RB_0610_Kaufberatung_45_titel (jpg) Torsten Schaefer

RoadBIKE-Kaufberatung: Richtige Kleidung und Equipment

Mit der richtigen Ausrüstung aufs Rad

Der große Zubehör-Guide verrät, was Sie zum Rennradfahren brauchen: Von der richtigen Bekleidung bis zum perfekten Equipment für unterwegs.

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Torsten Schaefer
Mit dem richtigen Equipment kann's los gehen!

Der Rennradsommer kann kommen! Hier finden Sie das perfekte Zubehör mit konkreten Kaufempfehlungen und Tipps, worauf Sie beim Equipment achten sollten.

Los geht es mit der Grundausstattung, die jeder Rennradfahrer im Kleiderschrank haben sollte: Einen schützenden Helm, eine Radbrille, eine gut gepolsterte Radhose, ein kurzärmliges Trikot, ein ­Unterhemd für den Schweißtransport, ­atmungsaktive Socken und ein vernünftiges Paar Rennradschuhe.

Wenn Sie sich für diese Saison viel vorgenommen haben, bei jedem Wetter trainieren wollen oder gar Ausritte ins Hochgebirge planen, dann sollten Sie Ihre Kleiderkammer noch um ein paar Teile ergänzen, mit denen Sie niedrigen Temperaturen, Wind und Regen trotzen können: eine wasserabweisende Jacke etwa, eine Windweste und Überzieher für Arme und Beine. Mit den hier vorgestellten Produkten sind Sie immer ideal angezogen – alles andere ist purer Luxus.

Im letzten Abschnitt finden Sie schließlich noch alle "harten Teile", die Sie brauchen: ­Flaschenhalter, Werkzeuge, Pumpen und Co. machen Ihr Sortiment komplett, damit Sie voll durchstarten können. So kann der Rennradsommer kommen!

Basisaustattung für den Rennrad-Alltag

Schuhe

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Scott Road Pro

Bei Schuhen lohnt es sich, mindestens in die Mittelklasse um 130 Euro zu investieren. Hier besteht das Obermaterial meist aus Kunstleder und luftigem Mesh, als Verschlüsse dienen meist eine Ratsche und zwei Klettbänder, und die Sohle besteht in der Regel aus ordentlich steifem Nylon. Carbonsohlen, die im Gegensatz zum Kunststoff auch dauerhaft steif sind, gibt es erst bei teureren Modellen. Wichtiger ist aber die Passform: Was bei der Anprobe drückt oder scheuert, wird nach einigen Kilometern zur Qual. Probieren Sie den Schuh im Stehen an, und bringen Sie Druck auf den Ballen. Der Schuh sitzt satt, ohne zu drücken? Zuschlagen! Tipp: Scott Road Pro, 130 Euro.

Hier geht's zum Test: Scott Road Pro

Socken

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Campag­nolo Coolmax

Beim Thema Socken gibt es zwei Fraktionen: Während es die einen gerne lang und schwarz mögen (Lance Armstrong etwa), tragen die anderen gerne kurz und weiß.

Doch ob kurz oder lang, weiß oder schwarz, wichtig ist wie beim Schuh eine gute Passform, atmungsaktives Material (keine Baumwolle!) und ein Bündchen, das nicht einschnürt. Zu welcher Fraktion die RoadBIKE-Redaktion gehört, sehen Sie am Beispiel-Socken rechts: Campag­nolo Socken Coolmax, 10 Euro.

Trikot

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Trikot Castelli Prologo

Trikots müssen eng sitzen und dürfen in der Unterlenkerposition weder spannen noch Falten werfen. Probieren Sie ­dies vor dem Spiegel aus. Damit sich beim Vorbeugen am Bauch keine Beule bildet und gleichzeitig der Rücken freigelegt wird, sollte das Shirt vorne kürzer und hinten länger geschnitten sein.

Achten Sie auf einen einhändig bedienbaren Front-Reißverschluss, drei große Rückentaschen für Windjacke, Kleinteile und Verpflegung und ein leichtes, atmungsaktives Kunstgewebe (z.B. Polyester). Tipp: Castelli Prologo, 65 Euro.

