sind.

Roger De Vlaeminck

Bereits als Amateur raste der jüngere Bruder des erfolgreichsten Cross-Fahrers aller Zeiten, Eric De Vlaeminck, wie ein Wirbelwind durch die Rennszene. So gewann er 1967 vor den Toren Stuttgarts das schwere Solitude-Radrennen. Ein Jahr später siegte er in Mexiko beim vorolympischen Straßenrennen. Das flämische Multitalent hatte zwischendurch auch bei der Querfeldein-WM die Nase vorn. 1969 wurde er in dieser Disziplin im württembergischen Magstadt immerhin noch Vize-Weltmeister – hinter Landsmann René Declercq. Bereits 24 Stunden danach erhielt er die ersehnte Profi-Lizenz, und nur 5 Tage später gab er bei Omloop Het Volk (heute Het Nieuwsblad) sein Debüt im Trikot der legendären Flandria-Mannschaft. An jenem 1. März überflügelte De Vlaeminck nach einem lang gezogenen Endspurt die gesamte Sprinter-Elite – angeführt von Patrick Sercu, Eric Leman sowie Eddy Merckx – und stellte damit alle Prognosen der Experten auf dem Kopf. Es war der Beginn einer einzigartigen Radsport-Karriere: Bei den Eintagesklassikern konnte ihn später nur sein Landsmann Eddy Merckx überflügeln.

Willy Vekemans

Bei dem gleichen Rennen hatte bereits 2 Jahre vor De Vlaeminck ein weiterer Belgier ein ebenso überraschendes wie krachendes Debüt gefeiert: Willy Vekemans. Mit einem solch unbekannten Sieger hatte 1967 bei dem flämischen Frühjahrs-Klassiker Omloop Het Volk wohl kaum jemand gerechnet – außer dem schnellen Vekemans selbst. Schon Wochen vor dem Start in Gent hatte er sich auf seinen allerersten Profi-Start im Goldor-Team minutiös vorbereitet. Den Sprintsieg vor Jos Spruyt und Ward Sels bestätigte Brillenträger Vekemans alias „der Schulmeister“ 1969 mit seinem Sieg bei Gent–Wevelgem: Er gab den Brüdern De Vlaeminck das Nachsehen. Doch Vekemans‘ Radsport-Karriere währte nur kurz – trotz weiterer guter Resultate wie etwa dem 3. Rang bei Paris–Roubaix 1969. Ausgerechnet bei Omloop Het Volk, wo 5 Jahre zuvor alles begonnen hatte, zog er 1972 die Bremsen, um im fliegenden Wechsel einen gut bezahlten Job als Bauamt-Kontrolleur anzunehmen. Später gab er zu, dass er seine Profi-Karriere wohl noch eine Weile erfolgreich hätte verlängern können.

Jos „Jokke“ Wouters

Noch strammer als die Debüts von De Vlaeminck und Vekemans war Jokke Wouters Blitzstart. Mit einer Sondergenehmigung der UCI durfte der damals erst 19-jährige „James Dean des Radsports“ 1961 bei den „großen Jungs“ bei Paris– Tours starten. Wouters ging als „Indépendant“ ins Rennen, der damaligen Vorstufe zum Profi-Status. Und obwohl es nur die kühnsten Optimisten prophezeiten: Wouters hatte nach den langen 270 Kilometern, und trotz heftigem Gegenwind in Tours, die schnellsten Beine. Nach einem weiteren Triumph bei Paris–Brüssel in der folgenden Saison wurde er bereits als Thronfolger des legendären Rik Van Steenbergen gehandelt. Doch der schnelle Aufstieg des Belgiers fand ein ebenso rasches Ende: Nach mehreren schweren Stürzen sah der wegen seiner respektlosen Fahrweise bereits bei den Amateuren gefürchtete Wouters keine andere Lösung, als seine so hoffnungsvoll begonnene Rennkarriere 1965 vorzeitig zu beenden.

De Vlaeminck, Vekemans, Wouters: Daten & Fakten

- Roger De Vlaeminck: Jahrgang 1947. Siege u. a. 4-mal Paris–Roubaix, 3-mal Mailand–San Remo, je 1-mal Flandern-Rundfahrt, Lüttich–Bastogne–Lüttich, Tour de Suisse.

- Willy Vekemans: Jahrgang 1945. Siege u. a. Omloop Het Volk, Gent–Wevelgem, GP Gippingen.

- Jos Wouters: Jahrgang 1942. Siege u. a. Paris–Tours, Paris–Brüssel, Pfeil von Brabant.

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