RB 1111 Legenden des Radsports Koichi Nakano Roth/Augenklick

Legenden des Radsport: Koichi Nakano

Koichi Nakano im Porträt

Die Zuschauer im Velodrom von Colorado Springs staunten am 1. 9. 1986 nicht schlecht: Der Japaner Koichi Nakano hatte zum 10. Mal in Folge das Regenbogentrikot des besten Bahnsprinters der Welt gewonnen. Neben ihm auf dem Podest standen zwei japanische Landsmänner.

Vor 25 Jahren wurde Koichi Nakano mit 10 Sprint-WM-Titeln bei den Profis absoluter Rekordhalter. Zugegeben, als der Samurai der Bahnsprinter zwischen 1977 und 1986 die Rennszene der Berufsfahrer beherrschte, war die große Zeit der wohl spektakulärsten aller Bahndisziplinen mit ihren hoch dotierten Grand-Prix-Turnieren längst vorbei. Und damit auch die Tage der legendären Sprinter-Asse, die einst wie Musketiere gefeiert wurden. Wie zum Beispiel der Belgier Jef Scherens, der wegen seines phänomenalen Zielsprungs auch „die Katze“ genannt wurde. Oder wenig später die beiden niederländischen Seriensieger Arie Van Vliet und Jan Derksen. Unvergessen auch Reg Harris: Obwohl 1943 an der nordafrikanischen Kriegsfront schwer verwundet, eroberte der „Held von El Alamein“ fürs britische Team während den Olympischen Spielen 1948 in London 2 Silbermedaillen und 12 Monate danach seinen ersten von 4 WM-Titeln im Sprint bei den Profis.

Harte Keirin-Schule

Nach dem Abflauen des weltweiten Interesses für die Bahnwettbewerbe, verursacht durch die wachsende Vermarktung von Straßenrennen wie der Tour de France, trat mit Koichi Nakano ein Sprint-Spezialist auf die Bühne, der sich in der japanischen Keirin-Schule enorm viel Härte und Speed antrainiert hatte. Ob Nakano in jener Periode zwischen 1977 und 1986 den Ehrentitel des allerschnellsten Sprinters der Welt verdient hätte, ist wegen der damaligen Trennung von Amateuren und Profis wohl kaum zu beantworten. Schließlich hatte etwa die ehemalige DDR einige erstklassige Sprinter wie Lutz Hesslich oder Michael Hübner im Stall, die im Finish ebenfalls für mächtig Fahrtwind sorgten.

Sagenhafte Karriere

Durch Nakanos Eintritt in die überwiegend von Europäern und Australiern dominierte Sprinter-Szene wurde erst deutlich, dass im Reich der aufgehenden Sonne eine Radsportdisziplin enorm viel Aufmerksamkeit genoss: Keirin. Die asiatische Sprint-Variante mit Schrittmacher und bis zu 8 Startern erreichte in Japan seit Beginn der 50er-Jahre eine enorme Beliebtheit – vor allem in den Wettbüros. Zeitweilig fühlten sich mehr als 4000 Aktive berufen, für das große Geld Kopf und Kragen zu riskieren. Die Oberen der UCI konnten schließlich nicht mehr anders und erhoben die Keirin-Rennen 1980, quasi als Reminiszenz an Nakanos Leistungen, als neue WM-Disziplin in den Adelsstand. Japans stolzer Star-Sprinter erlebte fortan goldene Zeiten. Während seiner gesamten, 17 Jahre andauernden Karriere gewann Nakano bei insgesamt 1232 Starts nicht weniger als 666 Rennen!

Koichi Nakano: Daten & Fakten

- Der Japaner wurde am 14. 11. 1955 in Kurume geboren.
- 1977 holte er in San Christóbal/Venezuela seinen ersten WM-Titel im Bahnsprint, bis einschließlich 1986 blieb er in dieser Disziplin bei Weltmeisterschaften ungeschlagen.
- Nach der Bahn-WM 1991 in Stuttgart beendete der japanische Radsport-Superstar seine Rennkarriere.

Zur Startseite
Training Sonstiges RB 2019 Aerodynamik Swiss Side Jean-Paul Ballard Aerodynamik am Rennrad - Interview mit Swiss Side Jean-Paul Ballard: „Aerodynamik wird falsch erklärt“

Nichts bremst Rennradfahrer so stark wie der Luftwiderstand....

Mehr zum Thema Radsport
RB Rennrad: Sport und Disziplinen 20th Santos Tour Down Under 2018 Stage 5 Teaser
Sonstiges
rb-0516-einsteiger-rennraeder-test-TEASER-2
Szene
RB-Eurobike-2013-Hohl-Profi-Bikes-51 (jpg)
Neuheiten
RB Velothon Berlin 2013 HPG Teaserbild
Neuheiten