Helm

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Uvex Boss Race

Egal ob Sie ein alter Hase oder ein Radsportneuling sind: Auf einen Helm sollten Sie auf keinen Fall verzichten. Schon günstige Modelle bieten Schutz. Gewährleistet wird dies durch die EN-Norm 1078, die jeder Helm, der in Deutschland verkauft wird, erfüllen muss.

Und wenn Sie nicht zu den billigsten Modellen greifen, dürfen Sie auch eine gute Belüftung erwarten. RoadBIKE-Tests haben gezeigt, dass während der Fahrt in praller Sonne die Temperatur unter der Schutzschale nicht höher ist als bei einer Fahrt ohne Helm. Tipp: Uvex Boss Race, 80 Euro.

Trägerhose

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Etxe Ondo Tesil

Sitzprobleme sind echte Spaßbremsen, deshalb sollten Sie an der Hose nicht sparen. Gute Modelle gibt es ab ca. 80 Euro. Wer mehr ausgibt, bekommt in der Regel auch mehr Sitzkomfort. Ob ein Sitzpolster zu Ihrem Hintern passt, können Sie leider erst während der Probefahrt feststellen.

Umso wichtiger ist deshalb die Passform. Kontrollieren Sie den Sitz in Rennhaltung vor dem Spiegel. Achten Sie darauf, dass es keinen Faltenwurf gibt, die Träger sich nicht einrollen und einschneiden und die Beinabschlüsse nicht zu eng sind. Tipp: Etxe Ondo Tesil, 90 Euro.

Hier geht's zum Test Etxe Ondo Tesil

Brille

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Shimano Equinox

Radbrillen müssen vor Wind, Steinchen und Insekten schützen und UV-Strahlen abhalten. Letzteres schaffen alle Gläser, die das CE-Zeichen der Europäischen Union haben – egal ob es sich um getön­te oder farblose Modelle handelt. Empfehlenswert sind Brillen mit Wechselgläsern. Mit ihnen lässt sich der Lichtschutz dem Wetter anpassen. Tipp: Shimano Equinox,
100 Euro.

Unterhemd

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Rose Unterhemd

Unterhemden transportieren den Schweiß von der Haut ab und geben ihn ans Trikot weiter. Je nach ­Faser und Stricktechnik können die Hemden darüber hinaus kühlen oder wärmen.
Generell sollte jeder Rennradfahrer drei Arten von Unterhemden besitzen: Für den Sommer, für den Winter und für die Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst. Tipp: Rose Unterhemd, 30 Euro.

Wenn's mal nass wird: Bekleidung für jedes Wetter

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Gonso Colorado

Ist es für eine Jacke zu warm, aber für ein Trikot zu frisch, dann ist die Windweste das Kleidungsstück der Stunde. Sie hält den Wind von der empfindlichen Brust- und Bauchpartie fern und schützt so vor Auskühlung. Auch für lange und schnelle Abfahrten sollten Sie immer eine Weste in der Trikottasche haben. Dort passen leichte Modelle (rund 100 Gramm) locker hinein und stören nicht weiter.

Netzeinsätze am Rücken verhindern, dass es zum Hitzestau kommt. Die Passform sollte eher eng sein, da sonst Wind durch die Bündchen eindringen kann und die Weste so zum Bremsfallschirm wird. Zu knapp darf sie ­allerdings nicht sitzen, da sonst ein Teil des Kälteschutzes verloren geht. Tipp: Gonso Colorado, 50 Euro.

Windjacke

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Sugoi Helium Jacket

Wenn Sie bei jedem Wetter trainieren möchten und auch lange Regenfahrten nicht scheuen, kommen Sie um eine teure Regenjacke nicht herum. Wenn Sie jedoch nur nach einem Schutz vor überraschenden Schauern suchen, sollten Sie in eine wasserabweisende Windjacke investieren.

