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Legenden des Radsport: Rad-WM in Kopenhagen

Im Blickpunkt: Die Strassen-WM von Kopenhagen

Am 25. September werden die Rad-Profis um Hushovd, Boonen und Cavendish bei den Rad-Weltmeisterschafen in Kopenhagen um das Regenbogentrikot sprinten. 55 Jahre zuvor feierte der legendäre Rik Van Steenbergen in der dänischen Hauptstadt seinen zweiten WM-Triumph.

Straßen-Weltmeisterschafen in Kopenhagen haben eine lange Tradition: Zwischen 1921 und 1956 wurden die Titelkämpfe gleich 5-mal in der dänischen Hauptstadt ausgetragen. Vom 19. bis 25. 9. ist es nun wieder so weit. Dabei erwarten die Experten aufgrund der eher eintönigen Topograpfie eine klassische Sprintankunft.
Das war früher anders. Aufgrund fehlender Rampen verlängerten die dänischen Veranstalter in der Vergangenheit einfach das Rennen. So wie 1937, als die Mammutdistanz des Welt-Championats stolze 297,5 Kilometer betrug. Der Sieger: Eloi Meulenbergh aus dem wallonischen Teil Belgiens.
6 Jahre zuvor hatten die Verantwortlichen in Kopenhagen für eine noch überraschendere Variante gesorgt. Ihnen missfiel das mannschaftliche Taktieren der Italiener. So beschlossen sie, die Straßen-WM von 1931 in Form eines Einzelzeitfahrens durchzuführen – und zwar über 172 eintönige Kilometer. Mit Learco Guerra gewann dennoch ein Italiener. Dessen Triumph verblasste allerdings angesichts der sensationellen Endzeit des Lokalmatadors Henry Hansen in der Amateurklasse: Der dänische Zeitfahrspezialist raste knapp 3 Minuten schneller als Guerra über den Parcours und schenkte seinem Land so das sehnsüchtig erwartete WM-Gold.
Apropos Amateure: Schon lange bevor die Berufsrennfahrer ihre erste Straßen-WM 1927 auf dem Nürburgring starteten, ging es 1921 für die Amateure erstmals um WM-Ehren. Natürlich in Kopenhagen. Der Sieger: Gunnar Sköld aus Schweden.

Kopenhagens King

Doch der wahre King von Kopenhagen ist Rik Van Steenbergen. Der endschnelle Belgier gehörte bis weit in die fünfziger Jahre zu den Sprinterassen seiner Generation. Für viele war der belgische Superstar sogar der Allerschnellste. Aber der „Boss“, wie er wegen seines mächtigen Erscheinungsbilds auch genannt wurde, war im Gegensatz zu Cavendish, Petacchi & Co. im Finish viel mehr als nur eine Rakete. Rik war auch ein exzellenter Zeitfahrer, steckte lange Distanzen lockerer weg als das Gros seiner Gegner und bevorzugte auch eine offensivere Fahrweise als die Top-Sprinter von heute. Van Steenbergen hatte überdies nie eine ganze Armada von Mannschaftshelfern an seiner Seite, sondern agierte vielmehr als Libero. Für ein paar Franc holte er sich während der Rennen oft wertvolle Unterstützung von Fahrern aus fremden Teams. Denn Rik zu helfen, bedeutete meist den sicheren Gewinn. Wie vor 55 Jahren, als ihm sein Landsmann Fred De Bruyne, obwohl eng mit Rik Van Looy befreundet, auf den letzten Kilometern in Ballerup bei Kopenhagen das Tempo machte. So verhalf er Van Steenbergen zu seinem zweiten WM-Titel – mit großem Vorsprung vor Van Looy. „Rik II“, wie Van Looy auch genannt wurde, war derart von der Rolle, dass er der Siegerehrung fernblieb. Nebenbei gelang der belgischen Mannschaft bei der WM 1956 mit 5 Fahrern unter den Top 6 der wohl größte Triumph in ihrer Geschichte.

Der größte Sieg

Fragte man „Rik I“ nach seinem schönsten WM-Erfolg, nannte er den Sieg über Ferdy Kübler und Fausto Coppi bei der WM 1949 im Kopenhagener Vorort Lyngby. Nach 289 spannenden Kilometern erlebte die dänische Hauptstadt das wohl schmissigste WM-Finale aller Zeiten mit den drei erfolgreichsten Rennfahrern der Welt allein an der Spitze.

Siegerliste der Strassen-WM in Kopenhagen:

Amateure: 1921: Gunnar Sköld (S), 1931: Henry Hansen (Dan), 1937: Adolfo Leoni (I), 1949: Henk Faanhof (NL), 1956: Frans Mahn (NL)
Profis: 1931: Learco Guerra (I), 1937: Eloi Meulenbergh (B), 1949: Rik Van Steenbergen (B), 1956: Rik Van Steenbergen (B)

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