Gut gefaltet passen Leicht-Modelle (rund 100 Gramm) in die Trikottasche und können bei Bedarf hervorgeholt werden. Kurzen Regengüssen halten gute Windjacken einigermaßen stand, und wenn es trocken bleibt, verhindern sie effektiv die Auskühlung durch den Fahrtwind. Achten Sie beim Kauf auf einen körpernahen Sitz ohne Falten, wenn Sie in Rennhaltung vor dem Spiegel stehen. Tipp: Sugoi Helium Jacket, 80 Euro.

Handschuhe

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Gore Power II

Handschuhe gehören bei kurzen Ausfahrten nicht zu den Ausrüstungsgegenständen mit dem Prädikat "absolutes Muss", aber auf längeren Touren, bei schlechtem Asphalt und im Rennen sollten Sie sich die Vorteile eines guten Handschuhs nicht entgehen lassen.

Sie verhindern Blasen an den Handflächen, dämpfen ­Vibrationen, verhindern ein Abrutschen vom Lenker und schützen bei Stürzen vor Schürfwunden. Achten Sie auf einen faltenfreien Sitz und auf Wischeinsätze am Daumen. Tipp: Gore Power II, 30 Euro.

Softshell

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Vaude Posta Jacket III

Sie planen einen Ausflug ins Hochgebirge zum Pässesammeln oder wollen die Alpen überqueren? Dann lohnt es sich, über eine Softshell-Jacke nachzudenken. Eigentlich zählen die wärmsten aller Radjacken ja zur Winterausrüstung, aber früh am Morgen oder in großen Höhen kann es auch im Sommer bitterkalt werden. Dann ist die Kombination aus Unterhemd, Trikot und Softshell nicht übertrieben.

Die Jacke hält schön warm und sorgt dank einer atmungsaktiven Membran dafür, dass die durch Schwitzen entstandene Feuchtigkeit nach außen transportiert wird. Gleichzeitig verhindert das Material, dass Wind an den Körper gelangt. Die Jacke muss körpernah sitzen, darf in Rennhaltung keine Beule bilden, und die Abschlüsse an Hals und Armen müssen eng anliegen. Tipp: Vaude Posta Jacket III, 140 Euro.

Arm-, Bein- und Knielinge

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Assos Arm-, Knee- und Leg­rubi

Die idealen Begleiter für Tage mit Temperaturschwankungen. Innen angeraute Modelle halten warm – steigen die Temperaturen, verschwinden sie ganz einfach im Trikot.
Wichtig sind rutschfeste Abschlüsse und ein faltenfreier Sitz in den Knie- und Armbeugen. Tipp: Assos Arm-, Knee- und Leg­rubi. 31, 39 und 49 Euro pro Satz.

Überschuhe

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Pro Tarmac H20

Wenn an kühlen Tagen der Wind durch das Mesh-Gewebe der Schuhe pfeift, sind kalte Füße garantiert. Mindestens genauso schlimm ist eindringendes Regenwasser.
Wasserdichte Überschuhe mit einem gut sitzenden Abschluss halten Ihre Füße warm und trocken. Tipp: Pro Tarmac H20,
33 Euro.

Für die Werkstatt und unterwegs

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Lezyne SV-5

Das nötigste Werkzeug sollten Sie immer dabeihaben. Wenn die Schaltung Mucken macht, die Sattelstütze verrutscht ist oder sich der Lenker verdreht hat, kommen Sie mit einem Minitool klar, das die Bezeichnung "mini" auch verdient. Mit Inbusschlüsseln in den Größen 2, 4, 5 und 6 sowie einem Kreuzschlitzschraubendreher können Sie fast alles wieder festziehen, was sich unterwegs lösen kann.

Wenn Sie in abgelegene Regionen fahren, sollten zudem ein Kettennieter und ein Speichenschlüssel mit an Bord sein. Für Tuning und Wartung lohnt darüber hinaus die Anschaffung eines Werkzeugkoffers. Hier finden Sie die richtigen Tools für alle Arbeiten. ­Minitool-Tipp: Lezyne SV-5, 20 Euro.

Flaschenhalter und Flasche

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Auch Top-Rennräder werden in der Regel ohne Flaschenhalter verkauft. Einen sollten Sie jedoch mindestens montieren. Zum Glück gibt es recht günstige Alu-, Stahl- oder Kunststoff-Modelle, die Flaschen auch auf Holperpisten sicher festhalten.

Die Flasche sollte stramm sitzen, aber ohne Probleme rein- und rauszuschieben sein. Carbonmodelle sind teuer und oft nicht viel leichter als Alu-Halter. Tipp: Elite Ciussi, 12 Euro. Bei der Flasche müssen Sie darauf achten, dass Durchmesser und Form zum Flaschenhalter passen. Tipp: Die RoadBIKE-Flasche gibt es zum Probeabo gratis dazu.

Minipumpe

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SKS Wese

Es macht keine Freude, in einen Gegenstand zu investieren, den man möglichst nie benutzen möchte, doch im Fall der Minipumpe haben Sie keine Wahl. Wählen Sie ein Modell, das klein, leicht (etwa 100 Gramm) und nicht zu kurz ist. Ansonsten benötigen Sie mangels Volumen unzählige Hübe, bis Sie fahrtaugliche sechs Bar erreicht haben.

Der Kopf muss das Ventil satt umschließen, damit keine Luft danebengeht, der Griff muss gut in der Hand liegen, damit Sie beim kräftigen Pumpen nicht abrutschen. Tipp: SKS Wese, 16 Euro.

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Sigma BC 1009

Computer gibt es bereits für 20 Euro, Sie können aber auch mehrere Hunderter auf den Verkaufstresen legen. Ob sich eine solche Investition für Sie lohnt, hängt davon ab, was Sie mit Ihrem Rennrad machen wollen. Für gelegentliche Trainings- und Ausflugsrunden genügt ein Basismodell, das Ihnen die aktuelle und durchschnittliche Geschwindigkeit, die Uhrzeit sowie die gefahrenen Tages- und Gesamtkilometer anzeigt. Features zur Trainingssteuerung wie Herz- und Trittfrequenzmesser gehen ins Geld. Tipp: Sigma BC 1009, 23 Euro.

Satteltasche

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Ortlieb Micro

Ersatzschlauch, Minitool, Schlüssel, Handy – auf eine längere Tour muss eine ganze Menge mit, Klamotten und Verpflegung noch gar nicht mitgerechnet. Da letztere schon genug Platz in den Trikottaschen einnehmen, empfiehlt sich eine kleine, wasserfeste Satteltasche.

Verpacken Sie den Schlauch zusätzlich in einem kleinen Beutel, damit er nicht von scharfkantigen Gegenständen beschädigt wird, und verstauen Sie alles so, dass die Teile während der Fahrt nicht klappern. Tipp: Ortlieb Micro, 19 Euro.

Reifenheber

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Schwalbe Reifenheber

Sie sind kleine Helfer, die man so lange für überflüssig hält, bis man mit schmerzenden Fingern verzweifelt an einem Reifen herumdrückt und ihn nicht von der Felge bekommt.
Packen Sie zwei bis drei Reifenheber in Ihre neue Satteltasche und vergessen Sie sie wieder. Sie nehmen wenig Platz weg und wiegen fast nichts. Wenn Sie dann mal einen Platten haben, gibt es ein freudiges Wiedersehen. Tipp: Schwalbe Reifenheber, 4 Euro.

Standpumpe

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Topeak Joe Blow Ace

Eine Standpumpe, die mit wenigen Hüben 8 Bar (und mehr) schafft, ist für jeden Rennradfahrer ein Muss. Die Investition geht zwar ins Geld, lohnt sich aber. Vielfahrer benutzen das Standgebläse schließlich fast täglich. Minipumpen sind immer nur Notnägel.

In den Keller gehört eine Pumpe mit sicherem Stand, stabilen Griffen, gut ablesbarem Manometer zum Überprüfen des Luftdrucks und einem Pumpenkopf, der verschiedene Ventilarten fest aufnimmt, ohne Luft vorbeizischen zu lassen. Nützlich ist ein Ablassknopf. So können Sie etwas übers Ziel hinauspumpen und dann den Reifendruck durch Ablassen genau justieren. Tipp: Topeak Joe Blow Ace, 100 Euro

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